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KURZKRITIKEN:

BUBBA HO-TEP
MY NAME IS BRUCE
HATCHET
LONG WEEKEND
ROHTENBURG


von Christian Mester

Caviezel spielte Jesus in DIE PASSION CHRISTI

LONG WEEKEND (REMAKE) (2009)
Regie: Jamie Blanks
Cast: James Caviezel, Claudia Karvan

Story:
Peter (Jim Caviezel) und seine Frau machen einen Wochenendtrip zu einem entlegenen Strand. Dort angekommen, fangen sie neben Streitigkeiten an, unheimliche Geräusche zu hören...

Kurzkritik:
Sehkuh des Grauens. Jamie Blanks kennen Genrefans als den Regisseur der guten Slasher "Düstere Legenden" (1998) und "Schrei wenn du kannst" (2001). Sein letzter, "Storm Warning - Überleben kann tödlich sein" erschien zu Recht bloß direkt auf DVD und konnte an die Qualitäten seiner beiden anderen nicht anschließen. Sein Remake des 1978er Naturhorrorfilms "Long Weekend" erscheint nun ebenfalls direkt auf DVD, hätte aber eine Kinoauswertung verdient. Als recht ungewöhnlicher Horrorthriller setzt das lange Wochenende hauptsächlich auf gruselige Atmosphäre, was ihm durch gute Darsteller, einem vortrefflich selbst komponiertem Score und einem pointiert ansteigendem Spannungsgrad gelingt. Unverständliche Ereignisse und Zufälle lassen mitraten und gruseln, vor allem zwei Szenen im Meer sorgen für starke Gänsehaut. Der Film hat aber auch kleinere Macken. So verhalten sich die beiden Hauptfiguren nicht immer clever und obwohl der Ablauf bis zum Ende unberechenbar bleibt, ist das Ende selbst schon in den ersten Minuten zu erahnen.

Fazit:
"Long Weekend" ist ein sehr atmosphärischer Genrevertreter, der ausnahmsweise mal ohne größeres Blutvergießen auskommt. Tipp!

7 / 10
10 - Meisterwerk
8-9 - sehr gut
6-7 - gut
5 - mittelmäßig
3-4 - ausreichend
1-2 - miserabel
0 - Inakzeptabel

Bruce Campbell ist Elvis

BUBBA HO-TEP (2002)
Regie: Don Coscarelli
Cast: Bruce Campebll

Story:
Elvis (Bruce Campbell) und John F. Kennedy (Ossie Davis) trauen ihren Augen nicht, als ihr Altersheim von einer Mumie angegriffen wird. Zusammen machen sich die rüstigen Rentner daran das Ungeheuer zu besiegen...

Kurzkritik:
Gehhilfe gegen Mullbinden. Keine Frage, die Idee, Elvis und einen schwarzen JFK gegen einen einbalsamierten Staubfänger antreten zu lassen grenzt schon an puren Irrsinn, macht aber direkt neugierig. Leider hält der Film mit seiner Prämisse nicht ganz mit, da er lahm inszeniert ist und sich der Kampf gegen Imhoteps Arbeitskollegen als spannungs- und witzarme, schlecht gemachte Gicht-Keilerei entpuppt. Von "Phantasm - Das Böse" Erfinder Don Coscarelli ist man da schon Besseres gewohnt. Das einzig wirklich Gute am Film ist Campbell, der als nörgelnder Elvis, der irrwitziger Weise als Elvis-Imitator auftritt, eine beschauliche Performance abliefert und wünschen lässt, seine gute Figur in einem besseren Film zu sehen. Es ist jedoch nicht verwunderlich, dass Campbell es bereits ablehnte, im geplanten Sequel "Bubba Ho-Tep 2: Curse of the She-Vampires" mitzuspielen.

Fazit:
Tolle Idee, lahme Umsetzung. Nur Pflicht für Bruce Campbell Fans.

