BG Kritik:

Serena


von Christian Mester

Serena (USA 2014)
Regisseur: Susanne Bier
Cast: Bradley Cooper, Jennifer Lawrence, Rhys Ifans

Story:
Zur Zeit der Großen Depression nimmt der Holzfäller-Unternehmer George (Bradley Cooper) die junge Serena (Jennifer Lawrence) zur Ehefrau. Während ihre selbstbewusste und gar nicht damenhafte Art mit den männlichen Arbeitern anstößt, wirft sie ein Auge auf eine zuvor von George geschwängerte Aushilfe, die dieser zwar nicht anerkennen, aber auch nicht verbannen mag.

Baum fällt, nur fragt sich wie weit vom Stamm?

Der Film wurde schon 2012 abgedreht.


Drei Oscar-Nominierungen, einen Oscar-Gewinn und mit Tribute von Panem und X-Men aktuell zwei großen Franchises an der Hand, ist Jennifer Lawrence die amtierende Ballkönigin. Ersterer war 2013 sogar der erfolgreichste Film des Jahres in den USA. Sie ist also ein kritischer wie kommerzieller Liebling, der scheinbar gar nichts falsch machen kann… bis auf den ultraschlechten Horrorfilm House at the End of the Street, der letztes Jahr nach langer Pause erschien und schnell vergessen war.

Ihr Historienfilm Serena mag von der Ausgangslage her gut ausgesehen haben; neben Bradley Cooper war sie schon in den Oscar-Filmen Silver Linings und American Hustle zu sehen, Regisseurin Susanne Bier aus Dänemark ist ebenfalls Oscar-Gewinnerin und das ganze basiert auf einem prämierten Buch, doch Miss Serena stand lange unter keinem Stern. Wie bei House hat sich der eigentlich für Anfang 2013 geplante Film lange verschoben und zahlreiche angebliche Insiderstimmen behaupteten, es sei eine Katastrophe geworden und Lawrence wolle den Start sogar verhindern. Ein Humbug, wie sich herausstellt. Serena wird bei den nächsten Oscars keine Rolle spielen, wird aber auch niemals in einem Atemzug mit House genannt werden müssen.

Mit Kollege Cooper war sie schon 2mal Oscar nominiert und gewann einmal


Coopers George ist ein solider Dramencharakter. Ein sympathischer, lieber Kerl, der selbst mit anpackt, seine Arbeiter respektiert und von einem Domizil in Brasilien träumt. Der aber auch Holzfäller ist, einen seltenen Panther erlegen will, Naturschützer verspottet und sein eigenes Kind ignoriert. Selbige Dimensionen gelten für Lawrence‘ hochnäsige junge Frau. Serena ist unter schwerem Schicksal aufgewachsen und hat ein dickes Fell, ganz wie eine ältere Fassung ihrer Figur aus Winter’s Bone. Ihre herrische Art schafft jedoch Probleme, und als es mit dem eigenen Kinderwunsch nicht so wirklich klappen will, steigert sich ihre Missgunst dem anderen Kind gegenüber zu kaltblütigem Hass. Das ist reichlich, reichlich umfassendes Dramenmaterial, das Bier recht akzeptabel verarbeitet. Serena ist ansehnlich inszeniert und keinen Moment langweilig.

Die Schwäche und damit der Grund, wieso der Film keine höhere Relevanz entwickeln konnte, liegt in der Entwicklung der emotionalen und dramatischen Momente. Ron Rashs Vorlage liefert genug Mord, Tränen, Konflikte und Gefühle für große Augenblicke, doch Bier unterdramatisiert das meiste. Ein lahmer Score hält die Konflikthitze so schon gering, doch jede persönliche Konfrontation, jeder Charaktertiefpunkt ist relativ flach in Szene gesetzt, sodass wenig berühren mag. Letztendlich liegt der Hase darin begraben. Was sich auch besonders im Ende darstellt, das inhaltlich groß sein müsste, aber trotz der guten Handlung relativ kalt lässt. Für seinen kantigen Charakter ist Bradley Cooper ein zu sanftes Gesicht, ihm fehlen die teuflischen Augen eines Jack Nicholson und die passende Ader, die Schwäche unter Serena genauer zu fassen. Die erste Rollenwahl vor Lawrence war Angelina Jolie, doch es wird klar, dass Nicole Kidman die Idealbesetzung gewesen wäre. Und klarer, dass es eine ältere Aktrice hätte sein müssen. Lawrence spielte in Winter’s Bone sehr überzeugend eine überreife Jugendliche, aber die überreife, gefasste und schwer verletzte junge Frau, die hier gefordert ist, passt nicht zu ihr.

Fazit:

Ein durchschnittliches Historiendrama ohne nennenswerte Schwächen. Das Oscar-Traumduo Lawrence / Cooper kann hier mal nicht voll durchpunkten, muss sich der Ergebnisse aber auch nicht schämen.

5 / 10
10 - Meisterwerk
8-9 - sehr gut
6-7 - gut
5 - mittelmäßig
3-4 - ausreichend
1-2 - miserabel
0 - Inakzeptabel

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