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Kritik:
Terminator - From the Ashes


von Christian Mester

Terminator Salvation - From the Ashes
(2008)
Autor: Timothy Zahn

Story:
"From the Ashes" spielt ein paar Monate vor den Ereignissen von Terminator 4: Die Erlösung und fungiert als Vorgeschichte zum vierten Teil. Während von Neuling und T4-Hauptfigur Marcus noch weit und breit nichts zu hören ist, erzählt das Buch hauptsächlich vom täglichen Kriegsalltag des Kampfes gegen Skynet, wobei ständig zwischen zwei Parteien gewechselt wird: zum einen folgt man Rebellenführer John Connor, seiner Frau Kate, dem grantigen Barnes und der Pilotin Blair bei ihren verschiedenen Einsätzen, zum anderen aber auch einem (im Film nicht vorkommenden) Soldaten namens Orozco, der seines Zeichen zwei Kinder rettet - Kyle Reese und dessen Begleiterin.

Kritik:
Black Hawk Down mit Terminatoren - so etwa könnte man das offizielle Prequelbuch zum kommenden vierten Teil beschreiben, da es sich in erster Linie um den harten Kriegsalltag der Serie dreht. Autor Timothy Zahn scheut hier trotz der Unüblichkeit für Romane auch keineswegs davor, reihenweise große Actionszenen zu beschreiben. Fast pausenlos kämpfen die Rebellen hier in den Ruinen von Los Angeles um ihr nacktes Überleben, da Skynet mit aller Macht versucht, die lästigen Menschen ein für alle Mal zu erledigen. Tag und Nacht machen dabei auch keinen Unterschied, denn wie es schon die Trailer zum vierten Film andeuteten, ist das Geschehen dieses Mal auch tagsüber aktiv... und spielt demnach auch hauptsächlich am Tag.

Die Frage ist jetzt, was genau will der Roman denn eigentlich bezwecken? Will er eine eigene, interessante Story erzählen? Nicht wirklich; viel mehr geht es Zahn darum, die aktuelle Lage der Helden näher vorzustellen, ein Gefühl für die neue Atmosphäre zu vermitteln und die Figuren - vor allem die drei neuen des vierten Films: Star, Barnes und Blair - ein wenig besser einzuführen. Das und das Beschreiben der altbekannten Figuren John, Kate und Kyle klappt hervorragend, was gerade in Hinblick auf den jungen Kyle Reese recht interessant ausfällt und immer wieder auch mit netten Verweisen auf die alten Filme gewürzt ist.

John hat mittlerweile eine Crew von rund 50 Personen angesammelt, mit denen er täglich strategische Angriffe ausführt und unbeteiligte Zivilisten rettet. Zwar ist er zu diesem Zeitpunkt noch nicht der oberste Befehlshaber der Resistance, gilt aber unter seinen Kameraden als brillianter Stratege und großes Vorbild. Im Buch findet er nach einem Gefecht eine CD seiner Lieblingsband Guns N Roses, was ein netter Wink an die Fans ist (GNR machten den Titelsong zum zweiten Film und sogar ein Musikvideo, in dem Arnie als Terminator auftauchte).

Seine Frau Kate dagegen will immer mit bei ihm sein, was bei John auf großes Unverständnis stößt. Er hat verständlicherweise Angst um sie, allerdings erinnert sie ihn an das, was ihnen der Terminator in T3 damals sagte: dass ein Terminator ihn irgendwann tötet und Kate dann mal die Führung übernehmen muss. Demzufolge will sie dafür gewappnet sein und schafft es später trotz anfänglicher Skepsis der anderen Marines, sich ersten Respekt zu erkämpfen. Es wird auch gezeigt, wie sie John das erste Mal von ihrer Schwangerschaft erzählt (im vierten Film ist sie schon im 7. Monat).

Kyle ist hier gerade mal 16, aber schon längst ein äußerst erfahrener Rebell und auch mutiger als viele seiner älteren Kameraden. Eine besonders enge Beziehung hat er zu dem jungen, stummen Mädchen Star, für die er sich sogar in lebensgefährliche Nahkämpfe mit den Maschinen begibt. Als nette Erinnerung an den ersten Film nutzt er im Kampf gegen die Maschinen laufend Rohrbomben - auf seinen Sohn Connor trifft er im Laufe des Prequels aber noch nicht.

