BG Kritik:

Sicario


Seit 6 Jahren bei BG. Er hat Geschichte, Soziologie und Anthropologie studiert und ist ebenfalls als Autor tätig.

von Daniel Schmitt

Sicario (USA 2015)
Regisseur: Denis Villeneuve
Cast: Emily Blunt, Benicio del Toro, Josh Brolin

Story:
Aufgrund des eskalierenden Drogenkriegs in Mexiko wird die FBI Agentin Kate einer Spezialeinheit zugewiesen, die am Grenzgebiet arbeiten soll. Die Prinzipien der FBI Agentin auf die Probe gestellt.

Nach Prisoners und Enemy nimmt sich Villeneuve erneut einem schwermütigen Thema an und bleibt auf Erfolgskurs.

Ein Sequel ist bereits in Planung


Der Drogenkrieg in Mexiko tobt seit vielen Jahren und eskaliert jedes Jahr aufs Neue. Nicht ohne Grund ist die Grenze zwischen der USA und Mexiko eine der längsten und am stärksten kontrollierten Grenzen der Welt. Ein Schauplatz, über den bereits viele Hollywood-Thriller gemacht wurden - doch Sicario setzt speziell auf Realismus und ist nichts für schwache Nerven.

Villeneuve lässt dieses Mal bevorzugt Bilder sprechen, die Dialoge fallen eher gering aus. Die Positionierung der Hauptfiguren in Relationen mit anderen, eine Nahaufnahme bei einem Verhör oder dem einfach Folgen eines Straßenverlaufs. Villeneuve versteht es in den einfachsten Bildern eine Botschaft zu verstecken, und erzeugt eine Atmosphäre, welche man mit dem Messer schneiden kann. „Sicario“ schafft es zweitweise, das zu sein, was den meisten Horrorfilmen nicht gelingen will, und zwar, tatsächlich unheimlich zu sein.

Dabei wird kein aufdringlicher Soundtrack verwendet, sondern Villeneuve arbeitet mit den puren Hintergrundgeräuschen der Natur, aktiver Geräte oder etwas simplen wie Wind und Schritten. Dabei erzeugt der Schuss in der Ferne mehr Unbehagen, als das Feuer direkt vor den Augen. Das beudetet nicht, das „Sicario“ keinerlei Action hat, ganz im Gegenteil! Aber der Film lebt von der Spannung und nicht von hektisch inszenierten Schießereien. Diese atmosphärische Wirkung aufrechtzuerhalten ist schwer aber funktioniert in „Sicario“, da man die meiste Zeit des Films, nur einem Protagonisten folgt und nicht wie in, einem von Villeneuves früheren Werken „Prisoners“, ständig von einer Figur zur anderen springt.

Der Regisseur dreht als nächstes Blade Runner 2


Kate (Emily Blunt) ist die Neue im Team und soll Selbiges in taktischen Fragen beraten. Dabei stolpert sie in Machenschaften, die sie nicht gutheißen möchte. Man folgt ihr, man lernt was sie lernt und kann verstehen, wenn sie geschockt wird. Emily Blunt spielt ihre Rolle sehr überzeugend und ist durchaus richtig besetzt, aber ihre Figur selbst weist Schwächen in ihrer Konzeption auf. Als erfahrene Einsatzleiterin stellt sie sich stellenweise sehr unerfahren an. Sogar ihr jüngerer Kollege (Daniel Kaluuya) beweist ein vernünftigeres Vorgehen als Kate.

Insgesamt kann man die Charaktere als Schwachpunkt von „Sicario“ verstehen. Sie bleiben oberflächlich und schattenhaft. Zwar werden sie ausnahmslos von Ausnahmetalenten wie Josh Brolin und Benicio Del Toro gespielt, aber einer tatsächlichen Analyse hält keiner stand, ohne die Logik hinterfragen zu müssen. Gerade die Figur von Benicio Del Toro wird im weiteren Verlauf unlogischer. Es ist gut, dass „Sicario“ seine Charaktere nicht genauer erklärt und oberflächlich behandelt, denn sonst würde der Film wahrscheinlich einen Großteil seiner Atmosphäre verlieren.

Fazit:

„Sicario“ ist ein bildgewaltiger Thriller, mit einer so dichten Atmosphäre, dass man sie schneiden könnte. Die sehr gute Besetzung hilft nicht ganz über die oberflächichen Charaktere hinweg. Die Gesamtkonzeption des Films reist aber alles wieder raus und lässt mit einem mulmigen Gefühl im Kinosaal zurück.

8 / 10
10 - Meisterwerk
8-9 - sehr gut
6-7 - gut
5 - mittelmäßig
3-4 - ausreichend
1-2 - miserabel
0 - Inakzeptabel

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