BG Kritik:

Robocop


von Marco Steimels -> Starblight.de besuchen

RoboCop (USA, 2014)
Regisseur: José Padilha
Cast: Joel Kinnaman, Michael Keaton, Samuel L. Jackson, Gary Oldman

Story:
Im Jahre 2028 kämpft die Polizei von Detroit gegen die hohe Verbrecherrate. Bei einem Attentat wird Polizist Alex Murphy lebensgefährlich verletzt und von Omnicorp mit einem neuen Cyborg-Körper ausgestattet. Als RoboCop bekämpft er nun Verbrechen und Korruption...



Momentan scheint es ein Trend zu sein, Sci-Fi Filme der 80er mit Remakes wiederzubeleben. Neben Dredd und Total Recall widerfährt dies nun auch dem einst indizierten RoboCop, welcher damals von Paul Verhoeven inszeniert wurde und mit seiner Brutalität und Satire auf sich aufmerksam machte. Früh schon wurden die ersten Zweifel laut, sei es durch das abgeänderte Aussehen von Murphy/ RoboCop oder auch jüngst durch die FSK 12 Freigabe. Eins kann man ganz klar sagen, Regisseur José Padilha drückt dem RoboCop seinen eigenen Stempel auf und hebt sich in einigen Belangen vom Original ab und das ist nicht zwingend etwas schlechtes.

Tot oder lebendig, du kommst mit mir


Der Film nimmt sich Zeit, den Polizisten Alex Murphy (Joel Kinnaman) vorzustellen. Der Zuschauer erfährt, dass er undercover gegen korrupte Kollegen ermittelt und kurz vor der Lösung des Falls steht. Deswegen muss Murphy aus dem Weg geräumt werden, jedoch überlebt er das Attentat schwerstverletzt. Währenddessen sucht die auf Robotertechnologie spezialisierte Firma Omnicorp nach Möglichkeiten, den robophoben Amerikanern den Einsatz von Polizei-Robotern schmackhaft zu machen um den Umsatz erheblich zu steigern. Omnicorp überredet Murphys Frau (Abbie Cornish), ihren Mann vor dem Tod zu bewahren, indem sie ihn in die Obhut der dubiosen Firma übergibt.

Als Alex erwacht, sieht er sich erst durch die neue Situation überfordert, stimmt aber letztendlich zu, wieder als Polizist und als gefeiertes Pilotprojekt seinen Dienst anzutreten. Durch seine Menschlichkeit ist er seinen Schöpfern allerdings nicht so effektiv wie gewünscht, weshalb man seine Emotionen deaktivieren lässt um so den perfekten Roboter-Mensch Hybriden zu schaffen.

Der neue ED-209: für 'nen Dollar mitnehmen?


Der Brasilianer José Padilha bringt uns einen neuen, frischen und massentauglichen RoboCop, zeigt sich aber respektvoll gegenüber den Fans des Originals. Die 2014er Version bietet viele großartig inszenierte Actionszenen und einen realitätsnahen Look, ohne auf hochentwickelte technische Gadgets zu verzichten. Das neue Aussehen des Protagonisten scheint anfangs gewöhnungsbedürftig, ist aber sinnvoll eingesetzt und zeigt uns einen moderneren und agileren RoboCop. Fans des Originals schätzten die kompromisslose Brutalität und den satirischen Ton, doch auch die Neuauflage kommt mit dieser Mischung daher, allerdings in etwas subtileren Portionen. Wenn Samuel L. Jackson im Film als Moderator Pat Novak darüber spricht, wie großartig doch die USA sind, kann man dies sehr wohl mit einem großen Augenzwinkern sehen und auch mit Waffengewalt wird nicht gegeizt.

Letzter Punkt lässt sogar an der Entscheidung der FSK, dem Film eine Altersfreigabe ab 12 zu geben, zweifeln. Eine ED209 Einheit eröffnet beispielsweise das Feuer auf einen Jungen und Alex Murphy schießt einem Flüchtigen in den Rücken. Weiterhin wird in einer Szene eine Art Counter eingeblendet, der die eliminierten Gegner aufzählt. Die Gewalt wird zwar meist nicht so explizit gezeigt, ist aber durchaus präsent und hätte definitiv eine höhere Freigabe gerechtfertigt.

Auch der Cast ist mit großen Namen wie Gary Oldman als Wissenschaftler, Michael Keaton als Vorsitzender der geldgierigen Omnicorp und Samuel L. Jackson gut besetzt. Joel Kinnaman als Murphy / RoboCop ist ein sympathischer Kerl, der die vorgegeben Wechsel zwischen ehrlichem Polizisten und gefühlskalter Maschine ausreichend verkörpern kann. Für Sympathiepunkte sorgen diverse Anleihen an den 1987er RoboCop und das Ende lässt den Zuschauer mit einem Grinsen zurück.

Fazit:

Der neue RoboCop wurde für den Massenmarkt auf Blockbuster getrimmt, jedoch tut ihm dies nicht weh. Nicht von der FSK 12 Freigabe beirren lassen, der Film ist deftig genug und unterhält als Appetitanreger für das restliche Actionjahr 2014. Für den Kultstatus seines Vorläufers fehlt etwas, aber wer sich von seinem Fan-Stolz lösen kann, ist beim neuesten Ableger des Franchise durchaus in guten Händen.

7 / 10
10 - Meisterwerk
8-9 - sehr gut
6-7 - gut
5 - mittelmäßig
3-4 - ausreichend
1-2 - miserabel
0 - Inakzeptabel
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