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Kritik:
Star Trek Into Darkness


von Daniel Schmitt

STAR TREK INTO DARKNESS
(2013)
Regisseur: JJ Abrams
Cast: Chris Pine, Zachary Quinto, Benedict Cumberbatch, Zoe Saldana

Story:
Nach einem verheerenden Angriff auf das London der Zukunft begibt sich die Crew der Enterprise auf die Jagd nach einem skrupellosen Terroristen namens John Harrison (Benedict Cumberbatch).

Kritik:
Im Jahre 2009 vertraute man J.J. Abrams (Super 8, Lost) ein tot geglaubtes Franchise an, das seine guten Zeiten längst hinter sich zu haben schien: Star Trek. Charismatisch besetzt, gelang es dem Film als Neuauflage zu einem der erfolgreichsten Blockbuster des Jahres zu werden. Es stand demnach außer Frage, dass ein weiterer Film folgen würde, und dieser führt uns vier Jahre später mit "Star Trek Into Darkness" erneut in unendliche Weiten, die jedoch näher scheinen als man zuerst glauben mag.

Captain Kirk, gespielt von Chris Pine (Carriers, Unstoppable) ist ein Hitzkopf, hält sich nicht an Regeln und hat eine lockere Zunge. Selbstverständlich stößt er damit bei dem von Natur aus ernsten Vulkanier Spock, verkörpert von Zachary Quinto (Heroes, American Horror Story), nicht nur auf spitze, sondern auch auf taube Ohren. Die Aufgabe eines Captains erfordert Rationalität und Opferbereitschaft, beides Eigenschaften, die Kirk nur schwerlich aufbringen kann und weswegen er, ausgerechnet durch seinen Freund Spock veranlasst, schwere Konsequenzen zu spüren bekommt. Chris Pine spielt den Übergang von stürmischen jungen Abenteurer, der immer möglichst jeden retten will und zu impulsiven Aktionen neigt, sehr mitreißend. Zachary Quintos Spock hingegen macht eine Wandlung in die andere Richtung. Der auf Logik und Regeln setzende erste Offizier muss lernen, auch mal emotional sein zu dürfen und Moral über Protokolle zu stellen. Es macht Spaß, beiden Figuren bei ihren neuen Entwicklungen zu zusehen.

Die Mannschaft erlebt ein hartes Erwachen von der Routine, denn der mysteriöse Terrorist John Harrison, gespielt von Benedict Cumberbatch (Sherlock), ist auf Rache aus und lässt seinen Widersachern sowohl kämpferisch als auch stimmlich einen kalten Schauer dem Rücken runter laufen. Seine Darstellung ist beeindruckend kalt und ausdrucksstark, wenn auch zeitweise übertrieben, doch gemeinsam mit Quinto und Pine spielt er alle weiteren Darsteller an die Wand. Jeder der bekannten Mannschaft erhält zwar kurze Momente, aber lediglich Zoe Saldana (Avatar, Colombiana) als Uhura und Simon Pegg (MI4, Shaun of the Dead) als Scotty leisten tatsächlich relevante Beiträge zur Geschichte. Kurioserweise avanciert sich Scotty sogar zum heimlichen Helden.

Der Film ist technisch hervorragend gemacht. Wie gewohnt liefert J.J. Abrams auf audiovisueller Ebene hohe Qualität mit bombastischen Effekten, auch wenn der Soundtrack von Michael Giacchino (John Carter, Star Trek) im Vergleich zu vorherigen Werken sporadisch an Stärke einbüßt. Erzählerisch weist „Star Trek Into Darkness“ so manche Schwächen auf, die vermeidbar gewesen wären. Die Handlung verläuft sehr vorhersehbar und dürfte Star Trek Fans kaum überraschen können, vor allem da bekannte Versatzstücke aus vorherigen Filmen und Serien in leicht abgewandelter Form neu präsentiert werden. Einfallsreichtum gibt es also weniger, was Abrams mit ständiger Dauer-Action zu überpinseln versucht. Vereinzelt sehr martialische, brutale Momente lassen in Frage stellen, ob sich Into Darkness nicht zu weit vom bekannten Star Trek entfernt.

Die Handlung mit samt seinen Wendungen könnte, wenn man den eindeutigen Science-Fiction Aspekt nicht beachtet, auch in der heutigen Zeit, in einer ähnlichen Form geschehen und transportiert damit die fernen und unendlichen Weiten des Raumschiff Enterprise genau vor unsere Türen und das ist schließlich jenes, was das Genre Science-Fiction ausmacht; die Betrachtung vergangener oder aktueller Situationen in abgewandelter Form, um den Menschen eine mögliche Folge ihrer Taten aufzuzeigen. Eine Komponente des Genres, die bei den zuletzt erschienenen Vertretern des selbigen, wie “Prometheus“ oder „Oblivion“ zu kurz gekommen ist. Es bedeutet aber auch, dass die für die Erforschung fremder Welten bekannte Crew dieses Mal verhältnismäßig gewöhnliche Welten sieht und bekannte Probleme zu lösen hat. Selbstverständlich ist „Star Trek Into Darkness“ primär ein purer Blockbuster mit dem Wunsch zu unterhalten und kein Sci-Fi Gerüst zum Nachdenken, als Verweis auf Ereignisse der Gegenwart hat der Film aber einige clevere Ansätze.

Fazit:
Vorhersehbarkeit drückt auf die Spannung und dezente Übertreibung der Darsteller wirkt ab und an kitschig, jedoch ist „Star Trek Into Darkness“ ein solider Actionfilm mit bombastischen Effekten geworden. Star Trek Fans erleben den ein oder anderen Déjà-vu Moment, dürfen sich für den nächsten Teil aber gern wieder mehr Entdeckung von unendlichen Weiten wünschen, anstatt wie hier, "gewöhnliche" Terroristen und einen nahen Bezug zur Erde.

7 / 10
10 - Meisterwerk
8-9 - sehr gut
6-7 - gut
5 - mittelmäßig
3-4 - ausreichend
1-2 - miserabel
0 - Inakzeptabel 

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