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Kritik:
Prisoners


von Daniel Schmitt

PRISONERS
(2013)
Regie: Denis Villeneuve
Cast: Hugh Jackman, Jake Gyllenhaal, Paul Dano, Maria Bello

Story:
Als seine Tochter und deren Freundin entführt werden, sieht sich der Vater (Hugh Jackman) gezwungen, die Suche selbst in die Hand zu nehmen. Dabei bewegt er sich nicht nur nahe an den Grenzen der Legalität und Menschlichkeit, sondern auch in den Blick des leitenden Ermittlers (Jake Gyllenhaal) hinein.

Kritik:
Egal ob Kino oder Fernsehen, Krimi Filme oder Neudeutsch „Crime“-Serien. Vertreter dieses Genres gibt es oft und sie laufen fast jeden Abend auf irgendeinem Sender. Dementsprechend glaubt man alles bereits gesehen zu haben. Neue Produktion in diesem Bereich haben es folglich schwer. Sie müssen sich, vom Einheitsbrei abheben, was selten gelingt. Um so wichtiger ist es, Glanzstücke wie „Prisoners“ hervorzuheben. Ein Film, der sich nicht nur durch eine konsequente Erzählweise, sondern auch durch die Zusammenstellung an fähigen Schauspielern, in jeder noch so kleinen Rolle hervorhebt und dadurch auf fast jeder Ebene überzeugt. Aber auch nur fast. Was weit würdest du gehen um dein Kind zu retten? Die Väter Keller (Hugh Jackman) und Franklin (Terrence Howard) müssen sich diese Frage stellen, als ihre Töchter entführt werden. Der erste Verdacht fällt auf den geistig behinderten Alex (Paul Dano), doch er wird ziemlich schnell von Detective Loki (Jake Gyllenhaal) entlastet und darf gehen. Keller ist sich aber sicher das er weiß wo die Kinder sich befinden und entführt ihn kurzerhand selbst. Er beginnt Alex zu foltern, doch dieser sagt kein Wort. Detective Loki hingegen, folgt noch andere Hinweisen und findet langsam heraus, das die Entführung die Tat eines Serientäters sein könnte.

Hugh Jackman als Keller, ist ein treusorgender Familienvater und Christ. Er sieht sich zum Äußersten gezwungen und entdeckt dabei eine düstere Seite an sich. Er entwickelt sich vom warmherzigen Familienvater, zum gnadenlosen Foltermeister. Was sich wie ein Klischee anhört, wurde aber sehr gut von Hugh Jackman gespielt. Er schafft es den Konflikt zwischen liebendem Vater und moralischem Menschen der in Keller vorgeht, schockierend glaubwürdig darzustellen. Dabei ist Keller nicht reuelos, sondern weiß genau was er macht und muss sich selber zwingen es auch tun. Wesentlich gefasster geht dabei Jake Gyllenhaal als Detective Loki vor. Zwar dehnt er die Regeln wo er nur kann aber er wird immer wieder mit der Inkompetenz seiner Kollegen und mit Spuren die im Nichts verlaufen konfrontiert. Dabei erweist sich der Detective als facettenreicher als erst vermutet. Gyllenhaal, spielt keinen Schreibtischcowboy, sondern einen Polizisten der seine innere Wut bekämpft und sich dabei hart an der Grenze des Machbaren bewegt. Er wirkt nach außen hin kalt, beinahe teilnahmslos, dabei ist es offensichtlich wie sehr er innerlich brodelt.

Es ist ein Duell der Schauspielgrößen. Jackman und Gyllenhaal spielen sich gegenseitig an die Wand. Während Keller ein ruhiger Mensch ist und sich beinahe verlieren muss, um genügend Kraft aufbringen zu können, ist Loki ein Vulkan, der jederzeit droht auszubrechen und den gefassten Ermittler nur vortäuscht. So verwandeln beide, „Prisoners“ in eine emotionale und vor allem spannende Suche nach einem Monster und dessen Opfern. Regisseur Denis Villeneuve (Maelström, Polytechnique) gelinkt es dabei die Hoffnungslosigkeit und Einsamkeit, der beiden Protagonisten und der Familien der Opfer mit kraftvollen Bildern in den Fokus zu rücken. Leider schaffen es Villeneuve und Autor Aaron Guzikowski (Contraband), doch nicht gänzlich ihre Geschichte ohne Klischees und Fehler zu erzählen. Die konsequente Unfähigkeit der übrigen Polizei und die, zugegebenen wenigen aber dennoch frustrierenden, hollywoodbedingten Handlungsfehler mancher Figuren, sind hier nur zwei der Kritikpunkte. 

Wie bei einem Puzzle, ist es schlussendlich vom Spieler abhängig ob es Spaß macht oder nicht. Es hängt von der Fähigkeit des Zuschauers ab, ob man die offensichtlich präsentierten Hinweise in der Geschichte schnell zusammenzuführen kann oder bis kurz vor Schluss im Dunkeln tappt. Je nachdem, erreicht es „Prisoners“, das man entweder vor Spannung an den Sitz gefesselt ist oder man gezwungen wird, mit der eigenen Müdigkeit zu kämpfen, da man das Puzzle bereits eine Stunde früher beendet hat. Trotzdem bleibt „Prisoners“ ein bemerkenswerter Film, da Villeneuve es trotzdem schafft, mitreißende Wendungen zu präsentieren und den Film bis zum Ende packend in Szene setzt.

Fazit:
Die Zuschauer sind keine „Prisoners“ aber frei fühlt man sich auch nicht, da man von der gelungene Geschichte und den Leistungen von Jackman und Gyllenhaal gefesselt wird. Nicht makellos aber spannend. Am besten an einem kalten Herbst- oder Winterabend ansehen.

7,5 / 10

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