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Kritik:
Terminator 4 - The Game


von Christian Mester

Terminator Salvation - The Game
(2009)
Studio: Grin

Story:
Das Spiel zu Terminator 4 spielt zwei Jahre vor den Ereignissen des vierten Films und dreht sich in erster Linie um John Connor, der ohne Österreicher im postapokalyptischen Los Angeles zu Fuß unterwegs ist.

Kritik:
Man kennt das ja: immer wenn eine Spielefirma eine große Lizenz in die Hände bekommt, nehmen die Versprechungen gewaltige Ausmaße an. Natürlich werde es ein guter Titel, natürlich keine solche Enttäuschung wie die meisten anderen Games zu Filmen (auch wenn sie selbst schon welche verbrochen haben), und natürlich werde es irre viele Sachen beinhalten, die die Fans glücklich machen werden. Meist viel Lärm um nichts.

Es war dann schon ein schlechtes Omen, als Hauptdarsteller Christian Bale sich damals trotz guter Bezahlung vehement weigerte sich an dem neuen Spiel zu beteiligten. Ob es an dem eher flachen Spiel zu Batman Begins lag?

Schaut man mal zurück auf die Historie der Terminator Games, so fing es damals eigentlich mal ziemlich gut an. Der Arcade-Titel zu Terminator 2 war absolut spaßig, und Terminator: Future Shock und Terminator: SkyNet waren zwei der besten frühen Egoshooter (in Zeiten, als Gegner noch nicht halb-fotorealistisch, sondern undefinierbare, sich bewegende Pixelklumpen waren. Was damals aber nicht schlimm war, da es stimmig inszeniert wurde und es ohne Ende Dinge zu entdecken gab. Laserwummen beispielsweise, und noch viel größere Laserwummen). Zuletzt gab es Terminator 3: Redemption, der als flotter Third-Person-Shooter auf der PlayStation 2 für simple, aber ordentliche Äktschn sorgen konnte - sogar mit Arnie. Nicht ganz so glimpflich lief es dagegen für die desaströsen anderen zwei T3 Games Terminator: Rise of the Machines und den ganz schlechten Battlefield-Klon Terminator: Rise of the Machines, die man wohl am besten ganz schnell wieder vergisst.

Wie man Postapokalyptisches richtig zubereitet, hat Fallout 3 ja bekanntlich neulich noch als Referenz vorgelegt, aber ob T4 da dran kommt? Müsste ja eigentlich, da sich das Szenario der Zukunft perfekt für ein ähnliches Game anbietet. Packende Zweikämpfe mit überlegenen Gegnern? Mutiges Umherhuschen in der Hoffnung nicht vom gruseligen Hunter-Killer erspäht zu werden? Das Bergen und Retten von Überlebenden? Das Plündern und Untersuchen der zerstörten Städte? Schon die Ideen allein klingen spannend; schade nur, dass davon nichts im Spiel zu finden ist.

Zugegeben, das erste Auftreten eines T-600 ist noch cool, aber wenn man nach einer Weile stumpfen Geballers merkt, dass es wirklich nur eine handvoll Gegner- und Waffentypen gibt und Connor in 99% der Spielzeit nichts Anderes macht, als auf gerader Linie unwichtige Terminator (die wirklich interessanten Modelle kommen aufgrund der Zeit schließlich nicht vor) zu schrotten, wird es unheimlich schnell richtig langweilig. Spätestens nach dem 50sten Spinnen-Terminator will man die Menschheit gar nicht mehr retten.

Es gibt zwar hier und da ein paar Modelle, die nicht in den Filmen vorkommen, aber auf die kann man auch wohl getrost verzichten, da sie wie 0815 Robo-Gegner aus jedem typischen Sci-Fi Shooter aussehen.

Auf den ersten Blick sieht das Spiel an sich ungemein schick aus. Man wird gut ins Geschehen eingebracht und die Steuerung geht leicht von der Hand, denkt man sich - kein Wunder, ist ja auch dreist von Gears of War geklaut. Leider hat man die Qualität des Bestsellers nicht mitgeklaut, was dann schon nach einer guten Viertelstunde das erste Mal negativ auffällt.

Gears of War ist ja auch sehr simpel, aber generell unheimlich filmreif aufgebaut, mit unzähligen Überraschungen und jeder Menge Herausforderungen. Kurios also, dass dieses Spiel zum Film alles andere als kinoreif wirkt. Im Gegenteil, da es wie Wanted: Weapons of Fate unweigerlich linear ausfällt, ist es ein stumpfer, geradliniger Shooter geworden, bei dem man ähnlich wie bei House of the Dead immer wieder auf die selben Gegner trifft und immer nur die gleichen Waffen zur Wahl hat. Ein Inventar gibt es ebenfalls nicht, also kann man auch nie was mitnehmen. Woher auch, denn traurigerweise ist die gesamte Umgebung nicht beeinflussbar.

Statt des mittlerweile bekannten Selbstheilens in Gefechtspausen bekommt man seine Lebensenergie übrigens nur dann wieder hoch, wenn man die nächsten Gegner geschafft hat. Was gerade dann schwierig wird, wenn man von mehreren Maschinen eingekesselt ist, fast keine Munition mehr bei sich hat und die hirnlosen Begleiter (die immer dabei sind, aber nichts tun) alles Mögliche tun, nur ihrem Weltenretter John Connor nicht zur Hilfe kommen. Wieso auch, dank T4 wissen wir ja schon, dass er es bis dahin überleben wird. Ist aber vielleicht auch nötig, da man den Titel trotz seiner Unannehmlichkeiten in weniger als drei Stunden durch hat (!). In denen gibt es auch keinen wirklichen Endgegner und keine einzig wirklich coole Sequenz.

Die Story? Im Grunde auch nichts Besonderes, aber es wird zumindest gezeigt, wie Connor und Blair (Moon Bloodgood) im Film auf seinen später sehr loyalen Mitstreiter Barnes (Common) treffen. Wer sich von all dem schicke Videos oder sonstige Überraschungen erhofft, bleibt besser fern. Die Grafik an sich ist so wie bei den meisten neueren Titeln: für Zuschauer sofort tops, aber beim näheren Hinsehen einfallslos und schwach texturiert. Dass man fast null mit der Umgebung interagieren kann, es keine wirkliche Physik-Engine gibt und beeinflußbare Elemente bis aufs Äußerste limitiert sind, lässt erfahrene Gamer darüber hinaus ganz tief grummeln.

Also völliger Schrott? Nein, kann man so nicht sagen. Dafür ist die Grafik zu solide und das Gameplay an sich zu passabel, allerdings sollte man sich davor hüten, dafür 40-50 Euro auf den Tisch zu legen. Wer jetzt also nicht unbedingt totaler Terminator-Fan ist und auch schon Romane und Figuren und John Connor Bettwäsche und all sowas sein Eigen nennt, kann also besser einen großen Bogen drum machen. Und wer Terminator Bettwäsche hat, dem ist eh nicht mehr zu helfen.

Fazit:
Das Spiel zu Terminator 4 ist nicht unbedingt schlecht, tritt sein Potential aber mit Füßen und ist allein schon wegen der kurzen Spielzeit ein kleiner Witz. Abzuraten.

4 / 10
10 - Meisterwerk
8-9 - sehr gut
6-7 - gut
5 - mittelmäßig
3-4 - ausreichend
1-2 - miserabel
0 - Inakzeptabel 

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