3 / 10

Bruce Campbell ist... Bruce Campbell

MY NAME IS BRUCE (2007)
Regie: Bruce Campbell
Cast: Bruce Campbell

Story:
In einem Dorf taucht ein japanischer Geist auf, der lachend für Terror sorgt. Eingreifen soll B-Movie Schauspieler Bruce Campbell (Bruce Campbell), den alle als Helden der "Tanz der Teufel" Filme kennen und verehren. Campbell hat jedoch selbst keinen Mumm und es widerstrebt ihm der Gedanken, einem echten Geist gegenüber zu treten...
 

Kurzkritik:
Filmfans lieben Bruce Campbell für Ash, für Brisco County Jr. und gelegentlichen Auftritten in "Congo" und den ersten drei "Spider-Man", aber Fakt ist, dass der Mann eigentlich eher in B- bis C-Movie Schrott ala "Alien Apocalypse" oder "Xena" zuhause ist. Das wird auch in seinem Fanliebesfilm "My Name is Bruce" deutlich, in dem er sich selbst und das übertriebene Fanverhalten um seine Person auf die Schippe nimmt. Eine amüsante Idee, allerdings äußerst schwach umgesetzt und mit schlechtem Gefühl für Comedy gedreht. Dass Campbell Slapstick wie kein anderer auf Lager hat, ist allgemein bekannt, allerdings beweist er selbst kein gutes Händchen dafür, das auch effektiv aufs Bild zu bringen. Ohne einen Sam Raimi, der ihn gezielt einsetzen kann und auch fähiges Personal sein Eigen nennt, fordert Campbell große Akzeptanz für amateurhafte Darsteller, schlechte Sets und noch schlechtere Effekte. Ein guter Regisseur hätte das ganze ironisch aufgefasst und den gesamten Trash dennoch hochqualitativ präsentiert, doch hier ist es eine Trash-Ikone, die Trash mit Trash für Trash liebendes Publikum zelebriert.

Fazit:
Wer Campbell-Trash wie "Alien Apocalypse" oder "Terminal Invasion" kennt und liebt, freut sich über den Fantribut, doch leider ist "My Name is Bruce" genau so schlecht wie die meisten üblichen Filme, in denen Campbell sein Geld verdient und die nicht umsonst sonst niemand kennt.

1 / 10

HATCHET 2 soll noch dieses Jahr folgen

HATCHET (2006)
Regie: Adam Green
Cast: Joel Moore, Kane Hooder

Story:
Eine Gruppe Party-Suchender führt es eines Tages in ein Sumpfgebiet, in dem sie auf den entstellten Massenmörder Victor Crowley treffen...

Kurzkritik:
Was wurde "Hatchet" 2006 nicht überall gehyped. Bösewicht Crowley sei der nächste Jason, "Hatchet" ´der nächste große Horrorfranchise, ein zukünftiger Kultklassiker. Legt man das auf die wenigen, äußerst bluttriefenden, harten Mordszenen Crowleys (in einer Szene reißt Crowley einem unglücklichen Opfer den Kopf an der Kauleiste auf), könnte man dem fast zustimmen, doch das Problem ist, dass "Hatchet" zum einen einfallslos aus anderen Slashern zusammengeklaut ist (jemand wird verbrannt und im Waldgebiet als vermeintlich totes Kind zurückgelassen - "The Burning" trifft "Freitag der 13."), zum anderen  sind die restlichen 80% des Films, in denen Crowley nicht zugegen ist, ungemein anstrengend. Die Party-Truppe rund um "Avatar"-Nebendarsteller Joel Moore ist eine belanglose, langweilige und witzlose Statistentruppe, die mit nervtötenden Unterhaltungen langweilen. Da hilft es auch nicht, dass "Freddy" Robert Englund, "Candyman" Tony Todd, "Jason" Kane Hodder und "Blair Witch Project" Joshua Leonard mitspielen. Für einen reinen Fun-Slasher ist hier zu wenig Material, es macht den Anschein, als habe Regisseur Green gute Kurzfilmszenen auf Spielfilmlänge gestreckt.

