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KRITIK:
Prison Break: The Conspiracy


Regie: Zootfly
Darsteller: Wentworth Miller, Dominic Purcell
Release: 1999-2010


von Christian Schmitz


Einstieg:
Die preisgekrönte TV-Serie "Prison Break" ist bereits Geschichte, besonders die spannende Erststaffel blieb in Erinnerung. Doch eine Videospielumsetzung ließ bislang auf sich warten, bis am 19. März 2010 für PC, PS3 und Xbox 360 "Prison Break: The Conspiracy" auf die Videospielgemeinschaft losgelassen wurde. Freispruch oder Lebenslang wegen audiovisueller Grausamkeit?

Bevor aber falsche Hoffnungen aufkommen, muss auch hier wieder nach den ersten Spielmomenten festgestellt werden, dass wir hier eine typische Versoftung vorgesetzt bekommen, der besonders zu Anfang so gewöhnungsbedürftig ist wie das Essen in der Gefängniskantine: Zuerst ungenießbar, später gewohnt aber bevor es überhaupt richtig schmecken kann, ist man auch schon wieder wegen guter Führung entlassen worden. In unserem speziellen Fall nach etwa acht Stunden Spielzeit.

Fans der Serie wird allerdings sehr freuen, dass das Geschehen parallel zur eingangs erwähnten ersten Serien-Staffel abläuft. Man spielt nicht etwa bekannte Charaktere wie Mike Scofield oder seinen Bruder Lincoln Burrows im Fox River State Penitentiary, sondern den unbekannten John Paxton. Diesen haben sich die Entwickler extra für das Videospiel ausgedacht. Interessanterweise befindet er sich nicht wegen eines Verbrechens in diesem teilweise frei begehbaren Komplex, sondern als Undercover-Agent, um Scofield zu beschatten. Dafür muss Paxton immer die Ohren offen halten, denn sein Vorgesetzter Mannix hat offenbar nichts Besseres zu tun, als ganztags in seinem Büro auf Neuigkeiten zu warten.

Wentworth Miller stand im Gespräch,
im BIOSHOCK Film mitzuspielen

Kritik:
Um zu korrespondieren stellt ihr euch also an eine der Telefonkästen auf dem Gelände, umringt von allerlei hörgeschädigten Übeltätern. Dieser Eindruck verstärkt sich noch, wenn mit der Hand – natürlich ganz dicht vorm Mund, damit es auch wirklich jeder in unmittelbarer Nähe sieht - Notizen in das Aufnahmegerät spricht. Seine Stärken hat "Prison Break: The Conspiracy" also sicherlich nicht in der Präsentation der Story, die für Serienkenner keine wirklichen Überraschungen parat hält, zudem in der mäßigen Ingame-Grafik aufgetischt wird.

Die ersten beiden von insgesamt neun Kapiteln sind sehr ernüchternd. Grund dafür ist das völlig vermasselte Kampfsystem, das bei weitem nicht an die Dynamik eines Bourne Komplott heran reicht und dabei überflüssigerweise oft durch abgehakte Animationen ungelenk aussieht. Wahlweise werden leichte oder schwere Schläge verteilt, wobei es sich immer empfiehlt den Gegner gen Boden zu befördern um ihn anschließend enorm effektive Nachtritte zu verpassen. Gelingt im richtigen Zeitpunkt ein Deckungsmanöver wird durch eine eingeblendete Taste ein Konterangriff gesetzt. Mit diesen Kämpfen lässt ich später sogar Geld zum Erwerb von Tätowierungen verdienen, natürlich total sinnfrei. Ähnlich wie der enthaltene Zweispielermodus, den man sich hätte sparen können. Leichte Quick-Time-Events in rasanteren Sequenzen sowie simple Sprungeinlagen runden die unterdurchschnittliche Spielmechanik ab. Schleichpassagen machen da schon weitaus mehr Spaß.

Diese nehmen löblicherweise nach den beiden erstgenannten Kapiteln einen angenehmen Teil ein, wenn es beispielsweise gilt, an Uniformen oder für Gefangene schwer erreichbare Gegenstände heranzukommen. Dass die Aufgaben auch hier nicht allzu abwechslungsreich und zu linear ausfallen, darf man aufgrund der nun vorhandenen Spannung gerne ein wenig in den Hintergrund schieben. Vornehmlich geduckt wird sich jetzt an Wachposten vorbei geschlichen, deren Laufwege mit ein bisschen Beobachtungsgabe und der hilfreichen Minikarte links oben leicht zu durchschauen sind. Vorausgesetzt natürlich, dass ihr nicht zuviel Krach macht, insbesondere wenn Türen mithilfe eines Dietrichs geöffnet werden. Dann zeigt das Spiel auch gerne Filmqualitäten, weil sich der Bildschirm teilt und aufmerksame Wachen bei ihren Patroullien zeigen. Ein wenig Geschicklichkeit kommt dazu, wenn man dem verräterischen Schein von Taschenlampen und Scheinwerfern aus dem Weg gehen muss. Leider zeigen sich auch hier wieder vermeidbare Mängel, z.B. wenn in "Splinter Cell" Manier vor dem Betreten eines Raumes durch die Tür gespinkst werden kann, aber den Blick aus der Ego-Perspektive weder heben noch senken darf. Ansonsten steuert sich die Spielfigur immer aus der Third-Person-Perspektive ("Hitman", "Tomb Raider", "Splinter Cell"). Werdet ihr einmal erwischt, setzt euch das faire Rücksetzpunktsystem an einem Kontrollpunkt wieder ein.

Zumindest ist der Wiedererkennungswert mit Darstellern durch die deutschen Original-Sprecher der Serie erfreulich hoch, auch wenn die Grafik alles andere als solide ist. Dafür wirken Figuren, Umgebungen sowie Objekte viel zu klobig, steril und detailarm. In den Optionen der PS3-Version lassen sich übrigens noch die Postprocessing-Effekte ausschalten, was aus einer schwachen Grafikdarstellung eine noch schwächere macht.

  

Fazit:
Wie oben bereits angedeutet: "Prison Break: The Conspiracy" kann Spaß machen, wenn man sich darauf einlässt und sich nicht zu lange an den eintönigen Kämpfen aufhält. Dafür entschädigen ordentlichen, fairen Schleichpassagen. Fans greifen ohnehin zu und können noch ein bis zwei Punkte dazu addieren!

4,5 / 10


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