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KRITIK:
PREDATOR
von
Christian Mester
PREDATOR (1987)
Regie: John McTiernan
Cast: Arnold Schwarzenegger, Carl Weathers
Story:
Ihre Mission klingt nach Routine. Alan "Dutch"
Schaefer (Arnold Schwarzenegger) und sein Team
knallharter Delta-Force Soldaten (Bill Duke, Jesse
Ventura, Shane Black, Richard Chavez und Sonny
Landham) sollen einen südamerikanischen Dschungel
durchkämpfen und Geiseln aus einem Terroristencamp
befreien. Als sie dort ankommen, stellen sie fest,
dass ihr Auftraggeber (Carl Weathers) sie gezielt
einer weitaus gefährlichen Gefahr ausgesetzt hat.
Sie treffen auf einen Predator, einen außerirdischen
Trophäenjäger…
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Anfangs spielte Jean-Claude van Damme den
Predator, stieg jedoch aus als er merkte,
dass man sein Gesicht nicht sehen würde und ihm der Anzug zu
unbequem war. |
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Kritik:
Die Handlung von John McTiernans
Sci-Fi-Action-Horror-Thriller aus dem Jahre 1987
liest sich wie der Fernsehzeitungstext eines
typischen Donnerstagabendschundfilms. Vor Waffen und
Ego strotzende Soldaten treffen auf einen Mann im
Gummianzug, dazu Geballer, Testosteron-geladene
Dialoge und das altbekannte Bis-nur-noch-einer-steht
Prinzip. Abgekauter Stoff für die 90-Cent
Kassenkiste, wäre da nicht der kleine feine
Unterschied, dass "Predator" atemberaubend gut
gemacht ist und schlichtweg alles richtig macht, was
es zu machen gibt.
Normalerweise gibt es bei derartigen, niedrig
budgetierten Stoffen meist das Problem, dass die
Effekte des Übernatürlichen unzureichend ausfallen. "Leviathan", "Creature",
"Carnosaur" und "Deepstar Six" beispielsweise haben
ähnliche Auseinandersetzungen mit unrealistischen,
gefährlichen Monstrositäten, sind jedoch
handwerklich so mau umgesetzt, dass man sich nie in
die Geschichten hinein versetzen kann. Bei "Predator"
funktioniert das hingegen, da McTiernan (der mit
"Stirb Langsam" einen weiteren Genreklassiker
vorzuweisen hat) auf einen Trick Steven Spielbergs
zurückgreift. So wie Spielberg den weißen Hai im
gleichnamigen Film wegen technischer Tücken
größtenteils verstecken musste und damit spannend machte,
wird auch der außerirdische Antagonist
Schwarzeneggers (der für kurze Zeit von Jean-Claude
van Damme gespielt wurde und anfangs wie ein
riesiges Insekt aussah) als Mysterium aufgebaut.
Nach und nach erfährt man mehr über den seltsamen
Krieger, dessen origineller Look von Stan Winston
und James Cameron entwickelt wurde. Nicht nur das
Design entpuppt sich als einfallsreich; auch die Gadgets und Thermalsicht des unbekannten Besuchers
unterstreichen das Interessante im Konzept und
machen ihn zu Recht zu einer der wichtigsten
Genrefiguren der letzten 30 Jahre (ob die Grundidee
genügend Substanz für insgesamt 5 Kinoauftritte und
zahllose Bücher besaß, sei mal dahingestellt).
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Im Film spielen drei US-Poltiker mit: Arnold
Schwarzenegger (Governor Kalifornien) und Jesse Ventura
(Governor Minnesota) wurden gewählt, Sonny Landham bewarb
sich als Governor (Kentucky) |
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"Predator"
ist vor allem deswegen spannend, da er auf ein altes
Gesetz des Comic-Universums setzt: das wirklich Aufregende eines
Helden und seines Abenteuers hängt immer vom
Gegenspieler ab. In diesem Fall ist es ein
Einzelgänger, der es schafft, eine erfahrene
Angriffseinheit gestandener Meistersoldaten alleine in
Schach zu halten. Dass muskelbepackte Männer mit Miniguns, die ganze Gegnerlager erledigen können schlotternd durch schier endlosen
Dschungel schleichen, überträgt sich auf den
Zuschauer; man wird neugierig, wie sie den taktisch
vorgehenden, technisch weit überlegenden Gegner
ausschalten wollen. Die Hitze des Dschungels macht
sich breit, schafft tiefe Atmosphäre.