Fazit:
Wer Interesse hat, schaut sich nach Best-Of Ausschnitten auf Youtube und Co um, denn die wenigen sehenswerten Szenen lohnen die 90 Minuten nicht. Dann besser nochmal irgendeinen "Freitag, der 13." einwerfen.

3 / 10

Kretschmann ist einer der aktivsten deutschen Exporte, spielte u.a. in WANTED und NEXT mit.

ROHTENBURG (2000)
Regie: Martin Weisz
Cast: Thomas Kretschmann

Story:
Die Geschichte des berüchtigten deutschen Kannibalen Armin Meiwes: ein Mann mit dem Wunsch, gegessen zu werden, trifft sich mit einem anderen (Thomas Kretschmann) der das Bedürfnis verspürt, einen Mitbürger zu verpeisen. Ein fröhliches Duo?

Kurzkritik:
Wenns mal wieder länger dauert... 2002 war es der große deutsche Schockskandal: der festgenommene Armin Meiwes gestand, einen anderen Menschen aufgegessen zu haben. Wie er sagte, sei es auf einvernehmliche Weise geschehen wodurch der Mann schnell zum lokalen Schlagzeilenfutter wurde. Mit "Mein Teil" komponierten Rammstein sogar einen Song über das ganze. Kurz darauf wurde seine Geschichte in großer Geldgier verfilmt, doch "Rohtenburg", der zeitweise auch "Grimm Love" oder "Butterfly" hieß, wurde kurzerhand mit allen Mitteln verboten und verdammt. Rund vier Jahre später erscheint er nun doch - sogar frei verkäuflich - doch war es der ganze Rummel damals wert? Kretschmann, der schon in zahlreichen US-Produktionen gut war, spielt Meiwes, der hier Oliver Hartwin heißt, als gestörten ruhigen Irren, der eine kaputte Psyche hat und auf einen ähnlich verwirrten Mann trifft, mit dem er seine Glücksgefühle (jemanden zu Burger verarbeiten zu können) ausleben kann, recht überzeugend. Zwischendurch sieht man noch Keri Russell ("Mission Impossible 3"), die als Reporterin über das ganze nachdenkt, aber nicht viel zu tun bekommt. Als Film ist das ganze ein düsterer und unter den Umständen halbwegs gut gespielter, technisch nicht schlecht aussehender Streifen, letztlich jedoch nicht schaubar.
Wie Uwe Bolls "Siegburg" und "Seed" ergötzt sich der Stoff über die ganze Laufzeit daran, wie Menschen anderen Menschen etwas antun, was in diesem seltsamen Fall der Freiwilligkeit noch eine Stufe bizarrer wirkt. Nichts im Film ist spannend, es ist eine reine voyeuristische Beobachtung zweier Wahnsinniger, die sich Körperteile in die Pfanne hauen. Für eine gelungene Psychostudie ala "Spider" ist Kretschmann zu zurückhaltend, das Gezeigte zu offensiv. Für einen gelungenen Horrorfilm fehlt es komplett an Spannung, hier geht es nie darum, dass jemand um sein Leben kämpft oder zu entkommen versucht. Es gibt kein Aufatmen, es ist ein nihilistisches, deprimierendes Stück Zelluloid, das man schlichtweg niemanden empfehlen kann. Wer sich vom Skandalrahmen des Films blenden lässt, darf seine Neugier behalten. Nichts im Film ist graphisch besonders hart, vieles wird nur angedeutet. Gäbe es den Pressetrubel nicht, wäre "Rohtenburg" ein zu Recht unbekannter Mistfilm ohne größere Verbreitung.

Dann besser "The Hills have Eyes 2" (2007) sehen, Regie ebenfalls Martin Weisz. Darin geht es zwar auch kannibalisch zur Sache, aber mit Spannung, Abwechslung und Unterhaltungsfaktor.

Fazit:
Unzumutbare Zeitverschwendung.

0 / 10



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