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Kritik:
Star Trek 11


von Christian Mester

Star Trek
(2009)
Regisseur: JJ Abrams
Cast: Chris Pine, Zachary Quinto, Eric Bana

Story:
Als ein mächtig wütender Romulaner mit einer planetenvernichtenden Superwaffe droht, alle möglichen Föderationsplaneten zu vernichten, liegt es an der noch jungen Crew um Kirk und Spock, ihn aufzuhalten...

Kritik:
Star Trek? Das ist doch dieser pseudowissenschaftliche Science-Fiction Schmarn für Schachspieler und Briefmarkensammler, in dem Männer mit Knete im Gesicht politische Debatten über gähnend langweilige Weltraumpolitik halten. Star Trek 8: Der erste Kontakt war ja noch gut, aber sowohl 9: Der Aufstand als auch 10: Nemesis waren nachfolgend so was von marode, dass selbst die treuesten Trekkies ihre Phaser nicht mehr länger auf Betäuben stellen wollten.

Nach all den Filmen und Serien war der Saft einfach raus. Was in den 60ern mal mit tollen Figuren und aufregenden Abenteuern begonnen hatte, war mittlerweile zu einem faulen Multimillionen Dollar Imperium mutiert, dem sämtliche Ideen ausgegangen waren und der sich nur noch wirklich an jene Fans richtete, die im Ferengikostüm stolz zu Conventions reisten.
Also ließ man nach den letzten eher peinlichen Flops im Kino und Fernsehen erst einmal Gras über die Sache wachsen und holte sich Rat bei Regisseur JJ Abrams (Lost, Mission Impossible 3, Cloverfield), den man fragte, wieseine Vision des Themas aussehen würde. Er war der Meinung, dass die Originalcrew mit Kirk, Spock und Co. bis zum heutigen Tag nach wie vor das Beste sei – weswegen er wenn, etwas mit den alte Figuren machen würde. Da in letzter Zeit auch schon Vieles äußerst erfolgreich neu aufgelegt wurde, gab man ihm dafür grünes Licht.
Ob das Experiment nun gelungen ist? Aber hallo.

Schaut man sich heut mal die Originalserie von 1960 an, kann man eigentlich nur noch darüber lachen. Die Effekte waren damals vollkommen lächerlich, die Stories hanebüchen, die Dialoge fast immer meschugge. Was sie aber trotz alledem heut noch großartig macht, sind die Figuren. Kirk, Spock, Pille, Scotty, Chekov, Zulu, Uhura – sie alle sind Kult, dank ihrer perfekten Besetzungen und der großartigen Chemie untereinander.

Kaum zu glauben, aber genau das haben die Macher beim aktuellen Neustart (der gleichzeitig Fortsetzung ist) großartig hinbekommen. Die neuen Gesichter passen perfekt in ihre Rollen, werden wunderbar eingeführt und sind für einen solchen simplen Sommerblockbuster auch noch überraschend gut charakterisiert. Durch die Bank können alle Schauspieler überzeugen, vor allem Pine als Kirk und Quinto als junger Spock wissen zu begeistern. Was vor allem überrascht? Der Film ist lustig. Irre lustig. Wahrscheinlich ist es sogar der lustigste Blockbuster seit langem. Zum einen lacht man andauernd weil die Figuren durch ihre dreiste und neunmalkluge Art ständig überall anecken (vor allem miteinander), zum anderen, weil sich unzählige gute Momente an Situationskomik ergeben, und das den ganzen Film über.

Das heißt aber nicht etwa, dass er albern sei oder sich nicht ernst nehmen kann – keineswegs, spätestens wenn der erste Planet mit einem künstlichen schwarzen Loch aufgesaugt wird, ist durchaus etwas Spannung da.

In Sachen Optik ist Abrams’ neuer Star Trek ohne Zweifel eine Wucht. Vergleicht man ihn mit dem aktuellen und gleich teuren X-Men Origins: Wolverine, kann man bei letzteren nur gewaltig mit dem Kopf schütteln. Ob im Weltraum, auf den Planetenoberflächen oder gar dazwischen, Abrams Film sieht einfach nonstop absolut umwerfend gut aus. Das gleiche gilt auch für die Ohren, denn Michael Giacchinos (Lost) Soundtrack ist so bombastisch und atemberaubend, dass man audiovisuell die ganzen zwei Stunden über mehr als verwöhnt wird. So und nicht anders muss ein 150 Millionen Dollar Film aussehen und klingen, dann lohnt sich der Kinobesuch auch mal so richtig.

Ebenfalls sehr gelungen ist das Einbeziehen des alten Spock, der von Uraltikone Leonard Nimoy gespielt wird. Nimoy, der die Figur vor 43 Jahren das erste Mal übernahm, wird zum Glück nicht bloß für einen simplen Cameo eingesetzt; im Gegenteil. Er wird clever mit in die Story eingebaut und kommt trotz seiner 78 Jahre noch immer sehr gut zurecht. Auch ziemlich gut gelungen ist das gesamte Re-Design des Films, denn sowohl die Brücke, das Schiff an sich, als auch Kleinigkeiten wie Phaser und Beamen sehen jetzt anders aus – schick und modern, ohne dem alten Style wesentlich zu widersprechen.

Gibt es denn Mängel am glänzenden neuen Star Trek? Gewiss, denn auch wenn er insgesamt sehr hell leuchten mag, gibt es vereinzelt dunkle Stellen und Kratzer. So wird es viele stören, dass der neue Film extrem leichte Kost ist – statt mit Spielberg’s Krieg der Welten ist er eher mit Bay’s Popcornfest Armageddon zu vergleichen. Echte Dramatik bleibt selbst dann sogar aus, als Neros Planetenvernichtungsmaschine ganze Bevölkerungen vernichtet. Die letzten vier Star Trek kann man dagegen schon fast düster nennen.

Ein wenig enttäuscht wird man auch von Bösewicht Nero (Eric Bana) sein, denn auch wenn seine ehemalige Romulaner-Minenarbeitercrew mit den Tattoos und ihrem gewaltigen Raumschiff klasse aussehen, bleiben sie allesamt doch recht blass. Hier fehlt definitiv was, denn mit seinem plumpen Rachegedanken ist Nero auch insgesamt viel zu simpel gestrickt, zu langweilig. An Khan (Teil 2) erinnert man sich heut noch weil er so gut war – an Gott (Teil 5), weil er so schlecht war; Nero allerdings wird sich eher bei den unbekannteren Klingonen aus 3 und 6 einreihen, denn nichts von ihm wird je wirklich in Erinnerung bleiben. Vor allem fehlen denkwürdige Auseinandersetzungen mit Kirk. Das ist schade und trübt den Spaß ein wenig, da der Bösewicht genau so gut wie Kirk und Co. hätte sein müssen.

Fazit:
Der neue Star Trek ist ein gelungener Neustart, der vor allem denen gefallen wird, die noch nie was mit dem Thema anfangen konnten.

7 / 10
10 - Meisterwerk
8-9 - sehr gut
6-7 - gut
5 - mittelmäßig
3-4 - ausreichend
1-2 - miserabel
0 - Inakzeptabel 

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