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KRITIK:

TEKKEN - DER FILM


von Christian Mester

TEKKEN (2010)
Regie: Dwight H Little
Cast: Jon Foo, Kelly Overton

Story:
In naher Zukunft wird die Welt von großen Konzernen regiert. Wer nicht Teil der neuen Regierung ist, darf in tristen Armutsvierteln trostlos vor sich hinvegetieren. So auch der junge Kurier Jin Kazama (Jon Foo), der eines Tages mit ansehen muss, wie Soldaten des Mishima Konzerns seine Mutter Jun töten. Wutentbrannt macht er sich auf, am großen King of Iron Fist Tournament mitzumachen; einem regelmäßigen Event, das ihn in die Lage bringt, sich am verantwortlichen Oberhaupt zu rächen...

TEKKEN sollte schon 2009
in die Kinos kommen

Kritik:
Als Street Fighter-Ikone Guile 1994 in Form eines blondierten Van Dammes ins Kino kam, schüttelten Gamefans geschlossen mit dem Kopf. Es war zwar jedem klar, dass das grundlegende Spiel wahrlich kein Oscar-Material bot, doch der alberne Actionreißer hatte sämtliches Potenzial der Vorlage schlichtweg verfehlt (3/10). Besser traf es Paul WS Andersons "Mortal Kombat" Film (6/10), der zwar ebenfalls recht trashig ausfiel, dafür aber wesentlich näher am Spiel lag und sich auch endlich mal nicht davor scheute, auch übernatürliche Mächte und Figuren wie Goro zu zeigen.

Es folgten "Mortal Kombat 2: Annihilation" mit Sido Plastikmaske (1/10), der Girlpowerquark "DOA: Dead or Alive" (2/10) und "Street Fighter: The Legend of Chun-Li", die jedoch allesamt entweder völlig schlecht waren oder sich maßgeblich von den Spielen entfernten. Lange mussten Fans der beliebten Playstation-Reihe "Tekken" nun auf einen eigenen Live-Action Film warten, jetzt ist er da – wenn auch nicht in den Kinos. Der Verleih übersprang den Kinostart und bringt den Film Ende September direkt auf DVD heraus.
Dass er hier und in den USA lediglich auf DVD erscheint, macht natürlich reichlich skeptisch. Es ist wahrscheinlich kein gutes Zeichen, dass der immerhin 35 Millionen Dollar teure Film die wichtigsten Säle, und damit wichtigsten Filmeinkommensquellen der Welt anscheinend freiwillig überspringt. Es schürt die Befürchtung, auch diese Game-Verfilmung sei - wie so oft - ein Desaster geworden, in das die Produzenten schlichtweg keinen weiteren Dollar mehr investieren wollten.

Jon Foo hat nichts mit
John Woo zu tun

Dass der Film jede Menge Geld gekostet hat, sieht man nicht. Das liegt schon daran, dass der Großteil des Geschehens in einer dunklen Arena spielt und man sich nicht einmal die Mühe gegeben hat, diese mit echtem Publikum zu füllen. Da der Film im Grunde auch vollständig auf übernatürliche Elemente verzichtet, gibt es auch keinerlei bemerkenswerten Kostüme, Effekte oder Kreaturen zu sehen, und da darüber hinaus auch niemand Bekanntes mitspielt, darf man durchaus rätseln, wo denn das ganze Geld hinging.

Was die Kämpfer selbst betrifft, gibt es zahlreiche Figuren aus den Spielen, die auch fast alle genau wie ihre digitalen Alter Egos aussehen, allerdings ging all das teilweise nach hinten los. Die Williams Schwestern beispielsweise kleiden sich in billig grelles Pornolatex, Heihachi hat eine lachhafte Fönfrisur und Raven mit seiner Sonnenbrille sieht wie ein Überbleibsel aus einer Power Rangers Serie aus. "Blade 2" Bösewicht Luke Goss spielt als einzigen Kontrastpunkt Steve Fox, der absolut rein gar nichts mit seinem Vorbild zu tun hat. Kämpferisch gibts Licht und Schatten. Stehen sich Athleten wie B-Action Veteran Gary Daniels, der Capoeira-Kämpfer aus "Revenge of the Warrior" und der stählern durchtrainierte Jon Foo gegenüber, sehen die Nahkämpfe nicht schlecht aus, doch wenn die Frauen in ihren Plastikoutfits so tun als könnten sie Martial Arts, darf man getrost im Sessel versinken. Das darf man auch jedes Mal, stehen die Figuren irgendwo herum und machen was anderes als kämpfen. Egal ob es Trauermomente, Familienzwists oder Flirts sind, schauspielen kann da keiner so wirklich und da es nur manchmal unfreiwillig komisch wirkt (immer wenn "Mortal Kombat" Bösewicht Cary-Hiroyuki Tagawa auftaucht), wirkt es meistens einfach nur schlecht.

Der völlige Verzicht auf Übernatürliches lenkt den Fokus auf die Kämpfe und das Drumherum, nur dass das Drumherum jedes Mal leerer, langweiliger Käse über Weltveränderung, Schicksal und Rache ist, der nirgends hin führt, dafür zumindest nicht vollkommen dämlich vorgetragen wird.

Dwight H. Little  tut sich und Fans der Spiele mit seiner Game-Verfilmung somit keinen Gefallen und dass man sagen kann, dass der Film nicht ganz so dämlich wie "Street Fighter: The Legend of Chun-Li" ist, heißt nicht viel. Wirklich besser ist der Film bis auf einige ordentliche, aber dennoch nicht herausragende Kampfszenen nicht. Man könnte ihn demnach getrost mit dem Van Damme "Street Fighter" gleichsetzen, nur, dass "Tekken" nicht so lustig ist, dafür leicht bessere Action hat.

Fazit:
Wenn man das nächste Mal in der Videothek oder im Laden steht und vermutet, dass der neue "Tekken" Film, der irgendwie nirgends im Kino lief und von dem man wahrscheinlich auch noch nie irgendetwas gehört hat, wahrscheinlich genau so schlecht wie viele andere misslungenen Game-Verfilmungen ist, dann gibt einem das Bauchgefühl Recht. Einzig B-Actionfans haben eventuell Spaß an den Kampfszenen.

3 / 10
10 - Meisterwerk
8-9 - sehr gut
6-7 - gut
5 - mittelmäßig
3-4 - ausreichend
1-2 - miserabel
0 - Inakzeptabel

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