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KRITIK:

The Disappearence
of Alice Creed


von Christian Mester

THE DISAPPEARANCE OF ALICE CREED (2010)
Regie: J Blakeson
Cast: Gemma Arterton, Eddie Marsan

Story:
Eigentlich wollte sie nur Joggen gehen, doch als die hübsche Tochter (Gemma Arterton) eines wohlhabenden Mannes eines Tages aus dem Haus geht, wird sie von zwei vermummten Männern (Eddie Marsan und Martin Compston) überwältigt. Gefesselt wacht sie auf einem Bett auf, verängstigt, schwitzend und nicht ahnend, was ihr bevor steht.

Arterton spielte in KAMPF DER TITANEN
und PRINCE OF PERSIA mit

Kritik:
Als Ridley Scott („Blade Runner“, „Gladiator“,„Alien – Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt“, zuletzt „Robin Hood“) Anfang des Jahres J Blakesons englischen kleinen Thriller „The Disappearence of Alice Creed“ (Das Verschwinden der Alice Creed) sah, griff er sofort zum Hörer und ließ seinen Assistenten einen Namen für seinen geplanten „Alien 5“ notieren: Gemma Arterton. Filmfans kannten die hübsche Britin zwar schon als Strawberry Fields aus „James Bond: Ein Quantum Trost“, doch der Welt sollte sie erst im folgenden Sommer bekannt werden. Sie spielte die Göttin Io in „Kampf der Titanen“ und des Prinzen Geliebte in „Prince of Persia: Der Sand der Zeit“.

Gefordert wurde sie allerdings vorher in diesem kleinen Thriller, der sie in die Lage eines vermeintlich hilflosen Opfers bringt. Verschleppt, verschnürt und entblößt sieht es zunächst so aus, als müsste sie jeglichen Übergriff der fiesen Menschenverschlepper erdulden. Was in den meisten Fällen zum blutigen Rache-Thriller gegen hässliche und überstarke Psychopathen geworden wäre („The Last House on the Left“ ?), wird hier zum cleveren Machtduell und Kammerspiel gemacht. Blakesons kleiner Film überrascht mehrfach mit ungeahnten, fast schon genialen Wendungen, die die Erwartungen durcheinander bringen und Gewohntes gepflegt übergehen. Blakeson verzichtet zwar auf graphische Gewalt, schreckt aber vor Klaustrophobie und Erniedrigungen nicht zurück. So wird eine von zwei Nacktszenen Artertons zum recht ungemütlichen Erlebnis. Spannung dominiert einen Großteil des Films, in dem sich die beiden Kontrahentenparteien gegenseitig ausspielen und das Machtverhältnis und die Opferrollen plötzlich wechseln können.

Ihr Auftritt im Film begeisterte Ridley Scott so sehr,
dass er sie in ALIEN 5 haben wollte

Alle drei Darsteller machen ihre Sache bemerkenswert, wobei der unscheinbare Eddie Marsan den treffendsten Eindruck hinterlässt. Der Mann, der im flapsigen „Happy-go-lucky“ als genervter Fahrlehrer in Erinnerung blieb, spielt einen vielschichtigen Kriminellen, der immer wieder überrascht und mit seiner Intensität zu fesseln weiß. Der einzige Haken der ganzen Angelegenheit findet sich im letzten Abschnitt, der nach zahlreichen perfide gesetzten Überraschungen plötzlich äußerst vorhersehbar wird und die Geschichte abschließend recht schwach enden lässt. Ein wenig überspitzt sind auch zwei sehr ungemütliche Szenen betreffend Körperhygiene, die zwar nicht visualisiert sind, das Unbehagen jedoch übertreibt. Blakeson bekam 2010 jedoch nicht umsonst viele Talentbekundungen ausgesprochen, denn er lässt beherzt vergessen, dass sein Film von nur drei Gesichtern geführt wird, und als Handlungsort für Gutes nur wenige kahle Räume benötigt.

Vollkommen unverständlich? "The Disappearance of Alice Creed" lief trotz offensichtlicher Stärken weder in Deutschland, noch in den USA flächendeckend an. Ein Thriller, von dem sich manch anderer US-Highbudget Verschnitt etwas abschauen kann.

Fazit:
Klein, aber fein. Blakesons kleiner Entführungsthriller ist ein ungewöhnlicher und über weite Strecken sehr gelungener Film, der ohne größeres Blutvergießen oder unnötige Folterei Spannung aufbaut und neugierig macht. Einzig das letzte Viertel kommt am Ende ein wenig außer Atem und sieht den besseren Rest davonlaufen. Erinnert ein wenig an den exzellenten „Hard Candy“, der jedoch noch einen Tacken spannender ist und seinen Puls bis zum Abspann halten kann.

7 / 10
10 - Meisterwerk
8-9 - sehr gut
6-7 - gut
5 - mittelmäßig
3-4 - ausreichend
1-2 - miserabel
0 - Inakzeptabel

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