BG Kritik:

Rambo the Video Game


Hat BG vor 10 Jahren gegründet und seither eine Menge neuer Filme gesehen. War als Redakteur für GameStar und Gameswelt tätig.

Rambo the Video Game (USA 2014)
Entwicklungsteam: Teyon
Publisher: Reef Entertainment

Story: TEIL 1: Landstreicher John Rambo will einen alten Kriegskameraden besuchen, gerät dann aber unfreiwillig in einen kriegerischen Konflikt mit hinterwäldlicher Provinzpolizei. Die daraufhin einen Krieg erlebt, den sie nicht begreifen kann. TEIL 2: Rambo verschlägt es nach Vietnam, wo er Kriegsgefangene aus Kriegsgefangenenlagern herauskriegt. TEIL 3: Urlaub in Afghanistan, mit Panzern und viel, viel Krieg.

Auch lesen: unsere (sehr alten) Kritiken zu den Filmen 1-3 und 4, dann ab ins Forum und über Rambo 5 diskutieren. 600 Kommentare gibts schon, deiner fehlt noch.

Ein Gesicht zum Einschläfern.


Shooterspiele gibt es, also wieso nicht mal den großen Call of Duties trotzen und eins über den James Brown der cineastischen Handlangerdezimierung machen? RAMBO THE VIDEO GAME (ohne Doppelpunkt oder sonstigem Trennzeichen) ist nicht das erste Rambo Game, will aber scheinbar das ultimative sein. Wenn das so sein soll, muss man fragen: wieso behandelt es dann nur die ersten drei der vier Filme? Kommt 4 als Teil der Game of the Year Edition oder folgt gar Rambo the Video Game 2, nachdem Sly dann neben dem tatsächlich kommenden Rambo 5: Last Blood (!) noch einen sechsten gemacht hat? Vermutlich ein Rechteproblem, aber die Wahrheit scheint woanders begraben zu liegen. So potthässlich wie das Spiel aussieht, glaubt man sofort, dass es programmiert wurde bevor Sylvester Stallone überhaupt geboren war.

Heutzutage kann man nicht von jedem Spiel Höchstleistungsgrafik erwarten, auch wenn man nach Crysis und Far Cry mittlerweile schwer forstverwöhnt sein mag, aber das Rambo Spiel sieht etwa so fit und sportlich wie Richard Crenna heute aus. Texturen wie aus der Grabkammer, Licht- und Schatteneffekte mit PS2-Power und vor allem Rambo selbst sieht aus wie Lord Hackfresse vom Dienst. Es explodiert viel und man kann fast alles sichtbare kaputtschießen, jedoch mündet das immer in blockigen Grellstichen, physiklosen Gehampel und Augentraumata. Ohrenmäßig wird’s nicht besser. Stallone hat nichts neues für das Spiel eingesprochen.

Der Zenit der menschlichen Evolution: Rambo the Video Game. Und wir fragen uns, wieso Gott uns kein drittes Testament mehr schicken will.


Was gemacht wurde, sind Dialogfetzen aus den Filmen zu nehmen und sie gelegentlich einzustreuen. Trotz 6 Stunden Rambo 1-3 Material gibts allerdings alle paar Minuten die gleichen Rambo- und Trautman-Kommentare; der Praktikant, der die Töne raussuchen sollte, kann nicht mehr als zehn Minuten aufgebracht haben. Spielerisch gibt’s direkt zu Anfang einen gewaltigen Twist zu erleben, denn Rambo the Video Game ist ein Railshooter wie Die Hard Trilogy, das 1996 erschien. Selbst bewegen ist nicht, stattdessen laufen die Bewegungen automatisch ab und man muss lediglich auf aufpoppende Fratzen zielen. Das heißt im Klartext, Rambo the Moorhuhnjagd. Plus Quick-Time-Events, die hin und wieder unters Volk gemischt werden. 10 Sekunden Youtube-Recherche ergeben: Teyon stattete einfach ihren vorherigen Railshooter "Heavy Fire: Afghanistan" mit Rambo-Stirnband aus und verkauft uns das hier als neue Produktion.

„Stumpf“ beschreibt es also sehr mütterlich, denn die ohnehin schon stupideste Shootermechanik wurde aufs Tumbste reduziert. Ein Golden Retriever könnte das Spiel erfolgreich durchspielen. Obs denn trotz allem Spaß macht, das Rambo Game? Soldat, zum einen ist es erstaunlich kurz. Bevor man sich an der oft verbuggten Eintönigkeit sattgesehen hat und ans Deinstallieren denken mag, hat mans durch. Obwohl die Steuerung gar nicht mal so gut ist. Mit Maus ist die Sensibilität unpräzise, mit Gamepad trifft man trotz Zielhilfe so gut wie die Gegner: selten. Immerhin kann man gelegentlich einen Zeitlupenmodus aktivieren, bei dem Rambo kehlig huaaaargh ruft. Man ist demnach gut beraten drin, das Spiel zu zweit zu stemmen. Als Partner kriegt man sein eigenes Fadenkreuz zum Ballern, sodass Rambo einen unsichtbaren Kollegen hat. Wie alle Railshooter a la House of the Dead oder Virtua Cop macht das bei einigen Chips Spaß, und wenn dann auch noch Jerry Goldsmiths patriotischer Pfadfinder-Score einsetzt, leuchtet in dem ganzen Dschungelsud doch ein bisschen was blau.
Was Nerdität betrifft, volle Fehlanzeige. Keine freispielbaren Goodies, Extras oder sonstiger Schnickschnack, und kein bislang ungesehener Content in der Spielhandlung (abgesehen von der scheinbar geschnittenen Szene aus Teil 1, in dem Rambo statt keinen diesmal tonnenweise Polizisten niedermäht). In einem seperaten Trautman Modus kann man einige Spielabschnitte wiederholen um zusätzliche Waffen freizuspielen, aber die unterscheiden sich kaum von den übrigen.

Fazit:

Rambo the Video Game ist die Essenz sinnloser, billig produzierter Schnellschuss-Ballerei. Ist man schwer verwöhnt von dem vortrefflich produzierten, ansehnlichen und niveauvollen Alien: Isolation, ist der Rambo Railshooter Stop oder meine Mami schießt. Besser tüchtig Broforce oder Expendabros spielen und dazu die Goldsmith Mucke auflegen.

2 / 10
10 - Meisterwerk // 8-9 - sehr gut // 6-7 - gut // 5 - mittelmäßig
3-4 - ausreichend // 0-2 - gar nicht mal so gut

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