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Kritik:
Skyline


von Christian Mester

SKYLINE (2010)
Regie: Strause Brothers
Cast: Eric Balfour, Donald Faison

Story:
Außerirdische kommen auf die Erde, um uns alle aufzusaugen und dann unsere Gehirne in ihre Maschinen zu stopfen. Turk von Scrubs, Jessica Biels Freund vom "Texas Chainsaw Massacre" Remake und der böse General aus "The Expendables" sind nicht amused.

Kritik:
Dafür, dass "Skyline" nur läppische 10 Millionen Dollar gekostet hat - für gewöhnlich kosten solche Filme das Zehn- oder Zwanzigfache - sind die Effekte der feindlich gesinnten Hypothalamusdiebe wirklich bemerkenswert geworden. Zumindest teilweise, denn zuweilen ging den Machern dann doch wohl das Geld aus. So ist vor allem das Finale auf einem feindlichen Raumschiff plötzlich auf dem technischen Niveau einer "Andromeda"/"Stargate"- Fernsehfolge, und sämtliche größeren Distanzszenen über das Ausmaß der Angriffe sind dann doch eher klein. Die grauen, blau fluoreszierenden Raumschiffe, Kampfläufer und fliegende Oktopusse sehen ansonsten bedrohlich und schön außerirdisch aus.

Dürfte aber auch nicht überraschen, da die Strause Brüder von Natur aus Special Effects Profis sind. "Skyline", für den sie gleich mehrere Teile geplant hatten, war jedoch keine einfache Sache. Die nötigen Gelder dafür mussten sie selbst auftreiben, da sie nach "Aliens vs. Predator 2: Requiem" einen bestimmten Ruf inne hatten, der ihnen weitere Kollaborationen erschwerte. Den sechsten "Alien" und dritten "Predator" Ableger hatten sie mächtig verhunzt, da er trotz passabler Effekte an hirnrissigen Charakteren, schlechten Darstellern und viel zu dunklen Bild litt.

"Skyline" ist visuell nun wesentlich heller gefilmt, sodass alles übersichtlich zu sehen ist, doch helle ist der Neuling leider nicht. Zwar hat man sich dieses Mal Teenie-Pizzaboten und Schulschwimmbäder gespart, nicht aber dasselbe banale Niveau bei Charakteren, Handlung und Action. Bei "AVP 2" brachten die Xenomorph und Yautja noch eine gewisse Grundsympathie mit, da man die Figuren seit langem kennt und mag, doch beide Figuren mag man heut schließlich nur, weil sie mit Dutch und Ripley interessante Gegenspieler, sprich, interessante Menschen hatten.

Die gibts in "Skyline" nicht. Angeführt von Eric Balfour, der schon im "Texas Chainsaw Massacre", in "Hell Ride" und "Horsemen" grottig war, sind die Darsteller charakterlose Statisten, die irgendwie an Hauptrollen kommen konnten. Selbst Donald Faison, der als Doktor Turk in "Scrubs" schlichtweg grandios war, kriegt hier nichts zu tun. Es wird viel geschrieen, gerannt und atemlos Liebe versprochen, doch alles bleibt gefühlskalt, spannungsarm, es ist einem völlig egal, was auch immer mit wem auch immer passiert. Der generische Soundtrack klaubt Elektrosynthischrott zusammen und man mag irgendwann glauben, dass die Aliens am Ende sowieso verhungern werden, da die Hirne ihrer Opfer keinen wirklichen Nährwert haben können. Wie auch, schließlich haben die Strauses 95% ihres ohnehin schon kleinen Budgets nur für die Effekte ausgegeben.

Bis auf die letzten fünf Minuten ist "Skyline" relativ typisch, wenn auch sehr klein gestrickt: die meiste Zeit über laufen die Helden in und auf einem Hochhaus herum (aus Kostengründen drehte man viele Szenen im eigenen Apartment), sehen und entgehen außerirdischen Angreifern, doch was dann kommt, dürfte jeden überraschen. Hier sei nicht zuviel verraten, aber das Ende, dass mehr an eine Videogame-Zwischensequenz als an eine Filmszene erinnert, ist recht gewagt. So gewagt, dass man es wohl mit Leichtigkeit als bescheuerten Schwachsinn deklarieren darf, der nach 80 Minuten maroder Langeweile mit einem lachenden Kopfschütteln gehen lässt. Disaströs ist, dass der Film ein abgehacktes Cliffhanger-Ende hat. Es endet mitten in einer Actionszene und schreit nach Teil 2 - der nach einem weltweiten Einspiel von 50 Millionen Dollar, wenig für "so" einen Film, viel für ein so kleines Budget - möglicherweise tatsächlich noch kommen könnte. Ob wir dann jedoch dabei sind und uns das noch ein weiteres Mal antun werden, ist eine gute Frage, da "Skyline" der schlechteste Alienangriffsfilm seit Asylums DVD-Schrottstreifen "Transmorphers" ist.

Fazit:
Vom Bordstein zur Skyline? Greg und Colin Strause curbstompen "Skylines" Möglichkeiten in den Nexus. Für 10 Millionen Dollar sind die Effekte nicht schlecht, das mag schon stimmen, aber da die Hatz vor den tentakulösen Hirngrapschern nie spannend wird und die Strauses kein Gefühl für interessante Action haben, kann man sich den FX-Techdemo-Alienschmarn auch einfach sparen.

2,5 / 10
10 - Meisterwerk
8-9 - sehr gut
6-7 - gut
5 - mittelmäßig
3-4 - ausreichend
1-2 - miserabel
0 - Inakzeptabel

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