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Kritik:
Riddick


von Christian Mester

Riddick
(2013)
Regisseur: David Twohy
Cast: Vin Diesel, Katie Sackhoff

Story:
Nach einem Verrat an ihm ist Riddick (Vin Diesel) nicht mehr König der Necromonger, und erneut Nomade auf einem trostlosen Planeten. Gleich zwei Einheiten von Kopfgeldjägern erscheinen kurz kurz darauf, die des ruppigen Santana (Jordi Molla) und die des professionellen Johns (Matt Nable), die seinen Kopf verlangen. Natürlich dauert es nicht lange, bis alle anwesenden Horste merken, dass sie ganz große Horste sind.

Kritik:
Ha! "Riddick" beweist schon mal, dass Vin Diesel hinter den Namensverirrungen der ganzen Fast Filme stecken muss. In einer Welt, in der der vierte Teil von "The Fast and the Furious" "Fast & Furious" heißen kann, heißt die Fortsetzung von "The Chronicles of Riddick" natürlich Riddick - wie auch sonst? Er war's also die ganze Zeit.

Jedenfalls, wenn man Pitch Black und Chronicles noch nicht kennen sollte, muss man die auch nicht mehr vorher gesehen haben. Der Film ist ein Actionstreifen, den man wohl am ehesten mit dem kürzlich erschienenen "Lockout" vergleichen sollte. Viele Sprüche, ein paar Kämpfe, jede Menge miese Kerle, ein unbezwingbarer Antiheld, der natürlich eine Frau retten darf, eine drohende Katastrophe, ein bisschen Blut, und alles in einer harmlosen Leichtigkeit präsentiert. Der Film ist demnach weitab von der Härte eines Blade, lässt sich trotz dummer Sprüche und einfachen Tönen aber auch lange nicht mit dem Dumpfsinn eines RIPD vergleichen.

Kennt man die ersten Filme, darf man sich von Chronicles' schickeren Elementen verabschieden. Passt ohnehin, da die meisten Fans des Furyaners den ersten Teil viel lieber mögen. Regisseur Twohy und Diesel machen den neuesten somit zu einem Film, wie er nicht passender neben Pitch ins BD-Regal passen könnte. Wieder geht es auf einen Farbfilter-Planeten, auf dem fiese Monster regieren. Waren es im ersten Film noch Kreaturen der Nacht, wobei dann zufälligerweise eine Sonnenfinsternis aufkam, sind es im neuen Wasserkreaturen, die mit Spaß einem gewaltigen Monsunregen entgegen sehen. Wieder dreht sich das meiste um eine Flucht vom Planeten, und wieder ist Riddick der Antagonist für die meisten anderen. Nur, dass man dieses Mal von Anfang an auf seiner Seite steht und die Jäger alles Armleuchter sind.

Vom Szenario und Ablauf her ähneln sich die beiden Filme, aber als Fan des ersten muss man schon einen gewissen Kompromiss eingehen. Da die Katze aus dem Sack ist und Riddick nicht mehr länger der geheimnisvolle eventuelle Unmensch ist, dem man vielleicht, aber vielleicht auch nicht trauen kann, streicht Twohy die Atmosphäre, Pitch hatte einiges an Spannung, "Riddick" keine mehr. Da bedient er sich des Tons des zweiten Films, in dem Riddick von Anfang an der Antiheld war und man Spaß haben soll, wie er diverse Umstände meistert und stets jedem überlegen ist, egal ob Lavaplaneten oder den Space-Hammeriten.

Auch wenn sich die Experten schon arg dämlich verhalten, macht es dennoch großen Spaß zu sehen, wie Riddick mit ihnen spielt. Schwächer wird es dann im letzten Drittel, in dem mit dem Regen Monster kommen, bevor es in einem sehr gewöhnlichen Finale endet.

Insgesamt darf man voll zufrieden sein, wenn einem "mehr Pitch Black" so schon genügt. Wer mehr über Riddick erfahren will, etwa, was ein Furyaner alles so anders kann als ein Mensch (nicht die Nachtsicht, die hat er in einem Gefängnis künstlich eingesetzt bekommen), wieso er unbedingt zum Heimatplaneten zurück will, wie dieser aussieht, oder wofür das B. in Richard B. Riddick steht, keine Chance. Twohy verrät trotz 100 neuer Minuten mit dem Babynator nichts neues über diesen, außer vielleicht, dass er Interesse an Frauen hat. Oder auch nicht. Jedenfalls kündigt er einer Frau an, sie "wie noch nie flachzulegen", nachdem... er kurz davor aber noch von weiblichen Geschenken aus seiner Zeit als König erzählt, mit denen er so gar nichts anfangen konnte. Als Fan des zweiten Films darf man also gewurmt sein, dass man nichts neues aus Riddicks Welt zu sehen bekommt, und auch, dass Riddicks Zeit als Necromongerkönig, die im letzten Film einen echten Cliffhanger darstellte, so schnell beiseite gelegt wird.   

Seinen besten Abschnitt hat der Film im ersten Drittel, in dem Riddick strandet und sich schwer verletzt gegen Hyänen-Zebras, Geier und Stachelmonster beweisen muss. Den primitiv wirkenden Klotz bei seiner flinken Arbeit zuzusehen, macht neugierig, egal ob man die anderen Filme schon kennt oder nicht - hier ist auch der Sci-Fi Aspekt noch am stärksten, da man nicht weiß, was die Gegend noch so zu bieten hat, und nach dem Film will man gar sein eigenes Hyänen-Zebra.

Der Film ist rundum recht gut gemacht, aber so wirklich rund ist nicht alles. Der Score ist gut und die Grafiker der Kreaturen und Hintergründe haben sich die Hände blutig gemalt, aber von der Effektkomposition her sieht "Riddick" oft sehr billig aus, wie eine in der Neuzeit gedreht Star Trek TOS Folge, mit offensichtlichen kleinen Sets und einer Greenscreen, die man fast wackeln sehen kann. Ernsthaft, das Auftauchen eines Gorn im Gummi-Anzug würde nicht überraschen. Die Tiere, die mit Diesel agieren, sind meistens aus dem Computer, aber unecht wirkend, worauf man sich durchaus einlassen muss. Die Schauspieler... manche der Soldaten sind so schlecht, als spielten sie in Command & Conquer oder Wing Commander Zwischensequenzen, und "Starbuck" Katee Sackhoff kriegt die knallharte Söldnerin nur in manchen Einstellungen hin; in anderen überspielt sie arg. Diesel steckt sie alle in die Tasche, mit einer Rolle, die einem Dom Torretto zwar ähnlich ist, die aber so eigen ist, dass sie es schafft, den ganzen Film zu tragen, selbst wenn sie verschwindet und nur noch aus dem Hinterhalt droht, und man mit den Deppen alleingelassen wird. Regisseur Twohy ist weiterhin nicht richtig gut - man denke, was ein richtig guter Regisseur mit der Figur Riddick anstellen könnte - für einen "neuen" Pitch Black macht er's aber noch gut genug.

Fazit:
Der Film ist durchaus... gut, aber man muss keine Nachtsicht haben, um zu sehen, dass alles hauptsächlich Vin Diesels Charisma in der Rolle zu verdanken ist. Ohne Riddick wäre "Riddick" trashig wirkende Low-Budget Action, glücklicherweise hat "Riddick" also einen Riddick, und der macht immer Spaß. gerne auch noch in weiteren Filmen.

6 / 10
10 - Meisterwerk
8-9 - sehr gut
6-7 - gut
5 - mittelmäßig
3-4 - ausreichend
1-2 - miserabel
0 - Inakzeptabel 

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