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Kritik:
Taffe Mädels


von Michael Herbst

THE HEAT
(2013)
Regisseur: Paul Feig
Cast: Sandra Bullock, Melissa McCarthy

Story:
Als die störrische, aber spießige FBI Agentin Ashburn (Sandra Bullock) gezwungen wird mit der ständig fluchenden Polizistin Mullins (Melissa McCarthy) zusammenzuarbeiten, ergibt sich ein ungeahnt schlagkräftiges Frauenteam...

Kritik:
Brautalarm ist eine der beliebtesten Komödien der letzten Jahre, und da es dort aufgrund von Unstimmigkeiten zwischen Kristen Wiig und Regisseur Paul Feig aktuell nicht weitergeht, schnappte sich Feig kurzerhand den heimlichen Star des Films und inszeniert mit ihr flink was eigenes. Das Konzept: Melissa McCarthy als rotzfreche Burschikosin mit schmierigen Haaren und loser Faust, trifft auf keusche Vorzeigeagentin Sandra Bullock. Lethal Weapon goes Lady Weapon.

Eine Zusammenstellung, die was von einem FunnyOrDie Sketch hat und in Sketchlängen auch durchaus zu funktionieren mag. McCarthy amüsiert als dauerunverschämte Dreckschleuder par excellence, die alles und jeden beleidigt und vor allem dann ruppig wird, wenn ihr Gesindel guten Grund dafür gibt. Damit ihre Krassheit umso mehr wirken kann, überzeugt Bullock in der Murtaugh-Rolle einer verklemmten Beamtin, die Mullins in all ihren Extremen speziell kontert, dafür ganz eigene Schwächen mitbringt. Ein lustiges Team, das in allen Schimpf- und Prinzipduellen herrlich komisch ausfällt.

Feig folgt damit dem klassischen, aber auch klischeebehafteten Faden vieler Buddykomödien, liefert im direkten Vergleich aber eher einen Hollywood Cops statt eines 21 Jump Street, Lethal Weapon oder Bad Boys ab. Das liegt zum einen an einem besonders schwachen Fall mit einem schlechten Bösewicht, fehlenden Überraschungen außerhalb der zwei Frauencharaktere, banaler Action, einem Defizit denkwürdiger Momente und einer frühen Abnutzung der blanken Figuren, die nach Filmbeginn nur übersehbar wenig dazulernen.

Die Co-Stars können nichts richten, selbst Marlon Wayans, den es irgendwie in eine nur kleine Nebenrolle eines verknallten Kollegen von Ashburn verschlagen hat, kann der müden Zweifrau-Show nichts Ernstzunehmendes dazuliefern. Tatenlos müssen er und Oscar Nominee Demian Bichir mit ansehen, wie die zwei versuchen aus einem Sketchkonzept zwei Stunden zu füllen. Das stemmen sie mit viel offensichtlicher Improvisation so gut es geht aus den Hüften und was sie liefern kann sich sehen lassen, dass ihnen eine so gute Vorlage wie bei Brautalarm oder Miss Undercover fehlt, ist aber spürbar.

Fazit:
Taffe Mädels ist sympathisch besetzt und gehört zum Schlage typisch runder Hollywood-Komödien, die man einfach gern haben muss. Mullins und Ashburn verdienen insgeheim eine Beförderung, also sollten sie beim nächsten Teil bessere Texte erhalten.

5 / 10
10 - Meisterwerk
8-9 - sehr gut
6-7 - gut
5 - mittelmäßig
3-4 - ausreichend
1-2 - miserabel
0 - Inakzeptabel 

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