BG Kritik:

Rogue One - A Star Wars Story


Ein B-Movie Freund, der seit einigen Jahren in Köln heimisch ist und dort erfolgreich Design studiert hat. Seitdem schiebt er u.a. Pixel hin und her.

Rogue One - A Star Wars Story (US 2016)
Regisseur: Gareth Edwards
Cast: Felicity Jones, Diego Luna, Ben Mendelsohn, Forest Whitaker, Donnie Yen, Mads Mikkelsen, Alan Tudyk, Riz Ahmed

Story: Die junge Jyn Erso (Felicity Jones) wird von der Rebellen-Allianz angeworben, und versucht gemeinsam mit einem Trupp von Outsidern die geheimen Pläne des Todessterns, der neuen Superwaffe des Galaktischen Imperiums zu stehlen. Es gilt die Freiheit und die Demokratie in der Galaxis wiederherzustellen.

Zwischen Episode 7 und 8 bringt Disney ein Spin-off, das vor dem allerersten Star Wars spielt.

Das nächste Spin-off wird sich 2018 dem jungen Han Solo widmen


Es war einmal vor langer Zeit in einer weit, weit entfernten Galaxis. Genauer gesagt kurz vor den Ereignissen aus dem ersten Krieg der Sterne-Film aus 1977, erzählt der neue Film davon, wie die Pläne des ersten Todessterns eigentlich genau geklaut wurden, um dann mit einem Umweg über die Speicherbänke von R2-D2, zu den Rebellen zu gelangen. Nein, dies ist nicht das Sequel zu Star Wars: Das Erwachen der Macht aus 2015. Dessen Geschichte wird erst im Winter 2017 weiter erzählt, um in 2019 mit dem dritten Teil der neuen Saga-Trilogie (erst mal) abgeschlossen zu sein. Zwischendurch gibt es nun immer Geschichten abseits davon, so wie hier in Rogue One: A Star Wars Story den Anfang machend, oder dem noch namenlosen Han Solo-Film, der in 2018 starten soll. Mit Rogue One: A Star Wars Story startet nun der erste Film, der unter der Rubrik "A Star Wars Story" läuft. Während die Saga-Filme eine fortlaufende Geschichte rund um die Familie Skywalker erzählen, sollen diese Star Wars Story-Filme in sich (mehr oder weniger) abgeschlossene Abenteuer sein. In diesem Fall eben eines, welches zeitlich zwischen den Episoden 3 und 4 angesiedelt ist. Es ist also mal wieder eine Vorgeschichte, was ja speziell bei Star Wars nicht gerade nur goldene Erinnerungen wach rufen dürfte. Vorhang auf für Star Wars - Episode 3.9.

Diesmal ohne den klassischen Lauftext in gelben Lettern vor weltraumschwarzem Hintergrund, kapselt sich Rogue One: A Star Wars Story durch die Eröffnung ab von den Saga-Filmen aus dem Universum. Trotzdem gehört der Film unzweifelhaft dazu, haut er doch die Geschichte raus, welche im Original mit nur wenigen Sätzen abgetan wurde. Pläne wurden geklaut, landeten per Funkübertragung in den Händen von Prinzessin Leia, während der dunkle Sith-Lord Darth Vader die Verfolgung aufnimmt... Aber ganz so einfach war das nun doch nicht, wie der von Regisseur Gareth Edwards (hat zuvor Monsters und den 2014er Godzilla-Film inszeniert) gedrehte Rogue One: A Star Wars nun offen legt. Zentral gefüllt wurde diese Schlacht im Krieg der Sterne hierbei größtenteils mit völlig neu erschaffenen Figuren wie Jyn Erso (Felicity Jones), Cassian Andor (Diego Luna) und dem Droiden K-2SO (Alan Tudyk), wobei letzterer – wie schon Kollege BB-8 im Erwachen der Macht – als Szenendieb und Humorlieferant dient. Daneben und an den Rändern wurde die Geschichte mit allerhand bekannten Figuren ausgeschmückt. Namen, Spoiler und Details zur Handlung sollen an dieser Stelle selbstverständlich keine fallen, aber für Fans der Saga gibt es allerhand bekannte Gesichter und Easter Eggs auf der Leinwand zu entdecken. Dass eine oder andere davon mag zu viel sein, und das Universum künstlich verkleinern, aber gleichzeitig wirkt es eben auch abrundend. Ein Balanceakt, den Rogue One aber überwiegend sehr gelungen zu meistern imstande ist. Dies bezieht auch explizit den in Das Erwachen der Macht oft kritisierten, übertriebenen Fan-Service mit ein. Jener ist da, wirkt aber deutlich unaufdringlicher, ja, natürlicher als noch in jener Episode.

