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Kritik:
Percy Jackson:
Im Bann des Zyklopen


von Michael Herbst

PERCY JACKSON: SEA OF MONSTERS
(2013)
Regisseur: Thor Freudenthal
Cast: Logan Lerman, Alexandra Daddario, Douglas Smith

Story:
Als das Trainingslager der jungen Halbgötter überfallen und ihr magischer Schutzwall vergiftet wird, reisen Percy Jackson, der Satyr Grover, Percys Freundin Annabeth und Percys Bruder Tyson los, das geheimnisvolle goldene Vlies zu finden. Dieses, im sagenhaften Meer der Monster versteckt, könnte den Wall als einziges wiederherstellen...

Kritik:
Man nehme die griechische Mythologie und erzähle sie einem jungen ADHS Publikum, das dementsprechend schnell und abwechslungsreich bei Laune gehalten werden muss. Schaut ein 12jähriger bei allen Szenen auf sein Tablet tippend weg, in denen es nicht explodiert oder in denen aufregende Monster zu sehen sind, muss es demzufolge ohne größere Pausen Spektakel geben, möglichst mit Monstern, müssen alle Dialoge aufs Nötigste reduziert werden. Die Transformers-Version von Kampf der Titanen.

So etwa könnte man den Percy Jackson Franchise beschreiben, dessen zweiter Film mit dem Konzept treu weiter macht. Nach erfolgter Aufgabenverteilung beginnt eine neue geradlinige Reise für die griechisch inspirierten TKKG, die sich nie lang an einem Ort aufhalten und die entweder ständig von etwas neuem angegriffen werden, oder die selbst wild hinter einem Ziel herjagen. Die Handlung greift erneut tief in die Wunderkiste und bedient sich für seine Zwischenstopps vieler Geschöpfe, darunter gibt es einen bronzenen Mech-Stier, ein Wasserpferd, Zyklopen, Geister, eine Art Werwolf und ein gewaltiges Seeungeheuer. Für ständige Action ist also gesorgt, die Regisseur Thor Freudenthal annehmbar umsetzt, anbetracht der Tatsache, dass er zuvor Das Hundehotel gedreht hat und nicht aus dem Actionfach kommt. Selbiges lässt sich über die Qualität der Spezialeffekte sagen, die zwischen ok und unfertig schwanken. 

Den Schauspielern, die hinsichtlich der langen Pause zwischen den ersten beiden Filmen 3 Jahre älter geworden sind aber immer noch Teenager spielen, wird nichts neues abgerufen. Logan Lerman und Alexandra Daddario müssen mit aufgerissenen Augen über alle Entdeckungen staunen, Brandon T. Jackson und Douglas Smith als Wegbegleiter witzig frech sein, haben aber schlechtes Comedy-Timing, und in kleinen Nebenrollen gastieren Stanley Tucci und Nathan Fillion, die in der Pause zwischen interessanteren Projekten zugesagt haben müssen. Keine Figur entwickelt sich, sie alle könnten nach wie vor auf einer Briefmarke beschrieben werden.

Bei dem angepeilten Zielpublikum ist die Oberflächlichkeit des Ganzen nachvollziehbar, aber wie schon bei Kampf der Titanen und Zorn der Titanen darf man sich auch hier fragen, warum es denn so stupide einfach ausfallen muss. Harry Potter vermochte es, jedes Alter anzusprechen, aber mit seiner minimalen Handlung, die auch für eine 20 Minuten lange Fernsehfolge genügen würde, kann Im Bann des Zyklopen Ältere nur mit der Idee des sehenswerten FX-Reels locken, oder wenn man nach einem langen Arbeitstag mal gepflegt den Kopf ausschalten will und man nichts folgen müssen will. Es ist bedauerlich, bietet die Mythologie einen so umfassenden Fundus an faszinierenden Charakteren und Handlungsideen, dass selbst ein klein wenig mehr Substanz der Actionflut nicht geschadet hatte. Zu gute halten muss man dem Film allerdings, dass er sich seiner selbst bewusst ist. Nie wird versucht, sich als dichtes Epos zu verkaufen, wie es etwa Eragon oder Der goldene Kompass zuvor vergeblich angingen. Percy Jackson weiß um seine Einfachheit und geniert sich nicht, "nur" das zu sein. Will man dann auch zufällig mal nur das, weiß auch dieser neuer Ableger wieder zu gefallen.

Fazit:
Unkomplizierte Kinder-Unterhaltung mit viel, viel Action, aber geringem Anspruch an Charakteren oder Handlung. Der gleiche Film wie der erste.

4 / 10
10 - Meisterwerk
8-9 - sehr gut
6-7 - gut
5 - mittelmäßig
3-4 - ausreichend
1-2 - miserabel
0 - Inakzeptabel 

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