BG Kritik:

Sin City: A Dame to Kill For


von Daniel Schmitt

Sin City: A Dame to Kill For (US, 2014)
Regisseur: Frank Miller, Robert Rodriguez
Cast: Mickey Rourke, Jessica Alba, Josh Brolin, Joseph Gordon-Levitt, Eva Green, Jessica Alba

Story:
Der nächste Teil im Sin City Universum führt bereits bekannte und neue Gesichter durch die tiefsten Abgründe der sündigen Stadt.

Nach neun langen Jahren führen uns Miller und Rodriguez endlich zurück nach Sin City. Ist die Stadt einen erneuten Besuch wert oder werden am besten gleich zwei Löcher ausgehoben?

Dwight - wurde vorher von Clive Owen gespielt, jetzt von Josh Brolin


Beinahe zehn Jahre ist es her, seit der erste Teil von Frank Miller und Robert Rodriguez die Zuschauer weltweit in die Stadt „Sin City“ führte. Die Comicverfilmung, die davor seines Gleichen suchte, überzeugte durch seine ikonischen Charaktere und seinen visuellen Stil. Schwarz Weiß, mit vereinzelt hervorgehobenen Farbeneinblendungen, um wichtige Elemente oder Charaktere hervorzuheben und mehr wie ein wirklicher Comic zu wirken, machten den Film zu etwas besonderem. Ein erfolgreiches Konzept war geboren, sollte man zumindest annehmen, trotzdem floppte der drei Jahre später veröffentlichte „The Spirit“, der den gleichen Stil sein Eigen nannte, glorreich. Vieles sprach dafür, dass „Sin City“ ein einmaliger Erfolg werden würde, da erscheint „Sin City: A Dame to Kill For“ und bestätigte die Annahme.

Probleme erleichtert, Nancy (Jessica Alba), welche ihr Wunsch nach Rache für den toten Hartigan (Bruce Willis) in den Wahnsinn treibt, Johnny (Joseph Gordon-Levitt), ein Profispieler auf einer Mission und natürlich Dwight, dieses Mal gespielt von Josh Brolin, dessen Teil von der Dame für die man tötet, Eva Green handelt. Wie schon im ersten Teil „Sin City“, verläuft jede Geschichte innerhalb sich überschneidenden Episoden. Jedoch funktionierte diese Erzählweise im ersten Teil wesentlich besser, da er es schafft alle Erzählstränge zu verbinden ohne größere Längen aufzuweisen oder sich in Kontinuitätsfehlern zu verlieren. Dem zweiten Teil gelingt dies nicht. Zwar gibt es klar zu erkennende Übergänge zwischen den Episoden und sie sind weitgehend zusammenhängend aber es wirkt insgesamt erzwungen und einzelne Figuren wie Marv sind einfach überpräsent, indem sie in fast jeder Geschichte eine Nebenrolle spielen. Einfach nur da um anwesend zu sein und um Erzählschwächen hinweg zu helfen. Da wären ein paar Kurzauftritte mehr vielleicht die bessere Alternative gewesen.

Nicht totzukriegen: Mickey Rourke ist Marv


Dabei spielt Mickey Rourke seine Rolle genau so gut wie im ersten Teil. Ein brutaler Hüne mit Ehrenkodex. Ein moderner Krieger geboren in der falschen Zeit, dabei wird seine Figur aber einfach nur benutzt und ist Mittäter, anstatt wirklicher Protagonist. Ähnlich ist es mit Jospeh Gordon-Levitt, welcher den stärksten Plot sein eigen nennen kann, aber viel zu früh beendet wird, bevor er richtig wirken kann. Beide hätten wesentlich mehr verdient, den die Hauptepisoden um die Femme Fatales Eva Green und Nancy erzeugen kaum ein müdes Lächeln. Jessica Albas Hüftschwung in allen Ehren aber ihr Wahnsinn auf dem Weg zur Rache ist weder gut gespielt, noch spannend inszeniert und obwohl Eva Green durchaus in ihre Rolle passt, versteht es der Film einfach nicht mit ihr eine packende Geschichte zu erzählen. Da hilft es höchstens an den Kinokassen, dass sie dreiviertel der Zeit nackt herum läuft aber der Geschichte nicht. Auch Greens direkter Partner in der Episode Brolin kommt nicht an Clive Owens Dwight aus dem ersten „Sin City“ heran.

Insgesamt halten sich Rodriguez und Miller sehr zurück. Technisch gibt es zwar nichts zu bemängeln, auch der Stil aus dem ersten Teil kommt wieder gut zur Geltung aber dem Film fehlen jegliche, wahre Höhepunkte oder die typischen Momente die den ersten Teil einfach zu dem gemacht haben was er ist. Alles verläuft wie auf Schienen aber holprig. Zwar erkennt man einen roten Faden aber die Geschichte stolpert häufiger über ihn, anstatt ihm zu folgen. Einzelne Episoden wirken wie eine einzige Länge in der Erzählung und bleiben einem im Nachhinein kaum im Gedächtnis. Das ist in einem Episodenfilm zwar nicht optimal aber auch nicht so gravierend, wenn es nicht die Hauptgeschichten wären, die diese Mängel aufweisen. Da kann man nach neun Jahren durchaus mehr erwarten. Trotzdem ist nicht alles schlecht. Wenn auch kaum etwas daraus gemacht wurde, erkennt man die Figuren wieder, selbst diejenigen welche umbesetzt wurden. Die Atmosphäre aus dem ersten Teil, die Melancholie, die Brutalität und die schwermütigen Monologe und die Bildsprache blieben erhalten und verhindern das „Sin City: A Dame to Kill For“ gänzlich hinter seinem Vorgänger verschwindet.

Fazit:

„Sin City: A Dame to Kill For“, hat Starbesetzung, weiß aber kaum was damit anzufangen. Er macht alles wie sein Vorgänger nur eben nicht so gekonnt. Viele Längen und fehlende Höhepunkte verlangsamen den Film unnötig und machen aus einer eigentlich sicheren Sache, einen lahmen Aufguss. Fans werden natürlich nicht drum herum kommen aber alle anderen werden ihn bereits nach kürzester Zeit vergessen haben.

5 / 10
10 - Meisterwerk
8-9 - sehr gut
6-7 - gut
5 - mittelmäßig
3-4 - ausreichend
1-2 - miserabel
0 - Inakzeptabel
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