BG Kritik:

Rock the Kasbah


Seit 6 Jahren bei BG. Er hat Geschichte, Soziologie und Anthropologie studiert und ist ebenfalls als Autor tätig.

Rock the Kasbah (USA 2016)
Regisseur: Barry Levinson
Cast: Bill Murray, Bruce Willis, Kate Hudson, Leem Lubany

Story:
Der gealterte Musik Agent Richie wird bei der Truppenbetreuung in Afghanistan von seinem Star im Stich gelassen. Ohne Pass und einen Cent in der Tasche, muss er Geld für ein Ticket nach Hause auftreiben. Da findet er das Talent seiner Karriere. Ein afghanisches Mädchen, mit der Stimme eines Engels. Ihr Ziel: die Talentshow „Afghan Star“.

Bill Murray spielt mit!

Bill Murray ist in der kommenden Realverfilmung von „Das Dschungelbuch“ zu hören


Regisseur Barry Levinson wird heutzutage nur wenigen ein Begriff sein. Seine Glanzzeit war in den 80ern und 90ern. Filme wie „Sphere – Die Macht aus dem All“ (1998), „Rain Man“ (1988) und „Good Morning Vietnam“ (1987), mit Robin Williams, haben das Unterhaltungskino mitgeprägt und werden noch heute oft im Fernsehen wiederholt. Levinson ist ein gealterter Profi, der ein paar Hits hatte, ähnlich wie Murrays Figur Agent Richie Lanz in „Rock the Kasbah“. Zu schade, dass dieser nicht zu Levinsons Hits gehört.

„Rock the Kasbah“ fährt einen teuren Cast auf. Bill Murray, Kate Hudson, Bruce Willis, Danny McBride und Zooey Deschanel sind vertreten. Umso enttäuschender ist es, dass die Figuren alle sehr oberflächlich geschrieben und schlichtweg langweilig sind. Der einzige, der ein wenig Tiefgang erhält, ist Bill Murrays Figur Richie. Leider wirkt Murray selbst sichtlich gelangweilt. Die Handlung fließt nicht wirklich, springt von einer Szene in die nächste und alles wird ausgesprochen mechanisch abgearbeitet. Manche Figuren, wie Danny McBrides Charakter Nick tauchen schnell auf, werden in die Handlung kurz verwickelt und sind daraufhin gänzlich verschwunden. Bruce Willis als Söldner ist ebenfalls verschenkt und hat eigentlich keine wirklich nennenswerte Aufgabe im Film. Kate Hudsons spielt eine berüchtigte Prostituierte inmitten Afghanistans mit dem Namen Merci und wirkt vollkommen deplatziert. Nicht mal Leem Lubany als neuentdecktes Talent Salima bringt etwas Leben in den Film. Dazu hatte sie auch kaum Gelegenheit, da sie viel zu spät in die Geschichte eintritt. Die eigentliche Handlung setzt erst nach der Hälfte der Zeit ein und verläuft auch recht unspektakulär. Insgesamt fragte man sich durchweg wo der Witz in dieser Komödie bleibt.

Zumindest im O-Ton, da spricht er den Bären Balu


Als Richie seinen Star entdeckt, will er sie in die Talentshow „Afghan Star“ bringen. Natürlich gegen den Willen ihres Vaters aber mit vollem Einverständnis von Salima. Wäre da nur nicht der Fakt, dass sie eine Frau ist und in der Show normalerweise nur Männer auftreten. Da fangen die Probleme aber erst an.

Falls man glauben sollte, dass hier die wahre Geschichte zu finden ist, irrt man sich. Ja, eine Show namens „Afghan Star“ existiert und ist sehr beliebt in -logischerweise- Afghanistan aber Frauen waren dort schon von Staffel eins an oft dabei. Zwar sorgt dieser Umstand noch immer für Kontroversen in Afghanistan aber damit befasst sich der Film überhaupt nicht. „Rock the Kasbah“ bemüht sich zwar ein wenig, die Rechte der Frauen im Film anzusprechen aber ignoriert dabei die Tatsache, dass dieser Schritt bereits erfolgt ist. Auch die Figur von Bill Murray und alle die mit ihm zu tun haben, sind reine Fiktion.

Fazit:

„Rock the Kasbah“ ist monotones Herumzupfe auf der Gitarre und rockt so sehr wie Bachplätschern. Eine emotionslose Komödie, welche auf einer wahren Geschichte basiert, die nie passiert ist und von einem gelangweilten Cast gespielt wird. Würde es noch weniger rocken, wäre es Polka.

2,5 / 10
10 - Meisterwerk
8-9 - sehr gut
6-7 - gut
5 - mittelmäßig
3-4 - ausreichend
1-2 - miserabel
0 - Inakzeptabel

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