Nach Das Erwachen der Macht ist Rogue One ein Riesenerfolg sicher


Rogue One sollte sich der Ankündigung nach wie ein Kriegsfilm im Universum von Star Wars anfühlen. Das stimmt. Allerdings nur soweit oder minimal weiter, wie schon die Schlacht um den Eisplaneten Hoth in Das Imperium schlägt zurück, und überhaupt erinnert Rogue One tonal wie kein anderer Star Wars an jenen Imperium. Hier gibt es deutlich weniger zu lachen als zuletzt im Erwachen der Macht, und kindisch wie in den Prequels wird es hier nie. Merklich härter und mehr Kriegsfilm als Imperium ist Rogue One aber kaum, und es bleibt weiter Star Wars. Sowohl vom Feeling und dem sich organisch anfühlenden, dreckig, abgewracken Look einer betagten Welt - mit einer viele, viele Jahrtausende alten Vergangenheit. Wie schon Episode 7, zeichnet sich auch Rogue One durch schier grandioses Set-Design aus. Ja, Sets und nicht nur Green Screens. Hier wurde offenkundig wieder viel real gebaut und mit perfekten Effekten aus dem Rechner ergänzt. Und anders als beispielsweise das Alien-Prequel Prometheus, wirkt dieser Film dabei was die im Film gezeigte Technik angeht, nicht technisch fortschrittlicher als die bekannte Story, welche von der Chronologie her ja erst noch folgt. Knöpfe sind also weiter Knöpfe, Computer-Anschlüsse sehen aus wie üblich, Bildschirm-Anzeigen wirken herrlich altbacken... und die Pläne des Todessternes sind nicht in 3D. Wunderbar. Was dagegen in 3D daher kommt ist der Film, allerdings in sehr unaufdringlichem 3D, und gefühlt ohne nennenswerten Mehrwert. Völlig gegenteilig dazu die Musik, denn Rogue One ist grandios untermalt von den Klängen von Michael Giacchino. Der erste Score des Universums im Kino der nicht aus den Händen von Altmeister John Williams stammt, reiht sich einfach nur nahtlos ein und klingt schlicht und einfach nach Star Wars. Hier und da erklingen vertraute Passagen, gefolgt von neuen, aber einfach nur stimmigen Neukompositionen. Giacchinos Score klingt daher zugleich eigenständig, wie vertraut.

Die sich darunter abspielende Geschichte ist dabei zweckdienlich, funktionell und wie bei Star Wars üblich, voller - natürlich dem Willen der Macht geschuldeten – Zufällen und notwendigen Begegnungen. Relativ geradlinig, aber dafür auch an einigen Punkten wunderbar mutig und kompromisslos geraten, gibt es gefühlt alles was einen Star Wars ausmacht. Darunter auch die wohl beste Weltraumschlacht der gesamten Reihe! Zudem räumt man im Tiefflug und ganz nebenbei auch noch einen Kopfschüttel-Moment aus dem Original beiseite. Auf der dunklen Seite stehen dagegen lediglich ein bis drei unnötig wirkende Szenen, eine ganz kleine Länge nach dem zweiten Akt und eine nicht in jeder Szene perfekt geglückte digitale Reanimation einer Figur aus dem Ursprungsfilm. Auch könnten die Rebellen eine Spur weniger austauschbar wirken, denn kaum eine der Figuren bekommt viele Tiefen oder vermag gar bereits jetzt Kultpotenzial zu verheißen. Ein Han Solo hatte schon Kultstatus, als er zuerst schoss. So etwas fehlt hier, auch wenn einer der Anti-Helden eine ähnliche Szene bekommt. Am besten neben Jyn und Cassian (sowie dem bereits erwähnten Droiden K-2SO) kommt hier deutlich Donnie Yen als blinder Chirrut Îmwe weg. Ähnliches wie für die Rebellen gilt für Ben Mendelsohns Imperialen Orson Krennic, welcher zwar einen harten Ton anschlägt, aber kaum mehr als das bietet. Darstellerisch aber alles völlig in Ordnung. Dies dürften aber auch schon die größten Makel von Edwards Beitrag zum Krieg der Sterne sein, so abgesehen von einem etwas zu dicken Tröpfchen Kitsch im Finale, welches ansonsten einfach nur grandios im Gedächtnis verbleibt. Generell ist der dritte und finale Akt der stärkste Teil eines Filmes, welcher bis dahin bereits verdammt gut, herrlich nostalgisch und einfach nur pur Star Wars ist. War J.J. Abrams The Force Awakens noch ein ganz guter Wiedereinstieg in den Krieg der Sterne, führt uns Gareth Edwards Rogue One wieder völlig in ihn hinein, und gar fast zu neuen Höhen. Die Krieg der Sterne-Geschichte um die unbesungenen Helden hinter der Erbeutung der Pläne des Todessternes ist der beste und härteste Star Wars seit Das Imperium schlägt zurück, und lässt nahezu keine Momente der Unzufriedenheit zurück. Fast gänzlich perfekte Blockbuster-Unterhaltung, vor allem für Fans der wohl berühmtesten Space Opera aller Zeiten.

Fazit:

Eine weitere Vorgeschichte zum Krieg der Sterne. NOOOOOOOOOOOOOOOOOO... Entwarnung, kein Grund den kleinen Lord Vader in sich zum Schreien zu bringen. Rogue One: A Star Wars Story bietet so gut wie alles was einen Krieg der Sterne ausmachen sollte und ist ein mitreißendes Spektakel voller Action, Weltraumschlachten und weiterer Schauwerte. Eine neue Hoffnung für das weitere Fortbestehen der Reihe.

9 / 10
10 - Meisterwerk // 8-9 - sehr gut // 6-7 - gut // 5 - mittelmäßig
3-4 - ausreichend // 0-2 - gar nicht mal so gut

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