BG Kritik:

Tarzan


von Michael Herbst

Tarzan (DE 2014)
Regisseur: Reinhard Klooss
Cast: Alexander Fehling, Lena Meyer-Landrut

Story:
Tarzan handelt vom Forschersohn John Greystoke, der als Kind alleinig einen Flugzeugabsturz überlebt und von Gorillas in Obhut genommen wird. Als junger Erwachsener Tarzan trifft er auf die Menschenfrau Jane, die das Leben des Dschungelmanns auf den Kopf stellt.

Das erste Animationsfilm-Remake? Edgar Rice Burroughs Abenteuerbuch von 1912 wurde schon fast 100 Mal verfilmt, doch wie kann man bei einer animierten Version nicht an den Disney Film von 1999 denken? Reinhard Klooss deutsche Umsetzung wirkt ähnlich, ist bei näherer Betrachtung jedoch ein ganz anderer Film geworden.

Vom Regisseur von Konferenz der Tiere


Das auffälligste Merkmal der deutschen Umsetzung: Klooss' Tarzan ist Animationswerken wie Die Legende von Beowulf oder Milo & Mars nachempfunden. Die Menschen haben keine unrealistischen, comic-inspirierten Proportionen, sie sind nah an der Wirklichkeit gehalten und wurden sogar per Motion-Capture Verfahren von Schauspielern gespielt. Dieser Tarzan ist und verhält sich echter.

Dieser Aspekt findet sich so auch in der gewählten Erzählweise der Handlung wieder. Unter dem Strich ist es bis auf durch einen Meteoriten auftauchende Mutanten die alte Geschichte, aber um einiges ernster gefasst. In seiner Kinderzeit erlebt Klein-Tarzan weniger Spaß und sogar das Kennenlernen und Verlieben von Jane ist verhältnismäßig kurz gehalten. Klooss brennt stattdessen darauf, die spannungsgeladenen Konflikte mit Janes durchtriebenen Begleiter Clayton in Gang zu setzen. Es folgen ausführliche Actionszenen, in denen sich Tarzan beim Kampf gegen die Gefahren des Dschungels, der eindringenden Menschen und auftauchenden Mutanten immer wieder auf seine von Affen gelernten Klettertalente berufen muss. Mit der vielen Action und geringem Fokus auf Beziehungen zielt Klooss somit speziell auf Jungs ab.

Lena Meyer-Landrut spricht Jane


Mit seinem Hang zur Ernsthaftigkeit scheitert Klooss allerdings. Tarzan ist ein ausdrucksloser Wildfang, der sich behände wie ein Artist bewegen kann, dessen Unterhaltungen mit anderen aber zutiefst langweilen. Die deutschen Sprecher Fehling, Meyer-Landrut und Kai Wiesinger geben sich Mühe ihren Figuren Leben einzuhauchen, spielen aber gegen missratene Gesichtsanimationen an.

Mit ihren steifen Gesichtern, die nach Dauerverstopfung aussehen, ein unmögliches Unterfangen. Aber halt: liegen die miserabel geführten Dialoge wirklich an den Technikern? Flora und Fauna des Films sind hervorragend umgesetzt und wirken in sehenswertem 3D. Über die menschlichen Figuren lässt sich das nicht sagen, und da schmerzt es. Weil Klooss Hampeleien, Charme und Spaß tunlichst vermeidet und sich auf Spannung fokussiert, müssen die Figuren zwingend dramatisch überzeugen. Das können sie aufgrund der starren Gesichter und flachen Dialoge nicht. Oder lag es an Darsteller Kellan Lutz, der Tarzan für den Computer einspielte? Im Endeffekt bleibt es eine passable Techdemo, mit der man die Qualitäten eines guten 3D-Fernsehers bewerben kann. Gutes Kino schwingt hier nicht mit.

Fazit:

Der deutsche Tarzan will wohl Gegenprogramm zu Disneys Eiskönigin sein. Statt Prinzessinnen und Singerei verspricht der neue Klooss viel, viel Action und eine ernste Handlung. Dass das trotz vereinzelter Qualitäten weitgehend ungeachtet bleiben wird, ist technischen Mängeln und spaßophober Regie zu verdanken. Es ist schade um die Arbeit der Gestalter und Grafiker, die alles andere abgesehen von den Menschen sehr anschaulich umgesetzt haben.

3 / 10
10 - Meisterwerk
8-9 - sehr gut
6-7 - gut
5 - mittelmäßig
3-4 - ausreichend
1-2 - miserabel
0 - Inakzeptabel
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