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KRITIK:

RED:
Retired, extremely dangerous


von Christian Mester.

RED (2010)
Regie: Robert Schwentke
Cast: Bruce Willis, Morgan Freeman, John Malkovich

>auch lesen: Mesters' Kritik zu Cop Out: Geladen und entsichert (2010)

Story:
Frank Moses (Bruce Willis) ist ein pensionierter CIA Geheimagent, der eines Abends Besuch von einem Black Ops Killerkommando bekommt. Routiniert kümmert er sich um die lästigen Angreifer, nur um überrascht festzustellen, dass es Leute der eigenen Seite sind. Die Message ist klar: da er zuviel weiß, soll er anscheinend ad acta gelegt werden. Er warnt sein altes Team: die schießwütige Victoria (Helen Mirren), den lässigen Joe (Morgan Freeman) und den wilden Paranoiker Marvin (John Malkovich)....

Die Queen greift zur Wumme

Kritik:
Bruce Willis in einer Action-Komödie? Das sollte eigentlich ein No-Brainer sein, ein Selbstläufer, allerdings enttäuschte uns Willis erst im April in einer solchen. In Kevin Smiths unsagbar unlustigem "Cop Out: Geladen und entsichert" ließ er sich ellenlang von einem Möchtegern-Axel-Foley nerven und gähnte sich durch eine völlig einfalls- und actionlose Handlung.

"R.E.D." (steht für "Retired, extremely dangerous" – pensioniert und extrem gefährlich) will es nun besser machen, da sein neuer Film mehr Action, mehr Comedy und bessere Nebendarsteller verspricht. Regie führt der Deutsche Robert Schwenkte, der mit Jodie Fosters Flugzeug-Thriller "Flightplan – Ohne jede Spur" und der kitschigen Zeitreise-Romanze "Die Frau des Zeitreisenden" bislang leider eher mittelprächtige Hollywoodauftritte gab. Ein schlechtes Omen?

True Story: Malkovich ist nur ein Jahr älter
als Willis

Die wohl schrägste Szene des Trailers ist die, in der die 65jährige Oscar-Gewinnerin Helen Mirren im Abendkleid am Stand-MG steht und entschlossen Autos zersiebt. Wird hier "Rambo 4" veralbert? So in etwa, denn "R.E.D." ist ein nicht ganz ernst gemeinter Actionfilm, der in erster Linie lustig sein will. Während die Action-Szenen immer nett, aber nie spektakulär ausfallen, ist der Film mit zahlreichen amüsanten Figuren und Comedy-Szenen gespickt, die vortrefflich sitzen und das Popcorn gleich doppelt schmecken lassen.

Schwenkte lässt den Film glücklicherweise nicht zur völligen Parodie verkommen und sorgt dafür, dass es zwar oftmals überzogen, aber niemals wirklich albern wird. Anstatt sich über Willis’ eigene Filme wie "Stirb Langsam" lustig zu machen, bleibt man stets respektvoll und spielt mit der Frage, ob ein Actionheld wirklich irgendwann ’zu alt für den Scheiß’ ist, wie Roger Murtaugh uns schon in den 80ern einbläuen wollet. Die eigentlich ernstere Comic-Vorlage von Warren Ellis und Cully Hamner bietet nun keine allzu einfallsreiche Handlung – hintergangene Agenten gab es schon zigmal zu sehen und echte Überraschungen bleiben auch dieses Mal aus – aber das alles spielt keine große Rolle, da der gesamte Film auf die versammelten Darsteller setzt. Mit Erfolg.

Für einen Actionfilm ist das Durchschnittsalter der ballernden Darsteller überraschend, denn im Schnitt ist man 61, selbst die obligatorisch zu rettende Geisel ist schon 46 Lenze alt. Das tut dem Film aber keinen Abbruch, da Schwentke jede Menge Hochkaräter auflaufen lässt, die selbst den schrägsten Figuren Charme und Stil verleihen. Im Grunde sind alle hervorragend, wobei vor allem Standard-Bösewicht Brian Cox als verliebter KGB-Agent und John Malkovich als exzentrischer Wahnsinniger in Erinnerung bleiben. Gut ist auch Karl Urban, der nächstes Jahr Sly Stallone als neuen "Judge Dredd" ablöst.

Gelassener nehmen es Bruce Willis und Morgan Freeman, die sich eher zurückhalten und normale Figuren spielen. Wie schon bei "Cop Out" bleibt Willis eher ruhig, ist aber sichtlich gut gelaunt und darf hin und wieder einige Actionszenen bestreiten, die es in sich haben und auf "Stirb Langsam 5" warten lassen. Die Sahne des Kuchens ist dann Mary-Louise Parker, deren Love-Story mit Willis zum Glück klein gehalten wird, dafür immer wieder niedlich sein darf. Dass die Handlung nicht viel hergibt, ist also nicht weiter schlimm, da die Protagonisten darüber hinweg sehen lassen.

"R.E.D.s" größtes Problem ist seine Laufzeit, denn mit 110 Minuten ist er gefühlte zehn bis fünfzehn Minuten zu lang. Immer wieder kommt es zu kleinen Durchhängern, denen ein kürzerer Cut besser getan hätte. Besser könnte auch das Finale sein, das nach diversen Highlights eher mager ausfällt und den Film nicht auf der guten Note beendet, die er verdient hätte.

Da es primär eine Komödie ist, sollte man sich unbedingt zunächst den Trailer ansehen, damit man sich darauf einrichten kann, ob man die sehr spezielle Art des Humors mag. Kann man über einen grimmigen John Malkovich lachen, der mit einer umgeschnallten Bombe hinter seinen Gegnern herläuft, sollte einen nichts aufhalten.

Fazit:
"R.E.D." ist der "The Expendables" der Action-Komödien. Die Action wird zwar nie ganz so spektakulär, dafür kontert "R.E.D." mit toller Besetzung und jeder Menge gelungener Selbstironie. Eine nette Überraschung, die Spaß macht und die Wartezeit auf "Stirb Langsam 5" angenehm verkürzt.

7 / 10
10 - Meisterwerk
8-9 - sehr gut
6-7 - gut
5 - mittelmäßig
3-4 - ausreichend
1-2 - miserabel
0 - Inakzeptabel

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