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KRITIK:

REPO MEN


von Christian Mester

REPO MEN (2010)
Regie: Miguel Sapochnik
Cast: Jude Law, Forest Withaker

Story:
Remy (Jude Law) ist Schuldeneintreiber der besonderen Art: er holt sich unbezahlte Organspenden zurück, auch wenn das in den meisten Fällen bedeutet sie aus den Körpern ihrer noch lebenden Besitzer zu schnippeln (repo von repossession – zurückholen). Alles läuft gut, bis er eines Tages selbst schwer verletzt – und damit zum Organkunden wird. Natürlich kann er das Luxusgut nicht bezahlen und wird alsbald zum neuen Auftrag seiner Kollegen…

Law ist Weihnachten 2011
wieder Dr. Watson

Kritik:
"Repo Men" (nicht zu verwechseln mit der Emilio Estevez Komödie "Repo Man") klang im Vorfeld eher recht langweilig, ließ dann jedoch aufhorchen, als der erste unterhaltsame Trailer zum Film erschien. Die Vorschau machte den Anschein eines reichlich blutigen, aber auch witzigen Actionfilms mit böser Note. All das trifft mehr oder weniger auch auf das Endergebnis zu, leider nicht ganz in dem Maß, das man sich vielleicht wünschen würde.

Blutig ist "Repo Men" zur Genüge. Ohne Skrupel schneiden Remy und sein bester Freund Jake (Forest Withaker) anderen Leuten die lebenswichtigen Organe aus dem Leib und haben sogar noch ihren Spaß dabei. Law als auch seine späte Partnerin (Alice Braga) stecken nachher sogar im wahrsten Sinne des Wortes bis zum Ellbogen in der Blutsuppe, womit "Repo Men" dem ein oder anderen Besucher zuweilen zu graphisch sein könnte.

Liev Schreiber wäre in X-MEN ORIGINS: WOLVERINE II
gern wieder als Sabretooth dabei

Dass es hier auf kein Blutbad wie bei dem französischen Blutgruppenaustausch "Inside" hinausläuft, liegt an der Tatsache, dass "Repo Men" in erster Linie auf Thrill aus ist und sein Thema mit Action und Späßen bearbeitet. Viele Momente werden mit lustigen Sprüchen oder absurden Situationen aufgelockert und da findet sich auch schon das erste, richtig große Problem. Sowohl Action als auch der Humor kommen auffällig zu kurz. Die wenigen Actionszenen überzeugen trotz kleinen Rahmens (eine "Old Boy"-eske Flurkeilerei schmeckt), kommen aber wesentlich zu knapp vor. Nach gelungenen 20-30 Minuten bricht der Film plötzlich mit seinem Tempo und ist bis zum wieder actionreichen Finale dröge und vorhersehbare Selbstsuche. Erst am Schluss geht es wieder ordentlich zur Sache, auch wenn eine eingesetzte Überraschung den Saal relativ deprimiert verlassen lässt.

Insgesamt ist "Repo Men" kein völliges Versagen, was hauptsächlich an der versammelten Schauspielschaft liegt. Law und Withaker sind wie immer charismatisch und harmonieren bestens miteinander; als schleimiger Bürokrat darf Liev Schreiber mal wieder seine spezielle Ader für unterhaltsam unsympathische Mistkerle ausleben. Braga hingegen fällt etwas ab, bildet aber noch kein Schlusslicht. Das übernimmt die eigentlich begabte holländische Schauspielerin Carice van Houten ("Black Book"), die in einer undankbaren, einsilbigen Nebenrolle zur banalen Lachfigur wird.

Die Regie von Neuling Miguel Sapochnik ist insgesamt solide, auch wenn man kaum zu sehen bekommt, wieso der Film 12 Millionen Dollar mehr als der konzeptionell ähnliche Equilibrium gekostet hat. Verglichen mit dem kürzlich veröffentlichten, inhaltlich nahezu gleichem "Repo: The Genetic Opera" (hierzulande nur auf DVD erschienen) ist natürlich der größte Unterschied, dass "Repo Men" ein eher typischer Thriller und "Repo" ein Musical mit Dauergesang ist; allerdings ist "Repo" trotz einem Viertel des Budgets bildlich weitaus interessanter, da gewagter, kreativer. "Repo Men" will ernster sein, hat aber trotz eingesetzter Ernsthaftigkeiten keine wirklich größere Tiefe als das Goremusical. Das ist schade, denn die Zukunftsvision einer derartigen Kredit-Krankenhausgesellschaft bietet mehr als genügend Stoff für beängstigende, tiefergehende Überlegungen und moralische Fragen. "Repo Men" behandelt all das eher oberflächlich, ohne gleichzeitig den reinen Popcornunterhaltungsspaß auszubauen.


Fazit:
Der neue Law ist kein Kinopflichtfilm, aber einen späteren Blick wert. Interessant wäre, sofern man ein Ohr für Gothrock hat, eine Doppelvorstellung mit "Repo! The Genetic Opera".

5 / 10
10 - Meisterwerk
8-9 - sehr gut
6-7 - gut
5 - mittelmäßig
3-4 - ausreichend
1-2 - miserabel
0 - Inakzeptabel


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