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Kritik:
Der Tag, an dem die Erde
stillstand


von Christian Mester

THE DAY THE EARTH STOOD STILL
(1953)
Regie: Robert Wise
Cast: Michael Rennie, Patricia Neal, Hugh Marlowe

Story:
Ein UFO landet in Washington und wird umgehend von der US Army belagert. Als ein vermeintlich friedvoller Außerirdischer das Schiff nebst einem Kampfroboter verlässt, mit der Mission, der Menschheit vom Atomkrieg abzuraten, schießt ihn ein nervöser Soldat an...

Kritik:
1953 war der Zweite Weltkrieg noch nicht allzu lange her, und der Kalte Krieg längst in Bewegung. Die passende Zeit für eine künstlerische Warnung wie diese, in der eine dem Menschen überlegene Macht erscheint und mit Gewalt gegen weitere Gewalt droht.

Robert Wise war natürlich ein Gigant des US-Kinos, als Schnittmeister von Citizen Kane und Regisseur von dem hier, Star Trek 1, Sound of Music und West Side Story, also überrascht es keineswegs, dass sein Beitrag zum Sci-Fi B-Movie der 50er mehr als das wurde. Mehr als kreischende, vor UFOs, Aliens und Robotern weglaufende Blondinen, mehr als toughe, schießende Polizisten und Soldaten. Während sich andere Vertreter des Genres mit Freuden auf kriegerische Auseinandersetzungen stürzten, hat Der Tag, an dem die Erde stillstand eine andere Message. Dementsprechend ist das Auftauchen dieser Außerirdischen nur anfangs mysteriös und bedrohlich, ist ihr Ziel zunächst schwer zu glauben. Würden sie nicht doch die Welteroberung anstreben, wie so viele andere vor ihnen?

Fast schon wie in einer Fabel konzentriert Wise sich auf einen durch die Menschheit spazierenden Alien mit Namen Klaatu, der sieht, wie unterschiedlich wir Menschen doch mit Lösungen umgehen und dass manche Probleme mit Köpfchen, andere mit Gewalt gelöst werden. Der Film soll der Gesellschaft einen Spiegel vorhalten und macht das recht plump, darf das im Kostüm des schwarz/weiß B Movie aber sicherlich mehr als wäre er aus einer anderen Epoche.

Action gibt es demnach wenig, doch die Szenen mit Gort überzeugen auch so durch die Grundspannung, was wohl als Nächstes passieren mag. Die Effektarbeit ist gut, doch wer auf größere kriegerische Auseinandersetzungen wie in Kampf der Welten aus ist, einen frühen Independence Day erwartet, der ist hier falsch, keine Frage.

Fazit:
Der Tag, an dem die Erde stillstand ist ein Klassiker der Marke "lange nicht so gut wie sein Ruf, aber wichtig und mit guten Ideen gespickt". Ein Film, den man nicht des reinen Unterhaltungswertes wegen gesehen haben sollte, sondern für seine Bedeutung in seiner Zeitgeschichte und für sein gesamtes Genre.

6 / 10
10 - Meisterwerk
8-9 - sehr gut
6-7 - gut
5 - mittelmäßig
3-4 - ausreichend
1-2 - miserabel
0 - Inakzeptabel 

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