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KRITIK:

RESERVOIR DOGS


von Christian Mester

RESERVOIR DOGS (1992)
Regie: Quentin Tarantino
Cast: Harvey Keitel, Michael Madsen

Story:
Es sollte ein typischer Coup werden: eine Gruppe krimineller Individuen (darunter Michael Madsen, Tim Roth, Quentin Tarantino, Steve Buscemi) beschließt eines Tages, einen Juwelenladen auszurauben. Natürlich läuft das Ding schief und während die Überlebenden nach und nach beim vereinbarten Treffpunkt wieder eintrudeln, fragen sie sich, ob einer von ihnen ein Verräter ist…

RESERVOIR DOGS lief in den USA in nur
60 Kinos an - der Film wurde erst später zum Hit

Kritik:
1992 feierte Quentin Tarantino seinen geschichtsträchtigen Einstand als Filmemacher. Der rund eine Million Dollar günstige Independent-Streifen „Reservoir Dogs“ beeindruckte sämtliche Kritiker und machte QT im Handumdrehen zu einem der auffälligsten Jungtalente Hollywoods: der glanzvolle Erstauftritt eines der markantesten Filmemachers unserer Zeit.

Die Grundpfeiler seiner Gangsterstory sind gewöhnlich, die Art wie sie erzählt wird, jedoch nicht. QT zerschnippelt seinen Film in verschiedene Erzählpassagen, in denen vom Treffpunkt aus rückblickend immer wieder gezeigt wird, wie sich einzelne Bandenmitglieder auf den Überfall vorbereiteten.

2006 erschien ein Videogame zum Film,
das allerdings gewaltüberladen und verbuggt unterging

Auffällig ist die Art, wie Tarantino – der im Film selbst eine kleine Rolle hat – Gespräche inszeniert. Nicht nur, dass die Unterhaltungen der Filmfiguren den gesamten Film dominieren und die Handlung in ausgiebig langen Momenten oftmals einzig voranschreiten lassen, ist der Austausch der Figuren relativ ungewöhnlich eingefangen. Es gibt überraschend wenig Nahaufnahmen und Schnitte. Starre und oftmals entfernte Aufnahmen verleihen den Eindruck, mit dabei zu sein. „Reservoir Dogs“ wirkt technisch wenig cineastisch, schlägt das jedoch durch Script, Schauspiel und Regie. Die Gespräche der Gangmitglieder sind das, was man mittlerweile wohl typisch Tarantino nennt: oftmals ausufernde Erzählungen, sowie schimpfwortlastige Fluchereien.  


Auch wenn es teilweise ins Abstruse abdriftet, sind alle diese Gespräche äußerst gelungen. Die geführten Dialoge sind so gut, dass man die Rahmenelemente des Films vollkommen vergisst. Es fällt kaum auf, dass man den eigentlichen Überfall nicht zu Gesicht bekommt und die meiste Zeit über im Prinzip bloß Unterhaltungen in einer Lagerhalle sieht. Quentin schafft dies sowohl mit Hilfe seiner eigensinnigen Dialogsszenen, als auch mit den speziellen Talenten, die er für diese engagieren konnte. Steve Buscemi, Michael Madsen, Tim Roth (der Abomination aus „Der unglaubliche Hulk“) und Harvey Keitel brillieren als abgebrühte Knochen, die jeweils auf eigene Art dazu beitragen, dass „Reservoir Dogs“ zu Recht zum Kulthit wurde. Dass alle beteiligten schnieke Anzüge tragen und coole Namen besitzen, trug dazu natürlich bei.

Ein weiteres Highlight des Films, das nachfolgend Stilmittel jedes deftigen Tarantinos werden sollte, ist die Musik. QT greift in die Altkleiderkiste und nutzt diverse Songs aus den 70ern, die in vielen Momenten effektiv zum Einsatz kommt und dem Film eine Coolness verleiht. Letzten Endes ist „Reservoir Dogs“ auch noch überaus spannend – über lange Zeit weiß man nicht, wer der Spitzel ist. Tarantino spielt geschickt mit den Erwartungen und lässt mitraten. Ist die Katze dann aus dem Sack, ist man gespannt, wie das blutige Szenario anschließend zuende geht. Das Ende? Mehr als befriedigend.

Fazit:
„Reservoir Dogs“ ist ein zeitloser Klassiker: cool, spannend, eigensinnig, toll gespielt und mit bestechend eigener Note.

9 / 10

10 - Meisterwerk
8-9 - sehr gut
6-7 - gut
5 - mittelmäßig
3-4 - ausreichend
1-2 - miserabel
0 - Inakzeptabel


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