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Kritik:
Texas Chainsaw


von Christian Mester

TEXAS CHAINSAW
(2013)
Regisseur: John Luessenhop
Cast: Dan Yeager, Alexandra Daddario, Scott Eastwood

Story:
Direkt nach den Ereignissen des allerersten Films kommt eine aufgebrachte Nachbarschaft und fackelt Leatherfaces Haus nieder. Im Feuer sterben anscheinend alle der Kannibalenfamilie, außer ein Baby, das zur Adoption weggegeben wird. Jahrzehnte später wird die junge Heather (Alexandra Daddario) nach Texas eingeladen, um dort den Nachlass einer mysteriösen Verwandten zu erhalten. Was sie nicht ahnt: sie ist das Baby von damals, ihr Kettensägen schwingender Onkel lebt noch irgendwie im Keller und dann geht die Tür auf.

Kritik:
Es ist immer mit gehörigen Zweifeln zu reagieren, wenn eine Reihe mittendrin versucht, vorangegangene Teile plötzlich zu ignorieren oder mit einer neuen Handlung zu überschreiben. Halloween 4 und 7 haben das getan. 4 um den im Feuer gestorbenen Michael Myers aus 2 wieder zurückzuholen, 7 um den nicht guten 6 mit seinem Myers-Kult möglichst schnell wieder vergessen zu lassen. Okay, "Texas Chainsaw" mit seinem gratulierbar dummen Titel holt jetzt das ganz dicke Radiergummi raus. Es reichte nicht, dass die beiden neuen Filme von 2003 und 2006 gestrichen sind, Luessenhop killt selbstbewusst auch die alten Teile 2, 3 und 4, obwohl 2 vom gleichen Regisseur wie der erste war. Nötig? Für die neue Storyidee ja, aber so? Quark.

Es ergibt auch keinen Sinn. Spoiler voraus: im Film kommt heraus, dass Alexandra Daddarios Heather mit Leatherface verwandt ist. Das ist an und für sich ein netter neuer Dreh, aber wie es inszeniert ist, hoppt das vorn und hinten nicht. Denn Heather wird in den 70ern als Baby weggegeben und soll jetzt 2014 dennoch so alt sein wie Daddario, Anfang 20. Rein rechnerisch müsste sie allerdings um die 40 sein. Das ist kleinkrämerig, aber halt so unnötig wie die Ideen der Wissenschaftler in Prometheus. Dass man für den kurzen Prolog ein paar der alten Gesichter des alten Films gewinnen konnte, übersehen dann selbst Übernerds, zumal Gunnar Hansen nicht noch mal den Leatherface gibt, und Cameos hatten er und Burns auch schon in den anderen Teilen.

Dass die Heldin und Hobbyfleischer Leatherface blutsverwandt sind, ist eine durchaus gute Idee und führt den Film zu einem vielversprechenden Ende, das Neugier auf weitere Teile macht. So reichts aber nicht, den Rest zu legitimisieren. Daddario kommt mit einer Bande Freunde zum Haus, darunter Ben Linus' Tochter aus Lost und Rapper Trey Songz, aber sie bleiben alle relativ blass. Lediglich Alexandra Daddario selbst ist mit Elan dabei, schafft es aber aufgrund des Drehbuches nicht sonderlich, ihrer extrem figurbetonten Rolle mehr zu entlocken. In Sachen Helden waren die Texas Filme noch nie das Suppengrün, aber Luessenhop inszeniert den guten Teilen nicht gut genug hinterher. Mit Nispels stylischer Inszenierung (die Liebesman weitgehend nachmachte) kann er nicht mithalten. Es fehlt ein wirklich fesselnder Menschencharakter wie der Sheriff und der neue Leatherface Dan Yeager vermag es nicht so wirklich, diesem siebten Bubba Schwabbelbacke was neues an Persönlichkeit mit auf dem Weg zu geben. Nach dem ersten war Leather im zweiten scheinbar erregt, im dritten hatte er mit einem Sprachcomputer gelernt, im vierten schien er kastriert, im Remake war er ein furchterregender 2-Meter-Koloss, in the Beginning sahen wir, wie er geboren wurde und seine Schlachterkarriere begann, in diesem neuen... gibts eigentlich nichts neues. Die Verwandtschaft hat auf ihn als Figur recht wenig Einfluss.

Dieser neue war der erste in 3D, aber ein echtes Dimensionenfest gibts auch nicht. Anders als bei My Bloody Valentine 3D, Drive Angry 3D oder den alten Jaws 3D und Freitag der 13te 3D gibt es nur höchst selten besondere 3D Augenblicke. Also wer erwartet, laufend spektakulär eine Kettensäge in 3D ins Gesicht zu kriegen, Fehlanzeige. Auch sind die wenigen Kills kaum auf das Format ausgelegt (und auch generell nicht der Rede wert).

The Texas Chainsaw Massacre: Blutgericht in Texas (1974)
The Texas Chainsaw Massacre 2 (1986)
The Texas Chainsaw Massacre 3: Leatherface (1990)
The Texas Chainsaw Massacre 4: The Next Generation (1994)
The Texas Chainsaw Massacre (2003)
The Texas Chainsaw Massacre: The Beginning (2006)
Texas Chainsaw (2013)

Fazit:
3D hat eine (!) interessante Storyidee und mit Alexandra Daddario aus Percy Jackson eine anständige Heldin, aber der Rest ist purer Leerlauf. Aus der Idee, zurück zum Original zu gehen wird nicht wirklich viel gemacht, vor allem nicht einmal im entferntesten versucht, dessen Stil oder Stärken zu erreichen. Hätte er den berühmten Namen nicht, hätte er es als separater Horrorfilm echt nicht leicht, denn spannend, gruselig, gut ist der nicht.

3 / 10
10 - Meisterwerk
8-9 - sehr gut
6-7 - gut
5 - mittelmäßig
3-4 - ausreichend
1-2 - miserabel
0 - Inakzeptabel 

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