Kritik:
Texas Killing Fields
Schreiendes Land
von Steffen Berger
TEXAS
KILLINGS (2012)
Regie: Ami Caanan Mann
Cast: Jeffrey Dean Morgan, Sam
Worthington, Chloe Grace Moretz
Story:
Ein Klima des puren Bösen liegt über
den fauligen Sümpfen rund um Texas
City. Immer wieder werden dort die
Körper von Mordopfern gefunden. Wie
viele als Teil der Nahrungskette für
immer und ohne Spuren verschwinden,
weiß niemand. Die Einheimischen
nennen dieses Gebiet "the killing
fields". Als erneut eine
Frauenleiche auftaucht, beginnt
Detective Heigh aus Texas City immer
intensiver außerhalb seines
Zuständigkeitsbereiches zu
ermitteln.
Zunächst sehr zum Ärger seines
Partners, der sich lieber auf einen
ungelösten Mordfall in der Stadt
konzentrieren will, anstatt dem
Phantom eines Serienkillers
hinterher zu jagen. Doch dann
klingelt das Telefon und die
Detektive müssen die Todesschreie
einer jungen Frau live mit anhören.
Eine Grußbotschaft des Killers an
die Polizei ... Authentischer Kampf
gegen das Verbrechen – nach einer
wahren Begebenheit!
Mit Ami Canaan Mann stellt sich die
Tochter eines Ausnahmeregisseurs
näher vor: ihr Vater ist Michael
Mann (Heat, Collateral, Miami Vice).
Ihr Projekt: ein hitziges
Südstaatenambiente, in dem grausige
Morde zwei charakterstarke Cops
fordern. Hört sich im Grundzug
bekannt an, denn erst Monate zuvor
geschah ähnliches bereits mit
Jennifer Chambers Lynch, Tochter von
David Lynch (Lost Highway,
Mulholland Drive), die sich mit
ihrem Südstaatenthriller
Surveillance - Unter Kontrolle mit
Bill Pullman und Julia Ormond als
Cops auf Killerjagd debütierte.
Leider konnte man Lynchs Film nicht
als Erfolg werten, da er trotz
interessanter Gesamtelemente
insgesamt zu langweilig inszeniert
schien, kein Drive aufkommen wollte.
Selbig ergeht es nun Mrs. Mann, die
trotz toller Zutaten nichts
Beschauliches zu kochen vermag.
Worthington und Morgan sind potente
Darsteller, die sich und ihre
Leading Man Qualitäten längst unter
Beweis gestellt haben, doch wie
Morgan im Thriller The Resident
bereits zeigte, bedarf es an mehr
als seinem Talent, um eine spannende
Geschichte zu erzählen. So sind
Worthington und Morgans
Cop-Charaktere noch das beste am
Thriller, der wie der ähnliche
Surveillance relativ wenig daraus
macht, die Indiziensuche der
natürlich ungleichen Kollegen nach
dem Killer zu etwas spannendem zu
machen.
In Randerscheinungen tauchen die
zwei Kaliber Jessica Chastain und
Chloe Moretz auf, die ebenso wie die
malerisch gruselig atmosphärische
Gegend immer wieder kurzzeitig für
flackernde Hoffnungsschimmer sorgen;
letzten Endes sind die Figuren
jedoch zu schwach geschrieben, um
sich näher für sie zu interessieren,
ist die Fallentwicklung nicht
spannend genug. Alles scheint auf
eine große Wende gegen Filmende zu
setzen, die jedoch früh absehbar ist
und das Ruder so spät dann auch
nicht mehr herumreißt.
Fazit:
Kampf der Titanen und Avatar-Star
Sam Worthington meldet sich mit
einem leider wenig aufregenden
Serienkiller-Thriller zurück.
Zusammen mit Jeffrey Dean Morgan (Watchmen),
Chloe Moretz (Kick-Ass) und Jessica
Chastain (The Help) kämpft er gegen
ein maues Script an, das nicht zu
packen weiß. Schade, bietet der Film
doch ein interessantes Ambiente und
Staraufgebot - also: Erwartungen
senken.
3 /
10
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