BG Kritik:

Pitch Perfect 2


Hat BG vor 10 Jahren gegründet und seither eine Menge neuer Filme gesehen. War als Redakteur für GameStar und Gameswelt tätig.

Pitch Perfect 2 (US 2015)
Regisseur: Elizabeth Banks
Cast: Anna Kendrick, Rebel Wilson, Hailee Steinfeld

Story: Mit dem bevorstehenden Schulabschluss droht das Ende der ältesten Mitglieder der A-capella-Gruppe der Bellas, und Anführerin Becca hat bereits konkretere Pläne für danach. Ohne es den anderen zu sagen, fängt sie als Assistentin in einem Plattenstudio an. Nach einem katastrophalen Auftritt raufen sich die Mädels daraufhin ein letztes Mal zusammen, um bei der A-capella-Weltmeisterschaft anzutreten…

Kissenschlacht.

Der Cups Song des Ersten wurde zum Viral Hit


Der erste Pitch Perfect war im Großen und Ganzen nicht viel anders als die meisten anderen Tanz- oder Talentwettbewerbsfilme dieser Art. Eine sympathische Truppe Mädchen, jede Menge Blödeleien, ein paar beachtliche Auftritte und ein dezenter Anteil Romanze. Mit reichlich unbeschwerter Feel-Good-Atmosphäre, das Ganze fröhlich, solide und absehbar inszeniert. Irgendwie aber schaffte der Film es, über alle Maßen popkulturell im Gespräch zu bleiben, und so hat der zweite Teil nun fast 300 Millionen Dollar einspielen können – etwa doppelt so viel wie die erfolgreichsten ähnlichen Filme. Da muss man hellhörig werden und sich fragen, ob man Pitch Perfect 2 trotz fehlenden Grundinteresses gesehen haben sollte.

Zunächst einmal macht der zweite Film genau so weiter wie der erste. Im Mittelpunkt stehen wieder einmal die Bellas, die nach ihrer Teambildung im ersten nun einen großen Wettbewerb gewinnen wollen. In erster Linie heißt das viele Tanz- und Gesangsübungen, viel Kuschelei, einige Zickereien, so manche Peinlichkeit. Die dralle Rebel Wilson gibt mal wieder die Wuchtbrumme mit Bauarbeitermanieren, während mit Hailee Steinfeld ein unschuldiges neues Ding dazu kommt.

Das ist natürlich alles relativ banal und auch die ernsteren Momente haben letztendlich bloß den Gehalt von rosa Zuckerwatte. Das ist kein ergreifendes Drama über ambitionierte Aufsteiger, keine Leidensgeschichte, sondern fröhliche Heile-Welt-Fantasy in den bunten Farben von Waschmittelwerbung. Was Pitch Perfect 2 jedoch von gewöhnlichem Mädchenmaterial des Disney Channels unterscheidet, ist sein bissiger Humor. Die Schauspielerin Elizabeth Banks (Zack und Miri), die hier Regie übernommen hat, intensiviert frech, was bereits im ersten Film vorkam. Rebel Wilson darf demnach noch krasser werden und die Kommentatoren der Auftritte – unter anderem gespielt von Banks selbst – hauen doppeldeutige Sprüche raus, die man in solch einem vermeintlich laschem Film so schnell nicht erwarten würde.

Pitch Perfect 3 ist schon unterwegs


Glücklicherweise verzichtet Banks dabei auf Geschmacklosigkeiten und streicht die Kotzerei, die noch im ersten andauernd vorkam. Da A-capella an sich nicht sonderlich aufregend ist, hat sie sich für die Auftritte des Sequels was Lustiges einfallen lassen. Die Gegner der Bellas sind ein deutsches Team, angeführt vom Youtube-Star Flula. Sein Team ist eine Sammel-Persiflage auf Kraftwerk, Rammstein und Depeche Mode, und jeder ihrer Auftritte ist wirklich unterhaltsam. Überraschend ist, dass Banks auch beim zweiten Teil wenig auf kitschige Romantik setzt. Den größten Anteil dieser bekommt überraschend Wilsons Charakter, was ganz gut funktioniert, um sie zu mehr als nur der übergewichtigten Verrückten zu machen.

Während der überwiegende Teil des Films leicht und lustig ist, versucht Pitch Perfect 2 Anna Kendricks Figur in eine halbwegs ernste Nebengeschichte zu packen. Als Plattenstudioassistentin muss sie sich überlegen, ob das wirklich ihre Zukunft sein könnte, doch ihre Entscheidungsfindung bleibt ebenso fad und nichtssagend inszeniert wie die Karriereambitionen von Steinfeld, die gerne Sängerin werden würde (Fun Fact: und die es im echten Leben jetzt tatsächlich geworden ist).

Für ein Regiedebüt kann sich Banks' Arbeit erstaunlich gut sehen lassen. Die Darsteller sind alle sehr sympathisch getroffen und obwohl die Hälfte der Mädchengruppe eher story-irrelevante Chorfüller sind, schafft Banks das Gefühl, dass sie trotzdem zusammen gehören. Sie beweist ein gutes Händchen für Comedy-Timing und die teilweise großen Auftritte sind mit beachtlicher Kompetenz inszeniert.

Fazit:

Natürlich ist Pitch Perfect 2 - Twist - ein seichter Kitschstreifen, doch er erreicht nicht nur sein offensichtliches Zielpublikum. Eine banale, aber frisch und kurzweilig inszenierte Talentgeschichte, die harmlosen geschlechter- und altersübergreifenden Spaß macht.

6 / 10
10 - Meisterwerk // 8-9 - sehr gut // 6-7 - gut // 5 - mittelmäßig
3-4 - ausreichend // 0-2 - gar nicht mal so gut

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