BG Kritik:

Stromberg - Der Film


von Michael Herbst

Stromberg - Der Film (DE 2014)
Regisseur: Arne Feldhusen
Cast: Christoph Maria Herbst, Bjarne Mädel

Story:
Zum 50jährigen Jubiläum der Capitol droht eine unliebsame Überraschung: Strombergs Filiale soll wegrationalisiert werden. Um der drohenden Kündigung zu entgehen, versucht der ebenso aalglatte wie dreiste Schmarotzer und Schwätzer alles, das zu tun, für was seine Abteilung steht: Schadensregulierung. Nur für sich, versteht sich.

Das Büro-Ekel Bernd Stromberg hatte es da schwerer, mussten die Macher doch auf Crowdsourcing zurückgreifen um das Produktionsbudget stemmen zu können. DDR-Dramen und Schweiger/Schweighöfer Produktionen können anscheinend mit ausreichend Filmförderungen rechnen, nicht aber eine mit diversen Preisen ausgezeichnete Satire wie diese. Das Warten und Zusammenlegen hat sich aber gelohnt. Ich für meinen Teil kenne nur ein paar Folgen der Serie, kann allerdings versichern, dass man den fünf Fernsehstaffeln treu geblieben ist und dass man Spaß damit haben kann, wenn man nicht alle Insiderspäße aus fünf Jahren Stromberg kennt.

Stromberg basiert auf der UK-Serie The Office


Im Büro der Capitol Schadensregulierung ist immer noch alles beim Gleichen. Ulf und Tanja führen genervt eine konfliktreiche Beziehung, dieses Mal als Adoptiveltern eines problematischen Jugendlichen. Berthold alias Ernie ist weiterhin der zappelige Quengelkopf, der mit seiner nahezu autistischen, uneinsichtigen Verhaltensweise gegen jeden Strich geht und wie gewohnt zum ständigen Opfer täglichen Büro-Mobbings wird. Nachdem er ein Seminar für Führungskrafte besucht hat, sieht er sich sogar als ernstzunehmenden Konkurrenten Strombergs um einen Posten in der Zentrale, womit er sich natürlich mit dem Falschen anlegt. Die übrigen Gesichter an den Schreibtischen im Hintergrund erkennt man auch wieder.

Stromberg, der sich "der Papa" der anderen nennt, hat sich nicht ansatzweise verändert. Der schleimige Aasgeier sieht sich weiterhin als das übersehene Genie der Capitol, der seine geballte Inkompetenz gekonnt überspielen kann. Aus allen Rohren wird über die Kollegen gelästert, wobei die Qualität der Sprüche ähnlich derb und lustig ausfällt wie in der Serie. Mit seiner egoistischen Art tritt er immer wieder in Fettnäpfchen, manövriert sich dann aber immer mit viel, viel Glück und passenden Zufällen wieder aus der Scheiße heraus.

Todfeinde: Stromberg und Ernie


Als Verlängerung einer Serie auf Spielfilmlänge folgt Stromberg dem Vorbild des Simpsons Kinofilms. Man bleibt eine Weile zuhause in heimischen Gefilden, aber dann wird aufgebrochen, denn Stromberg muss bei einer wichtigen Tagung des Unternehmens auftrumpfen. Angenehm ist, dass Regisseur Arne Feldhusen und Autor Ralf Husmann die Dimensionen der Serie trotz Filmformates nicht verlassen. Es gibt keine Verfremdung, wie etwa bei den Mr. Bean Kinofilmen, die so nie in der Serie hätten realisiert werden können. Das Dokumentar-Bild wird beibehalten: in vielen Einschiebern geben Stromberg, Ernie und Co. also ihre fiktiven persönlichen Einsichten ins Geschehen ab, wobei in der Regel pro Charakter lustige Lebensweisheiten herumkommen. Dass der Film trotz Seriennähe auch für Nichtkenner attraktiv ist, lässt sich wahrscheinlich am besten mit dem Serienformat vergleichen. Egal welche Folge man sieht, man hat nicht das Gefühl, einen kleinen Teil einer größeren Narrative zu sehen und somit wichtiges verpasst zu haben, es hat vielmehr den Charakter einer Sitcom. Ob der Stromberg Film das Finale der Legende Strombergs bedeutet? Es gibt eine gewaltige Berufsänderung, die vieles für ihn verändert. Für das Ende der Figur ist es im Zuge der Satire perfekt gewählt, mag man sagen. Ein zweiter Stromberg mit gleicher Besetzung wird dann knifflig.

Christoph Maria Herbst spielt seinen garstigen, verschmitzten Stromberg brillant. Er macht ihn zu einem vielseitigen, wieseligen Arschloch ohne Grenzen und Anstand, lässt aber Mitleid mit seiner Armseligkeit aufkommen. Eine bemerkenswerte Leistung, die ebenso gewürdigt werden muss wie die des Bjarne Mädel, der den starrköpfigen und begriffsstutzigen Ernie schon fast als tickende Zeitbombe spielt. Ihn mit Dynamit um die Brust geschnallt ins Büro rennen zu sehen ist nicht undenkbar, aber zum Glück bleibt sein Irrsinn gezügelt.

Fazit:

Da muss kein Schaden reguliert werden: der Stromberg Abgesang ist eine zynisch-lustige, gelungene Bürosatire mit großartigen Figuren. Der Serie treu und all ihre Stärken ausspielend, muss man dem Papa gratulieren.

7,5 / 10
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