Barnes (gespielt von Rapper Common) ist einer der loyalsten Soldaten Connors, der allerdings wegen seiner aufbrausenden Art von den anderen Kameraden ziemlich gefürchtet wird. Barnes lässt sich ungern herum kommandieren oder befehligen; einzig bei Connor, den er über alles schätzt, ist er jedes Mal gleich als Helfer dabei.

Blair (Moon Bloodgood) dagegen ist eine äußerst mutige und abgebrühte Pilotin, die Connor's Team laufend mit ihrem A-10 Kampfflugzeug unterstützt und oftmals die letzte Rettung darstellt. In etlichen explosiven Luftkämpfen legt sie sich mit den fliegenden Hunter-Killern an und sorgt dafür, dass sich die Rebellen hauptsächlich um die feindlichen Bodeneinheiten kümmern müssen.

Skynet? Taucht selbst nicht auf, aber die beschriebene Lage ist dennoch relativ interessant. Man erfährt zum Beispiel, dass Skynet zu der Zeit noch nicht so mächtig ist wie zunächst angenommen und zwar viele Angriffe läuft, technisch aber noch halb in den Kinderschuhen steckt. Abgesehen von den Hunter-Killern nutzt es eigentlich nur die klobigen und relativ leicht zu besiegenden T-600, sowie die alten Modelle der T-1 (welche man auch in T3 schon zu Gesicht bekam). Diese kommen zwar oft vor (im Buch treffen die Rebellen etwa auf insgesamt 30 T-600, eine handvoll T-1 und 6-7 Hunter-Killer), aber haben sie weder überragende Technik, noch tauchen sie in Form wirklich unschlagbarer Riesenarmeen auf.

Zu diesem Zeitpunkt macht es also noch den Anschein, als könnten die Menschen das Computernetzwerk wirklich mal besiegen. Eine ebenso große Gefahr wie die Maschinen stellen derweil andere Überlebende dar, die in Gruppen durch die Ruinen ziehen und alles überfallen und vergewaltigen, was sich selbst nicht wehren kann (im Buch kommt es allerdings nicht dazu).

Hints in Richtung des vierten Teils gibt es leider nur wenige - so meinen einige Rebellen gehört zu haben, dass Skynet neue Modelle für Unterwassereinsätze entwickelt (die Hydrabots) und es kommt das Gefühl auf, dass Skynet verdächtigerweise sehr unbeteiligt, gar mit anderen Sachen beschäftigt wirkt - es gibt jedoch weder den neuen Harvester zu sehen, noch Mototerminatoren, T-700, Fabriken, Terminator-Konzentrationslager oder gar ein komplett neues Modell - selbst Zeitreisen stehen hier noch nirgends auf dem Programm.

Ist es denn ein gutes Buch? Kommt drauf an, was man verlangt - als eigenständiger Sci-Fi Roman ist er sehr platt, dafür fehlt es definitiv an einer vernünftigen Story mit Höhepunkt und Ende, aber als erster Einblick in die Welt von Terminator 4 ist es für Fans klar empfehlenswert, da es mit Vorkenntnissen gleich alles viel besser aussieht. Bei einem Preis von gerade einmal 5-6 Euro lässt sich auch nicht groß meckern, und als leichte Strandlektüre ist es mit gerade einmal 300 Seiten fix heruntergelesen.

Aber - wer sich generell die Härte der Zukunftsvisionen des ersten Films wünscht, wird mit Sicherheit recht enttäuscht sein, denn in Sachen Gewalt fällt das Prequel etwa so handzahm aus wie "Oh, wie schön ist Panama". Auch fehlt die Angst der Menschen, die zwar in den alten Zukunftsvisionen sehr packend herüberkam, hier aber kaum vorkommt, da fast alle Beteiligten höchst routinierte Krieger sind und die riesigen T-600 reihenweise erledigen, als wären sie ganz normale Gegner, nicht leblose totbringende Maschinen in Skelettform. Das hätte man spannender machen können.


Fazit:
Das Prequel zu Terminator 4 ist derart leichte Kost, das man sie locker an einem sonnigen Nachmittag herunterlesen kann - für Geeks und Fans der Serie ist die Einführung in die neuen Figuren auch recht gelungen und dank viel Action auch alles andere als langweilig, doch für einen richtig guten Roman mangelt es einfach an Story und Höhepunkten. Auch hätte das Buch ruhig ein, zwei Überraschungen oder Secrets beinhalten können, denn ohne die ist es letztendlich nichts Relevantes und somit auch fraglos überspringbar.

5 / 10 

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