BG Kritik:

Die Pinguine aus Madagascar


von Michael Eßmann

Penguins of Madagascar (USA 2014)
Regisseur: Simon J. Smith, Eric Darnell
US-Sprecher: Tom McGrath, Chris Miller, Christopher Knights, Contad Vernon, John Malkovich u.a.
D-Sprecher: Die Fantastischen Vier

Story:
Die Pinguine aus Madagascar müssen in ihrer ersten Solo-Mission im Kino die Welt vor einem bösen Oktopus retten.

Werner Herzog ist ein Gastsprecher in der US-, aber nicht in der deutschen Version.


Sie drängen sich an den Hauptfiguren vorbei, und bahnen sich ihren Weg - über die Herzen der Zuschauer - von der zweiten oder gar dritten Reihe, direkt an die vorderste Front der Unterhaltung. Die Rede ist von den schrägen, merkwürdigen… aber auch und vor allem das gewisse Etwas habenden und im Gedächtnis des Zuschauers haftenden Nebenfiguren, welche die Animationsfilme diverser Studios bevölkern. Seien es ein Esel aus „Shrek“, der einen an der Nuss habende Scrat aus den Filmen der „Ice Age“-Reihe, Timon & Pumbaa aus „König der Löwen“… und natürlich die ungekrönten gelben Könige, bekannt als Minions, welche zwei Teile „Ich – Einfach unverbesserlich“, auch unvergesslich machten. Sie alle sind lustige Nebenfiguren, und vor allem Szenendiebe, welche den eigentlichen Haupthelden nicht selten den Rang in der Zuschauergunst ablaufen, und gar zum Synonym und zur Identifikationsfigur mit der gesamten Reihe evolutionieren. Zum Dank bekommen diese Helden der hinteren Reihen dann gerne (oft schlecht animierte) TV-Serien, und/oder Kurzfilme auf den Blu Ray-Scheiben. Aber ab und an, dann springt auch ein Spin-off im Kino dabei heraus, wie im Fall der Agenten-Slang benutzenden, und Handkanten im Roger Moore-Style verteilenden Pinguine aus den Madagascar-Filmen. Aber taugen die im Agenten-Outfit von Mutter Natur daher kommenden Kowalski, Rico, Skipper und Private auch als Haupthelden, und können in der ersten Reihe stehend, bestehen?

Die Story beginnt im Anschluss an die Zirkus-Geschichte aus „Madagascar 3: Flucht durch Europa“, präsentiert aber zunächst eine kurze Rückschau auf die Anfänge der Pinguine, und zeigt auf, wie aus einem Trio aus der Reihe watschelnder Halbwüchsiger, das bekannte Quartett wurde, - und verulkt ganz nebenbei noch gekonnt und bissig „Die Reise der Pinguine“. Ein sehr gelungener Auftakt, dem leider ein Film folgt, der diese soeben selbst gesteckten Erwartungen, danach nicht mehr allzu oft anzukratzen vermag. Zum einen ist die Geschichte um einen Oktopus im Rache an den Pinguinen und der Welt-Modus nicht nur dünn und nach Schema F skizziert, sondern wird auch noch überfüllt erzählt. Denn leider verkommen die Pinguine in ihrer Solo-Mission lediglich zur geteilten Hauptrolle, da man ihnen mehr scheinbar dann doch nicht zugetraut hat, und so greift man den „Madagascar“-Nebenfiguren schnell wieder unter die (nicht vorhandenen) Arme, und stellt ihnen die ebenfalls zu viert auftretenden tierischen Agenten der Geheimorganisation Nordwind zur Seite; gegen die die Pinguine selbstverständlich zunächst abzustinken scheinen, nur um sich im späteren Verlauf… bla, bla, bla, der Rest dürfte bekannt sein. Tatsächlich ist es vom Aufbau genauso einfallslos, wie es klingt, und man es bereits zum Erbrechen - Pinguin Rico lässt grüßen – kennt. Selbiges trifft auch auf die kaum vorhandene Entwicklung der Figuren zu, welche ebenfalls zu 100% nach Schema F abgespult wird, und selbst den kleinsten unter den Zuschauern sehr frühzeitig ersichtlich sein dürfte. Auch werden einige Running Gags deutlich zu Tode geritten, nur um dann doch nochmal ausgebuddelt zu werden.

Der erste Spin-Off zur dreiteiligen "Madagascar" Reihe.


So muss die gestellte Frage, nach dem Bestehen an vorderster Front, leider mit einem klaren „Jain“, oder „ja, aber“, beantwortet werden. Denn neben dem durchaus frischen Start, und einigen auch im späteren Verlauf noch gut funktionierenden und sprudelnden, und regelmäßig bekloppten Ideen, - Zebrastreifen - liefert das (mehr oder weniger) Solo-Abenteuer der vier Frackträger einfach zu wenig, um durchgehend für Stimmung, Spannung oder schlichte Unterhaltung zu sorgen. Zumindest bei den Erwachsenen. Denn anders als viele animierte Kollegen, gelingt es den Pinguinen aus Madagascar nicht, alle Altersklassen an Zuschauern gleichermaßen gut anzusprechen. Für die Kleinen unter den Zuschauern dürfte der Film allerdings gut ausreichen. Unterm Strich verbleibt die unmögliche Mission der Pinguine, so, als unter den Möglichkeiten verbleibender, extrem klischeehaft ablaufender animierter Agenten-Klamauk. Aber einer der gespickt ist mit Anleihen an berühmte Leinwand-Abenteuer von Bond und Co., indem beispielsweise anstatt der Super-Kletterhandschuhe eines Ethan Hunt, Seesterne verwendet werden und bekannte Agenten-Locations wie Fort Knox, Venedig oder Shanghai besucht werden. Das ist als Paket nicht wirklich schlecht, aber eben auch nicht gut und vor allem fühlt es sich nach Faulheit der Verantwortlichen an, so sehr in alten Pfaden zu wandeln, und nur Dienst nach Vorschrift in gutem 3D abzuliefern.

Fazit:

Nett, aber nicht grandios, oder ununterbrochen zu brüllen komisch, und eher für die Kleinen. Aber das waren ja auch die drei „Madagascar“-Filme schon. Wer die mochte, wird hier vermutlich ebenfalls fündig werden, da „Die Pinguine aus Madagascar“ immerhin ähnlich „gut“ wie „Madagascar 3: Flucht durch Europa“ ist. Mission mit einigen deutlichen Abstrichen erfolgreich beendet, aber ohne Aussicht auf Beförderung in den Doppelnull-Status.

5 / 10
10 - Meisterwerk
8-9 - sehr gut
6-7 - gut
5 - mittelmäßig
3-4 - ausreichend
1-2 - miserabel
0 - Inakzeptabel

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