BG Kritik:

Sex Tape


von Michael Herbst

Sex Tape (US, 2014)
Regisseur: Jake Kasdan
Cast: Cameron Diaz, Jason Segel, Rob Lowe

Story:
Jay und Annie haben die aufregendsten Zeiten ihrer Ehe hinter sich, daher entscheiden sie eines Tages ihr Sexleben mit einem Sextape aufzupeppen. Dieses wird versehentlich hochgeladen und in eine Cloud gepackt, zu der viele ihrer Freunde Zugang haben. Peinlich berührt wird versucht, den Zugang zur Cloud zu verhindern...

War der "Fappening" Bilderklau Schleichwerbung für diesen Film?

Sex Tape basiert auf keiner Romanreihe


Für die Macher der neuen Cameron Diaz Komödie kommt das Apple-Sicherheitsdebakel entweder zur besten oder zur schlechtesten Zeit. Entweder reizt es jeden, der die gesuchten Bilder selbst gesehen hat, auch dieses brisante Sex Tape zu sehen oder man macht erst recht einen Bogen darum, weil man alles als respektlose Privatsphärenverletzung hält, über die man auch nicht lachen wollen würde.

Sex Tape hat sich ein Thema auserwählt, das alt wirkt. Als in den 90ern das berüchtigte Pamela Anderson Band kursierte, hätte der Film noch den Nerv der Zeit getroffen, eventuell auch noch 10 Jahre später als Paris Hilton das gleiche nachmachte. Heute erscheint ein versehentlich hochgeladenes Band intimer Momente nicht mehr ganz so skandalhaft, es sei denn es träfe Promis, die sich ansonsten kein reizvolles Image aufgebaut haben. So würde ein Sex Tape von Helmut Kohl für sicher größere Schlagzeilen sorgen als eines von Daniela Katzenberger. Diaz und Segel sind daher schon fast lahm gewählte Sextape-Jäger, da die Geschichte gleich sehr viel lustiger geworden wäre, wäre es ein unsportlicheres und spießigeres Pärchen denen ein solches Band noch sehr viel peinlicher wäre. Man denke nur mal an Jack Nicholson und Diane Keaton.

Ein Teil 2 wurde bereits nicht angekündigt


Für einen Film mit dem Tabuwort "Sex" im Titel ist Sex Tape relativ keusch geworden. Segel und Diaz zierten sich zwar schon in anderen Filmen nicht, sich auszuziehen, doch Regisseur Kasdan legt darauf oder andere Schlüpfrigkeitenspässe keinen Wert. So fokussiert sich Tape nicht auf freizügige Californication-Eskapaden, sondern auf den reinen Slapstick, wie Diaz und Segel ihren beschenkten Freunden die iPads wieder abzunehmen versuchen, bevor diese das Video sehen können. Demnach gibt es viele kuriose Ablenkungsversuche, Krackseleien in Häuser, Stürze und Fluchten im letzten Moment. Das ist zwar oftmals sehr gestellt, hat aber in Ansätzen manchmal einige lustige Augenblicke. Das wird man sich verzweifelt einreden um zu ignorieren, dass sowohl Diaz als auch Segel beide lustlos wirken und das Drehbuch in Dialogwitz und Abfolgen nicht das Niveau einer schlechten How I Met Your Mother Episode erreicht.

Auf diesem Tape ist dementsprechend wenig Anschauungsmaterial, zudem sehr wenig Substanz. Kasdan sagt nichts über Spaß an Sex, über Gewohnheiten in Beziehungen, über Scham unter Freunden oder Privatsphäre aus. Dass es ein Sex Video ist dient bloß als Vorlage für manche Sprüche, so könnte es aber auch mit Leichtigkeit ein alternativer peinlicher Gegenstand sein. Kritik an Apple oder Cloud-Systemen? Keine, denn alle Fehler werden konkret auf das technikfremde Trottelduo gemünzt, die betrunken falsch entscheiden. So oft fällt der Name iPad und wird das Apple-Tablet umhergeschwenkt, dass man Apple schon fast unter den Produzenten erwarten müsste. Kritische Stimmen zu den Möglichkeiten der Technik gibt es also keine, dafür viel, viel iPad Werbung und spießige Gags rund um das Thema peinliches Internetvideo.

Fazit:

Ein Sex Tape ist ein Film, den man anderen nicht zeigen will, und Sex Tape ist eine Sexkomödie für Großtanten, denen Werbespots für Männershampoo schon fast zu heikel ist. Ein Film, den man anderen nicht zeigen will.

3 / 10
10 - Meisterwerk
8-9 - sehr gut
6-7 - gut
5 - mittelmäßig
3-4 - ausreichend
1-2 - miserabel
0 - Inakzeptabel
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