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KRITIK:
Resident Evil 4: Afterlife
von
Christian Mester
RESIDENT EVIL:AFTERLIFE (2010)
Regie: Paul WS Anderson
Cast: Milla Jovovich
Story:
Inmitten der noch immer andauernden Zombie-Epidemie
hilft Ex-Mutantin und Elite-Kämpferin Alice (Milla
Jovovich) ihrer Freundin Claire (Ali Larter) und
anderen Überlebenden dabei, Untoten,
überdimensionalen Henkern und Neo... Umbrella
Oberbösewicht Albert Wesker (Shawn Roberts) zu
entkommen.
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1 hieß vorerst RE: GROUND ZERO, 2 erst RE:
NEMESIS,
3 erst RE: AFTERLIFE |
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Kritik:
Spätestens vor sechs (!)
Jahren sollte jedem Fan der Spiele klar geworden
sein, dass die laufende Filmreihe niemals mehr das
werden würde, was man sich eventuell mal gewünscht
hatte. Die aktuellen Verfilmungen halten nichts von
Horror; es ist synapsenlose Mainstream-Action, die
auf Kreaturen, Karate in deren Gesichter und
Kurzweil setzt, dadurch überaus erfolgreich ist*,
und, mag man das, damit sogar recht unterhaltsam
sein kann.
Jetzt könnte man erst ausufernd herleiten, wie die
Filme 2002 mal angefangen sind und dass der erste
noch halbwegs spannend, die anderen dann nur noch
Slow-Motion Kampfkappes mit einer wenigstens stets
sehenswerten Milla Superstar waren, die spektakulär
monströse Umbrella-Unholde wie
Tentakelwissenschaftler, mutierte Minigunmonster und
Superzungenechsen in Grund und Boden stampfte, aber
im Grunde weiß man all das längst. Wichtig ist jetzt
zu wissen, dass 4 reihengetreu qualitativ an
derselben Stelle unten weiter macht, wo 3 endete.
*Nimmt man's genau, hat sich die Spielereihe
imitierend in dieselbe Richtung bewegt. 2005 nach
Film 2 kam "Resident Evil 4" und beinhaltete als
erstes Spiel der Reihe keine starre Kamera mehr,
setzte auf Action und Quick-Time-Events; der
Nachfolger kam 2009 und setzte noch stärker auf
Action. Dazu gleich noch mehr.
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Nummer 5 ist bereits
in der Mache |
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Weiß man, dass der Autor aller vier Teile mal den
ersten, Besten der Reihe gedreht hat, könnte man
glatt annehmen, dass eine Rückkehr als
Verantwortlicher nach zwei schlechteren Regisseuren
wieder Besseres erwarten lassen sollte. Schön
weitergeträumt, denn einen merklichen Wechsel oder
Unterschied merkt man nicht. "Resident Evil 4:
Afterlife" sieht schick aus, aber selbiges konnte
man auch schon über den dritten sagen. Über den
konnte man zudem auch sagen, dass dessen Handlung
Mumpitz war, er vollkommen spannungs- und
emotionsfrei war, alle Nebenfiguren außer
Ninja-Milla langweilig und uninteressant waren, er
außer kurzweiligen Kampfszenen nichts zu bieten
hatte und die verwendeten, bekannten Sachen aus den
Spielen nett, aber vollkommen ungenutzt blieben. Bei
4 ist es genau so.
Wieder macht's anspruchslosen Spaß, Alice bei
unsinnigen, unrealistischen, überzogenen
Actionszenen zuzusehen und einige Sachen wie der
Drei-Meter Axtmann Axeman oder der Agent Smith / Neo
Hybrid Albert Wesker haben goofigen B-Movie Charme,
aber man müsste sich wie ersterer schon selbst einen
Sack aufsetzen und sich diesen mit Nägeln im Gesicht
festtackern, um die zahlreichen Schwächen zu
übersehen.
Das Script ist erneut Mist, und das, obwohl so
vieles mit so leichten Änderungen zu verbessern
gewesen wäre. Anstatt sich einmal an interessanten
Charakteren zu versuchen, wird wieder jeder zum
belanglosen Nullvektor, mit Konflikten, die keinen
Effekt haben und zu nichts führen. Milla ragt als
einzige heraus - dieses Mal sogar wortwörtlich in
feinstem James Cameron 3D, das den Film selbst
übrigens so sehr aufwertet, dass man dafür unten
noch zwei Punkte draufrechnen darf - und darf in
Kampfszenen erneut als Superkampfamazone überzeugen.
Der einzige andere wirklich markante Charakter ist
Matrix-Agent Neo Smith, oder besser gesagt Albert
Wesker, der eine vercoolte Mischung aus besagten
beiden Matrix Figuren ist*. Seine Coolness ist
allerdings nicht so schlecht wie die aufgesetzte in
"Resident Evil 2: Apocalypse"; sie ist noch
schlechter und damit wiederum auf dem herrlich
amüsanten Niveau eines M Bison aus "Street Fighter -
Die entscheidende Schlacht".
Dass dieser als erster in 3D gedreht wurde, macht
filmisch vor allem einen großen
Unterschied aus: öfter als sonst wird Zeitlupe
benutzt, um zu zeigen, wie Ninjasterne, Riesenbeile
und Kugeln in die Kamera fliegen. Das nervt auf
Dauer, ist aber zumindest immer noch erträglicher
als hakelige Erdbeben-Kamera ala
"The Expendables". Auch wenn es hier
unrealistische und überzogene Action darstellen mag
- man weiß immer, wer was wann wie und wo macht.
Warum, nicht unbedingt, denn da klaffen leider
gewaltige Logiklöcher im Script.
*Ironischerweise ist die wahrscheinlich albernste
Szene des Films, ein Matrix-ähnlicher Kampf mit
Endgegner Albert Wesker, 1-1 aus dem letzten Spiel
übernommen und somit absolut vorlagengetreu. Auch
ominös rot leuchte Käferemblene, die zwei der
Figuren an die Brust geheftet werden, um sie damit
zu vergiften und kontrollieren, sind aus dem Spiel.
An dieser Stelle lässt sich also mal nicht
kritisieren, dass die Macher sich nicht nah genug an
der Vorlage halten. Dass es jedoch unverändert
übernommen wird, hilft ihm wiederum auch nicht.
Fazit:
Wie immer, eigentlich. Albern, hirn- und
spannungsfrei, schick, teilweise interessant, in 3D
recht spektakulär, angenehm kurzweilig und wie immer
komplett verschenktes Potential. Wer die bisherigen
Filme mochte, der wird auch diesen mögen, wer nicht,
kann sich wenigstens am James Cameron 3D ergötzen.
Interessiert einen das nicht, fortbleiben.
3,5
/ 10
10 - Meisterwerk
8-9 - sehr gut
6-7 - gut
5 - mittelmäßig
3-4 - ausreichend
1-2 - miserabel
0 - Inakzeptabel
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