BG Kritik:

The Starving Games - Die Pute von Panem


von Michael Herbst

The Starving Games (2014)
Regisseur: Jason Friedberg + Aaron Seltzer
Cast:
Maiara Walsh

Story:
In der "The Hunger Games" Persiflage wird die junge Kantmiss Evershot (Maiara Walsh) dazu bestimmt, in die gefürchtete Arena der Starving Games zu gehen. Während sie sich darin um ihren weinerlichen Begleiter Peter kümmern muss, stößt sie auf die Avengers, Psy, die Expendables, einen Na'Vi, Angry Birds, die sprechende Orange und LMFAO...



80 Millionen Dollar. Disaster Movie mal außen vor gelassen, haben alle Jason Friedberg/Aaron Seltzer "Parodien" Date Movie, Fantastic Movie, Meine Frau, die Spartaner & ich und Beilight - Biss zum Abendbrot plus minus ein paar Zerquetschte weltweit genau diese Summe eingespielt. 80 Millionen Dollar ergibt ca. 10 Millionen Zuschauer, die jedes Mal dabei waren. Folglich gibt es eine riesige, treue Fanbase, die jeden dieser Filme frenetisch abfeiert.

Festhalten, denn The Starving Games könnte der vorerst essentiellste Friedberg/Seltzer geworden sein.

Nimm das, Movie 43!


Parodien sind ein schwieriges Feld. Jeder kann eine beliebte Filmfigur oder -szene nehmen und sie veralbern. Ein Batman mit Wackelohren, der Gangnam Style tanzt. Der Pate bei McDonalds, der ein Spar-Angebot anbietet, das man nicht ablehnen kann. Justin Bieber, der von einer Granate gesprengt wird. Wenn man es drauf anlegt, käme wirklich jeder, der mit Kultur im regen Austausch steht auf Ideen, was andere als witzig empfinden könnten. Das macht es umso spannender zu sehen, wie konsequent schlecht die Witze der selbsternannten Parodie-Experten Friedberg und Seltzer sind. Humor mag immer subjektiv empfunden werden, aber die Einfalls- und Niveaulosigkeit die sie bei all ihren Filmen regelmäßig an den Tag legen, zeigt eine Naivität und unbeirrbare Konsequenz. In ihrer neuen Hunger Games Parodie scheinen sie sich einmal mehr übertroffen zu haben, denn nie waren die gewählten Spoofs uninspirierter.

In einer Szene des Films kackt Katniss in den Wald. Die Zuschauer Panems, die das Geschehen per Videoleinwand verfolgen, reagieren angewidert mit einem "Puh" und zucken zusammen, als sie angestrengt stöhnt und laut furzt. Eine Geschmacklosigkeit, wie sie Friedberg und Seltzer lieben. Wenn gefurzt, gerotzt, gekackt, gekotzt wird, dann ist's für sie richtig. Der Film hat aber nicht nur solche Momente, sondern auch viele Absurditäten, die an Comedy-Klassiker wie Hot Shots 2 erinnern. So schießt Katniss beispielsweise mit Baguettes statt mit Pfeilen. Das hat schon mal geklappt, als Charlie Sheen mit einem Hühnchen schoss. Was Friedberg & Seltzer in solchen Szenen fehlt, ist alles, was Hot Shots 2 damals ausmachte. Starpower. Es war lustig, Charlie Sheen schießen zu sehen. Nicht nur, weil er Charlie Sheen war, sondern weil Sheen auch mal charismatisch war. Früher. The Starving Games konnte keine Stars für sich verbuchen. Der heutige Charlie Sheen, Lindsay Lohan, Paris Hilton, keiner von den typischen Trashkandidaten ist vertreten. Die einzigen "Namen" sind das Popduo LMFAO, die für 30 Sekunden auftauchen. Dann war Hot Shots 2 trotz Blödeleien eine ordentliche Produktion. Dieser ist optisch billigstes Indie-Projekt, wie von einer ambitionierten, aber mittels- und talentlosen Schüler-AG inszeniert. Dass den beiden noch immer das wichtige an gelungener, zeitloser Comedy fehlt - Timing - lässt sich nicht bestreiten. Als Witz im Witz ist es witzig, dass Hauptdarstellerin Maiara Walsh offenbar witzig sein könnte, wenn man sie denn ließe. So wie George Lucas Natalie Portman in seinen Star Wars Filmen Stuss stammeln ließ, darf Walsh sich grimmig durch die Peinlichkeiten der Handlung winden.

Hier für haben sie also Zeit, aber für Agents of S.H.I.E.L.D...


Die Handlung der Pute von Panem, wenn man sie denn so nennen kann, ist eng am Original gehalten, von daher gibt es hauptsächlich Späße über Suzanne Collins Werk und Figuren. Seneca Crane hat Werbung in seinen Bart rasiert, für die Armen aus Distrikt 12 gibt es eine angebissene Gurke zu gewinnen, Effie Trinkets Kopfbedeckung fällt ihr herunter, das Mädchen, das in Flammen steht geht tatsächlich in Flammen auf und Peeta ist ein tuntiger Schwuler, der weibisch kreischt und sich in einen Nazi verliebt. Sehr lustig. Seltzer und Friedberg greifen aber auch wieder in die Untiefen der Medien und verballhornen alles dazu, was ihnen sonst noch eingefallen ist. Katniss wird von einem Angry Bird getroffen, Gandalf und Thorin wollen einen Vierer mit Katniss und Peeta, die Avengers erscheinen um sie zu rekrutieren, fast gute Expendables Imitatoren (der Stallone ist gut getroffen) melden sich zum Dienst und dann graben sie noch einen Avatar Joke aus der Mottenkiste. Mit einer Lauflänge von ca. 70 Minuten gelingt den Machern das unglaubliche, denn ihr Film zieht sich. Ab der Hälfte ca. gehen ihnen sogar die schlechten Gags aus und man stützt sich auf die Handlung, die von sinnlosen Einschüben wie einer Tanzszene nasser Cheerleaderinnen unterbrochen wird.

The Hunger Games zu parodieren ist keine leichte Angelegenheit, spielt Collins' Geschichte doch bereits selbst stark mit satirischen Elementen wie in den Designs von Figuren wie Effie Trinket, Seneca Crane oder Caesar Flickerman zu sehen. Material für eine spitzfindige Persiflage bedürfte Fingerspitzengefühl, doch das haben Seltzer und Friedberg nicht. Sie haben weiterhin gar nichts, und wie es bei diesem neuen Film ausschaut, sehr viel weniger Geld für ihre Verballhornungen. Wenn sie schon weitermachen, und das werden sie, sollten sie sich jedoch von Young Adult Stoffen wie Hunger Games und Twilight entfernen und zurück zu ihren Movie Wurzeln. Das war auch schon scheiße, aber losgelöster.

Fazit:

Notgeiler, schamloser, billiger, billig inszenierter Parodientrash.

0 / 10
10 - Meisterwerk
8-9 - sehr gut
6-7 - gut
5 - mittelmäßig
3-4 - ausreichend
1-2 - miserabel
0 - Inakzeptabel
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