Die Wahl der Überlebenden ist nun keine allzu große
Überraschung, doch Regisseur McTiernan geht der
Vorahnung mit
genialer Regiearbeit entgegen. Wie bei "Stirb
Langsam" nimmt er einen relativ gewöhnlichen Plot
und macht das ganze zum schweißtreibenden,
erbarmungslosen und blutigen Nervenkitzel
voller abwechslungsreicher Szenen, spannender
Fährtenlese und tollen Actionszenen. Ebenso brillant ist die Wahl
des Komponisten, denn Alan Silvestris Score, eine
Mischung aus treibenden Militärmärschen und
unheimlicher Dschungelmusik treibt den Puls an und
bleibt mit seinen markanten Melodien und Tönen
lange im Ohr.
Ein weiteres Highlight ist die Besetzung. Arnold
Schwarzenegger tritt in seiner zweitbesten
Rolle nach der des Terminators auf und macht seinen Dutch zu einer unsterblichen Kultfigur. Hier
passt alles: Dutch bekommt spektakuläre
Actionszenen, umwerfende Oneliner und viele
denkwürdige Momente. Dazu stimmt die Harmonie mit
seinem Team, das eine große Ausnahme zu Squads
vieler anderer Filme (zb. "Doom: Der Film", "Rambo
4") bildet. Im Gegensatz zu anderen Schwadronen sind
Schwarzeneggers Dschungelpfadfinder eine überaus
glaubhafte Einheit. Man glaubt, dass das Team
zusammen bereits Unmengen gefährlicher Aufträge bestanden
hat, wobei McTiernan das Alpha Male Auftreten der
Gruppe präzise zwischen "außerordentlich
unterhaltsam" und "übertriebener Parodie"
balanciert. Die meisten von ihnen könnte sich mit
John Rambo messen und machen Spaß; wahrscheinlich
wäre der Film auch ohne Predator
überdurchschnittlich unterhaltsam geworden. Großartig ist
80er Jahre Haudegen Carl Weathers ("Rocky" 1-4.
"Action Jackson"), der einen außerordentlich
kernigen Mistkerl spielt, der trotz einiger
Sympathieprobleme das zweitwichtigste
Menschengesicht des Films bleibt. Er und
Schwarzenegger haben eine Bombenchemie, sodass es am
laufenden Band Funken schlägt.
Selbstredend bleibt bei all den Egos nicht genügend
Platz um allen ausreichend Bühne zu geben, doch
nötig ist das ohnehin nicht. Einige sind reiner
Bodycount, als solcher, als Spielzeug des Predators
wirkungsvoll, während die einzige Frau im Film
kreischende Damsel-in-Distress ist, darüber hinaus
auch geschickt für die Handlung genutzt wird.
Fazit:
Ein
makelloses Meisterwerk. "Predator" ist einer der
besten Actionfilme aller Zeiten und bis heute einer
der wichtigsten Genretitel. Gefüllt mit tollen
Figuren, satter Action, verpackt in einem
spannenden, harten Actionthriller und meisterlich
umgesetzt bleiben hier keine Fragen offen. Sofern man sich auch nur
annähernd für Action interessiert, muss man
McTiernans Klassiker gesehen haben (und besser noch,
besitzen).
10 / 10
10 -
Meisterwerk
8-9 - sehr gut
6-7 - gut
5 - mittelmäßig
3-4 - ausreichend
1-2 - miserabel
0 - Inakzeptabel
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