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Kritik:
Runner Runner


von Michael Eßmann

Runner Runner
(2013)
Regisseur: Brad Furman
Cast: Justin Timberlake, Ben Affleck, Gemma Arterton, Anthony Mackie

Story:
Princeton-Student Richie Furst (Justin Timberlake) verliert beim Online-Poker sein dringend für die Studiengebühren gebrauchtes Erspartes, geht der Sache nach, und entdeckt einen großangelegten Betrug der Spieler auf der Plattform. Statt die Angelegenheit den Behörden oder der Presse zu melden, fliegt er mit seinem letzten Geld nach Costa Rica, um Millionär, Playboy und Seitenbetreiber Ivan Block (Ben Affleck) zu konfrontieren. Dieser bietet ihm überraschenderweise einen äußerst gut dotierten Job an.

Kritik:
Wenn sich der Regisseur des zumindest ordentlich in Erinnerung gebliebenen Thrillers „Der Mandant“ (mit Matthew McConaughey) mit Stars wie Justin Timberlake, Ben Affleck und Gemma Arterton, einem Skript um Online-Poker, Schein und Sein, Betrug und weiteren kriminelle Machenschaften im sonnigen Costa Rica annimmt, so muss doch ein hochkarätiger und optisch ansprechender Thriller bei rum kommen?

Braungebrannte Luxus-Körper die sich auf ebensolchen Luxus-Yachten vor wunderschönen Landschaftspanoramen in der sengenden Sonne räkeln, gepaart mit dem Traum vom schnellen Aufstieg und Geld, gespielt von Stars und präsentiert in satten Farben. Das sind einige der oberflächlich und für sich alleine schön anzusehenden Zutaten, auf die Regisseur Brad Furman bei seinem aktuellen Spielfilm zurückgreifen kann. Der daraus gemixte und an den virtuellen Pokertisch gestellte Cocktail mundet aber nicht so gut, wie es die Zutaten vermuten lassen.

Dies liegt zum einen an der deutlich zu konstruiert wirkenden Geschichte um einen cleveren Studenten der betrogen wird, der Sache nachgeht, einen tollen Job im sonnigen Paradies bekommt und über dem nach und nach dunkle Regenwolken aufziehen. Zum anderen aber auch an der Regie von Furman. Denn Furman inszeniert zwar optisch sehr ansprechend aber deutlich zu flach und ohne Pokerface, und so erkennt der Zuschauer bereits zu früh, worauf das ganze hinaus läuft. Speziell das letzte Film-Drittel verliert dadurch deutlich an Spannung. Somit kann „Runner Runner“ den Zuschauer die letzten 30 Minuten kaum noch fesseln.

Anders die vorherigen gut 50 kurzweiligen Minuten, in denen Richie vom grauen Princeton ins sonnen-verwöhnte Costa Rica jettet. Hier dreht Furman wie angesprochen die Farbensättigung gen Maximum auf, präsentiert das volle Leben in der Welt des Ivan Block, tolle Landschaften und Körper und lässt die ersten Schatten und später auch Gewitterwolken in Form von FBI und Kriminellen aller Art aufziehen. Das macht durchaus Spaß und hält den Zuschauer mit seinen tollen Aufnahmen, vielfältigen Versuchungen und sexy Gemma Arterton bei Laune.

Der Film verlässt sich aber zu sehr auf diese optischen Hingucker seiner Locations und die seiner drei Hauptdarsteller. Deren Rollen bieten abseits der Optik nicht sonderlich viel, und schon gar nichts Neues. Timberlake spielt den cleveren aber viel zu gutgläubigen Studenten und Affleck darf den offenkundig nebulösen Millionär geben, und ganz nebenbei eine Testrunde für den Playboy-Part als Bruce Wayne im kommenden Batman / Superman Film von Zack Snyder vorführen. Und bräuchte ein typischer Film nicht einen weiblichen Hauptpart, es hätte Gemma Artertons Rolle nicht bedurft. Ihre Rolle ist kaum mehr als die einer üblichen Love Interest, und bis auf Stichworte geben, im schicken Abendkleid flanieren und mit dem Wimpern klimpern, ist sie so unnötig wie Sunblocker bei Nacht. Zudem wirkt die obligatorische Liebesbeziehung wenig glaubhaft, denn zwischen den beteiligten Akteuren kommt kein funkeln, knistern und schon gar kein Feuer der Leidenschaft rüber. Wie schon die Grundgeschichte, so wirkt auch die Liebesbeziehung arg konstruiert und dient nur der Ablenkung und Zerstreuung.

Fazit:
„Runner Runner“ vermag den Pot nicht abzugreifen, obwohl mit zwei Assen ausgestattet. Ein falsch angespieltes potenzielles Gewinnerblatt, dem zu allem Überfluss Turn und River die Siegchancen nehmen. Das macht „Runner Runner“ nicht zu einem wirklich schlechten Film, aber eben auch nicht im Ansatz zu etwas Besonderem oder Herausragendem machen. Viel Schein und deutlich weniger Sein.

4,5 / 10
10 - Meisterwerk
8-9 - sehr gut
6-7 - gut
5 - mittelmäßig
3-4 - ausreichend
1-2 - miserabel
0 - Inakzeptabel 

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