BG Kritik:

Saving Mr. Banks


von Michael Herbst

Saving Mr. Banks (USA 2014)
Regisseur: John Lee Hancock
Cast: Emma Thompson, Tom Hanks, Jason Schwartzmann

Story:
Pamela Travers ist die Autorin der beliebten Mary Poppins Bände und eine überaus hochnäsige Frau. Als sie 1961 in finanzielle Not gerät, muss sie widerwillig ein Angebot Walt Disneys annehmen, der ihre Poppins verfilmen will. Trotzig begleitet sie die Produktion und treibt alle Kreativen mit ihrer panischen Angst, ihrer geliebten Figur könne etwas angetan werden, in den Wahnsinn...

Llizenzverwurstungen sind ein beliebtes Diskussionsthema. Ob die Star Wars Prequel-Trilogie oder Indiana Jones 4, oft spricht man gar von "Vergewaltigung". Eine Schändung der Magie der ersten Filme oder auch eine Änderung des Gefühls, dass man beim Sehen der alten Filme hatte. In dieser sehr beschwingten Dramenkomödie dreht sich alles um diese Angst aus einer noch intimeren Sicht, aus die der Autorin.

Travers gab sich als strenge Britin aus, war in Wahrheit aber Australierin


Emma Thompson spielt die allein lebende Travers als Zimtzicke vom Dienst, die es den Disneys so schwer wie möglich macht. An alles hat sie etwas zu beanstanden. Die Charaktere gefallen ihr nicht, sie korrigiert die Komponisten der Lieder und stürmt oft wutentbrannt aus dem Raum, wenn ihr Disney neue Stilideen wie den Zusatz animierter Figuren vorstellt. Der Film ist in diesen Szenen sehr lustig, was Emma Thompson zu verdanken ist. Sie spielt Travers vorzüglich nach Art einer herablassenden, dauertadelnden Schuldirektorin.

In den Disney Studios in Burbank kommt es zum ständigen Schlagabtausch zwischen Travers, dem Drehbuchautoren, den Komponisten und ihrem Limousinenfahrer. Travers teilt vor allem gegen Männer aus, doch der väterliche Walt Disney, zurückhaltend gespielt von Tom Hanks, lässt sich davon nicht beirren. Mit starkem Optimismus hält er an der Zusammenarbeit fest, bis es so anstrengend mit ihr wird, dass auch er an der Fertigstellung zu zweifeln beginnt.

Mr Banks bezieht sich auf eine Figur aus dem Film Mary Poppins


Da ist mehr, denn wie sich dem Disney Produktionsteam allmählich offenbart, nimmt Travers ihre Fantasiegeschichte sehr viel persönlicher als vermutet. Wie viele lange Rückblicke in Travers Kindheit zeigen, wuchs diese auf einer Farm auf dem Land auf. Ihr Vater, gespielt von Colin Farrell, ist ein guter Mann, aber schlimmer Alkoholiker und ständiger Unruhestifter. Was sie in der Zeit erlebte, übertrug sich indirekt in ihre Mary Poppins Geschichten. Durch die Not, ihre Figur an Männer hergeben zu müssen und der täglichen Auseinandersetzung mit Einzelheiten von Poppins, wird Travers Gefühlswelt aufgewühlt. Die aufgesetzte Persönlichkeit, die sie seit Kindheit an schützend entwickelt hat, droht sich zu ändern, wovor sie große Angst bekommt. Gelungen ist ein spätes Gespräch zwischen Thompson und Hanks, in welchem er ihr erklärt, wie seine Vergangenheit ausfiel und was die Umsetzungen in Filme für andere für ihn bedeuten.

Während John Lee Hancock die amüsanten ersten zwei Drittel des Films zur angenehmen Komödie macht, fällt die dramatischere zweite Hälfte schwächer aus. Der vermehrte Einsatz von Rückblenden unterbricht die Handlung und bringt eine Schwermut auf, die dem Film kein Gewicht verleiht, sondern ihn zu bremsen droht. Werden Disney als Person und sein Team als fehlbare, fast reale Menschen dargestellt, ist der gesamte Schluss zu einfaches Happy End. Tom Hanks bekommt nicht viele Szenen, was aber auch nicht verwundern sollte, da der Film von Walt Disney Pictures stammt. Man bekommt aber nicht den Eindruck, als zeichne man ein unrealistisch positives Bild vom Boss - da schweigt man lieber und zeigt ihn weniger. Dass der Film von den Liedern des Mary Poppins Films profitiert, macht es leicht ihn zu mögen, doch auch der sonstige Score von Thomas Newman ist wundervoll geworden.

Fazit:

Über weite Teile eine heitere Geschichte über eine unausstehliche Schreckschraube, großartig gespielt von Emma Thompson. Der Fokus auf Rückblenden und Reflektion der Vergangenheit nehmen jedoch einen zu großen Teil ein und schmälern den Gesamteindruck.

6,5 / 10
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