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Kritik:
The Da Vinci Code


von Christian Mester

The Da Vinci Code
(2006)
Regisseur: Ron Howard
Cast: Tom Hanks, Audrey Tautou, Paul Bettany

Story:
Als der Symbol-Experte Robert Langdon (Tom Hanks) von der französischen Polizei in den Louvre bestellt wird, ahnt er noch nicht, welch Abenteuer auf ihn wartet. Dort wurde nämlich ein alter Bekannter von ihm ermordet, der eine verschlüsselte Nachricht für ihn hinterließ. Zusammen mit der Enkelin Sophie Neveu (Audrey Tautou) versucht er nun das Rätsel zu lösen....

Kritik:
Als Leser des Buches kann ich im vorab sagen, dass Fans der Vorlage getrost aufautmen können: man blieb sehr nah am Original und schaffte es eigentlich sehr gut, die eh schon sehr bildlich geschriebene Story von Brown passend umzusetzen. Wie sehr das aber nun als Spielfilm funktioniert, ist eine andere Geschichte. Unter der Regie von Ron Howard sieht The Da Vinci Code zwar durchweg solide aus, doch kann man nicht wirklich sehen, wieso der Film 125 Millionen Dollar gekostet hat. Der Mann hinter Apollo 13 und Backdraft ist hier sichtlich nicht auf dem Höhepunkt seines Schaffens.

Hans Zimmers Score bleibt überraschend farblos, was man zum Glück nicht über die Darsteller sagen kann. Ian McKellen, den meisten wohl eher als Magneto oder Gandalf in Erinnerung, schafft mit Leigh Teabing eine weitere großartige Figur, die der Veteran mit Witz und Charme zum wahren Highlight des Films macht. Gerne zieht man den Hut vor diesem grandiosen Schauspieler, der erst viel zu spät zu seinem Ruhm gekommen ist.

Auch exzellent ist der Standard-Franzose Jean Reno, der seiner undankbar kleinen Rolle eine erstaunliche Tiefe verleiht. Seine Präsenz wertet den Film gleich auf, und genau wie bei Paul Bettany wünscht man sich, man hätte mehr von ihm gesehen.

Paul Bettany. Der Ehemann von Jennifer Connelly hat es nicht immer leicht: zuletzt wurde sein Film FireWall mit Harrison Ford von Kritikern und Publikum zerrissen, da flog er auch noch für die Hauptrolle des Jokers im nächsten Batman aus dem Rennen. War seine Figur Silas im Buch noch eine der besten, zieht Bettany's Unglück auch hier wieder mit ein: mit seinen wenigen Szenen und dem Verzicht auf mehr Tiefe bei seiner Figur verblasst er auch hier wieder, sprichwörtlicherweise ebenso wie sein Albino.

Audrey Tautou ist mit Sicherheit einer der niedlichsten Exporte, den Frankreich bislang zu bieten hatte, doch so süß wie sie ist, kann sie nicht wirklich überzeugen. Trotz ihrer starken emotionalen Verknüpfung mit dem Opfer und der späteren Offenbahrungen bleibt sie starr und reiht sich mit ihren Mimiken gar irgendwo zwischen einem typischen DJ Qualls und Haudegen Steven Seagal ein. Eine Schande, überlegt man, was wohl eine Sophie Marceau oder eine Catherine Zeta-Jones mit der Rolle gemacht hätte.

Tom Hanks selbst ist der große Verlierer des Da Vinci Codes, denn dafür, das er der "große Robert Langdon" und der Held der Geschichte ist, bleibt er blaß, spaßarm und ohne viel Begeisterung im Bild. Meistens agiert er eh nur als Nebenfigur, und auch zwei kleinere Szenen mit Platzangst, die der Figur mehr Tiefe verleihen sollen, fallen hier wie seine Filmfigur tief ins Wasser.

Wir sprechen hier über Tom Hanks. Forrest Gump. Der Mann, der die Apollo 13 Mission überlebte. Der mit Wilson dem Volleyball sprach. Es ist traurig, das Hanks hier so daneben greift. Dan Brown's Roman ist ein so unterhaltsames Leseerlebnis, weil er den Verlauf der Story in extrem geschickte Kapitel unterteilt. Fast jedes endet mit einem Cliffhanger, das einen mit Spannung den nächsten Seiten entgegen fiebern lässt. Ron Howard geht jedoch mit der Kettensäge an die Struktur und baut sich seine eigene, die dementsprechend unharmonisch und ungeliebt aussieht.

Natürlich folgt man dem Verlauf gebannt und will wissen, was es mit der Story auf sich hat und was als nächstes passiert, doch wirkliche Spannung oder skandal-trächtige Enthüllungen treten nicht auf; bzw. sie werden nicht spektakulär in Szene gesetzt. Das sollten sie aber, überlegt man sich mal, worum es hier überhaupt geht. Insgesamt bleibt man mit gemischten Gefühlen sitzen, doch insbesondere fragt man sich, ob all der Hype gerechtfertigt ist. Für das Buch? Ja, durchaus. Aber für den Film? Keineswegs.

Wie schon gesagt: es eine solide verfilmte, halbwegs spannende Geschichte mit einigen Highlights und viel Mittelmaß, die es eigentlich verdient hätte, durch und durch außergewöhnlich beeindruckend zu sein.

Fazit:
Der erste Langdon ist ein lauer Schatzsucherfilm, in dem Tom Hanks leider recht unbeteiligt umherstolpert. Interessante Ideen, ein unterhaltsamer Bösewicht, aber nicht so aufregend, wie es sein sollte.

5 / 10
10 - Meisterwerk
8-9 - sehr gut
6-7 - gut
5 - mittelmäßig
3-4 - ausreichend
1-2 - miserabel
0 - Inakzeptabel 

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