BG Kritik:

The Ridiculous 6


Hat BG vor 10 Jahren gegründet und seither eine Menge neuer Filme gesehen. War als Redakteur für GameStar und Gameswelt tätig.

The Ridiculous 6 (US 2015)
Regisseur: Frank Coraci
Cast: Adam Sandler, Terry Crews, Harvey Keitel

Story: Als der bei Indianern aufgewachsene White Knife (Adam Sandler) seinen Vater kennenlernt, und der aber kurz darauf von einem Gangster (Danny Trejo) entführt wird, fasst das Nullblut einen Plan: er will Diebe und Halunken überfallen und so ein Lösegeld zusammenklauben. Auf seiner Suche lernt er dabei zufällig fünf Halbbrüder kennen, die alle einen an der Klatsche haben…

Sandler sattelt für Netflix auf.

Yeeeeha, da kommen noch 3 andere Filme


Für den vermutlich erfolgreichsten US-Comedian der letzten 20 Jahre lief es zuletzt nicht mehr ganz so heldenhaft, denn der einstige Kassenmagnet schoss mit dem Chaos-Dad und dem Cobbler gewaltig daneben, und auch Urlaubsreif und Pixels versagten zumindest in den Staaten. Ein Plan B musste her, und so griff Sandler zu, als ihm die VOD-häute von Netflix einen Exklusiv-Vertrag anboten. Dieser ist demnach der erste von insgesamt 4 Sandler Filmen, die das Kino überspringen und direkt auf Netflix starten werden. Neues Studio, neues Umfeld, neue Regeln, neue Möglichkeiten?

Mit The Ridiculous Six, der vom Titel her klar das dumme Geschwisterchern von The Magnificent Seven und The Hateful Eight sein soll, hätte Sandler sich ja wieder zurück an die Saloontheke kämpfen können. Und siehe da, ein paar Sachen hat er tatsächlich realisiert. Nach unsäglich witzarmen Filmen wie Urlaubsreif oder den beiden Kindsköpfen hat sein neuester ein Arsenal wie Franco Nero’s Django, das heißt, es gibt Gags ohne Ende. Das ist der erste Sandler seit Langem, der mal wieder spürbar Leben in sich hat. Als wenn die Beteiligten ausnahmsweise mal wieder Lust gehabt hätten, einen richtig unterhaltsamen Film zu machen.

2016 gibts ein Die Glorreichen Sieben Remake


Humor ist bekanntlich subjektiv, jedoch sollte man für diesen Sandler ein dickes (Bären)fell mitbringen. Sandler und Coraci setzen hier auf Geschmacklosigkeiten und totale Blödelei, womöglich geschmackloser und blöder denn je. Das ist manchmal untragbar, manches Mal aber auch schon wieder so blöde, dass man drüber grinsen muss. So spielt Taylor Lautner mehr oder weniger Simple Jack, und baumelt als solcher in einer Szene vergnügt am Galgen hin- und her, als wärs ein Heidenspaß. Apropos Lautner: einen Teil seiner Kurzweiligkeit verdankt der Sandler-Western seinem immensen Cast. Neben den üblichen Sandler-Buddies Terry Crews, Rob Schneider und David Spade sind mit dabei: Jon Lovitz, Hurley von Lost, Harvey Keitel, John Turturro, Nick Nolte, Steve Zahn, Will Forte, Danny Trejo, Steve Buscemi, Luke Wilson und Vanilla Ice als rappender Mark Twain. Keiner von ihnen hat sonderlich nennenswerte Szenen, aber man sieht ihnen an, dass sie Spaß am Dreh hatten, und das steckt an.

Schade ist, dass der Film trotz allem relativ wenig Originelles aus dem Westernmotiv macht, geschweige denn an große Filme des Genres erinnert. Sandler selbst versucht mit harter Miene und ständig zugekniffenen Augen auf den Mann ohne Namen zu machen, überspielt es aber nicht stark genug, dass die Granitmimik je richtig lustig würde. Dafür macht er lauter Faxen mit Messern und „mystischem Scheiss“, der immer mal wieder amüsant ausfällt. Tatsache, der Mann ist sichtlich wach und bei der Sache, was ja nicht immer der Fall war. Bedeutet Ridiculous 6 also eine Umkehr für Sandler? Fragwürdig, aber vielleicht belebt ihn der Spaß mit den ausgefallenen Sets genug, dass er in Zukunft mehr solche Sachen wagt und wegrückt von faulen Familienkomödien, an denen er offensichtlich selbst keinen Spaß hat. Die Ridiculous 6 werden sicher nicht lange durch Gedächtnisse reiten, aber wenigstens ist mal ansatzweise was gerettet worden.

Fazit:

Kein großer Lassowurf, aber wenn man Sandlers generelle Art mag und man ohnehin eher wenig erwartet, eine passable Runde. Besser als A Million Ways to Die in the West, und sicher kein Stück schlechter als einer der Lieblingsfilme des Landes: Der Schuh des Manitu.

4 / 10
10 - Meisterwerk // 8-9 - sehr gut // 6-7 - gut // 5 - mittelmäßig
3-4 - ausreichend // 0-2 - gar nicht mal so gut

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