BG Kritik:

The Expendables 3


von Christian Mester

The Expendables 3 (US, 2014)
Regisseur: Patrick Hughes
Cast: Sylvester Stallone, Jason Statham, Antonio Banderas, Mel Gibson

Story:
Nachdem die Expendables ihren alten Mitstreiter Doctor Death (Wesley Snipes) aus einem fahrenden Gefängniszug befreit haben, treffen sie auf noch einen anderen Kollegen: den gefürchteten Waffenhändler Stonebanks (Mel Gibson), der das Expendables Team einst mit Sylvester Stallones Barney Ross gegründet hatte. Stonebanks wischt ihnen eins aus, sodass sich Barney mürrisch gezwungen sieht, das alte Team (Crews, Couture, Lundgren, Statham) aufzulösen und ein neues, jüngeres (Rhousey, Ortiz, Powell, Lutz) zu engagieren...

Hoy, da sind wir also bei Expendables Teil 3. Wer hätte gedacht, dass Sly mit fast 70 nochmal einen neuen Actionfranchise hinkriegen würde? Das dritte Treffen der Altstars hat natürlich wieder Spucke und glänzende Muckis, leider aber auch einige Macken.

Teil 4 und ein Spin-off mit Frauen, ExpendaBelles, sind bereits geplant


Der erste Expendables (Kritik) war ein Eventfilm, denn Schwarzenegger, Stallone, Willis, Lundgren und Li zusammen in einem Film? Das machte Spaß, gab aber einen nur mittelmäßigen Actioner ab, denn selbst mit Stirb Langsam 2, Rambo 2 oder Eraser konnte der von Sly selbst inszenierte erste nicht mithalten. Der zweite, von Con Air Regisseur Simon West gedreht, war dann endlich besser. Mit Chuck Norris und Jean-Claude van Damme hatte er erneut den 80er Eventcharakter, war aber in erster Linie lustiger, lebhafter inszeniert und mit sehr viel extravaganterer Action. Schon der anfängliche Überfall war klassisch pompöse Actionkost, und Sprüche wie "ich erkläre euch hiermit zu Mann und Messer" oder "Neulich biss mich eine Klapperschlange, und nach mehreren Tagen elendigen Leidens - starb sie dann" saßen genau richtig. Genau so hätte schon der erste sein müssen. Dass mit Liam Hemsworth neues Blut dabei war, erwies sich als nicht schlimm, da er so respektvoll integriert wurde wie Rambos Team in Teil 4 - und dann spoiler, eh nicht lang dabei war. Expendrei sieht das anders, und was hier so alles an Entscheidungen gefällt wurde, gefällt erstmal nicht.

Der erste war überschaubar blutig, der zweite (Kritik) dann ein halbes Massaker. Ohne die Gewalt schönreden zu wollen, aber wenn sich ein Film um Killerkommandos dreht und für Erwachsene gemacht ist, dann dürfen cartoonhafte Zotenreißer sich auch mal mit Blut besudeln. Wenn es halt schon um brustbehaarte toughe Übermänner geht, dürfen die beim Zwiebelschneiden keine Schutzbrillen tragen. Auch wenn die Moralkeule bei Filmen wie diesen eh überflüssig ist und der Humor den hohen Gewaltgrad entschärfte, war der nun mal genau so wie in Filmen wie Hard Target, Invasion USA, Zum Töten freigegeben etc. angelegt. Sly hat schon gesagt, für den Heimkinomarkt eine längere, blutigere Fassung von 3 bereitliegen zu haben, aber beim Kinoergebnis muss man schon die Stirn runzeln. So schlimm ists nicht, es ist nicht so wie bei TV-Fassungen von Blade oder From Dusk Till Dawn und Hughes geht immer so weit wie er gehen kann, aber man darf sich halt fragen, ob das irgendwas gebracht hat. Das US Einspiel von 3 war jetzt geringer als bei den Vorgängern, was eine klare Sprache spricht. Millenium wollte sich mit dieser angepassten Fassung an ein jüngeres Publikum heranwagen, hat das aber nicht geschafft und bloß welche von den älteren vergrault.

Ford ersetzte Willis, und Robert Davi Nic Cage


Patrick Hughes' Vorgängerfilm Red Hill war ein guter kleiner Dorfwestern, aber schon in ersten Gesprächen hätte Sly bewusst werden müssen, dass er für einen Film wie Expendables nicht der richtige ist. Der Film ist kompetent inszeniert, doch die Action ist generell immer bloß okay, und verblasst gegenüber Wests beim letzten Teil. Sollte es noch einen geben, sollte Sly sich mal mit einem gewissen Isaac Florentine unterhalten, oder den nun wieder freien McTiernan konsultieren, damit das wieder besser wird. Auch ist das Drehbuch nur so lala - ja, hey moment, auch bei Filmen wie diesen sind die Papiere wichtig. Natürlich geht es nicht um Gefühle oder große Geschichten, aber der beste einsilbige Ballerfilm bringt nichts mit faden Figuren, oder im Stich gelassenen interessanten. So hier geschehen mit Snipes, der in einem mehr als symbolischen Opening aus dem Gefängnis befreit wird und sich endlich auf eine neue Karriere freut. Schwierig, da Mr Blade nach der ersten halben Stunde kaum noch in Szene gesetzt wird. Li und Schwarzenegger haben bloß Cameos, Li kämpft nicht einmal (zur Info: Li hat aktuell eine Rückenverletzung, was seinen Nichteinsatz erklärt, aber wieso dann nicht alternativ Tony Jaa, Donnie Yen, Iko Urwais, Wu Jing oder Yayan Ruhian?), Gibson kriegt trotz guten Schauspiels eine langweilige Figur und die neuen Expendables verbleiben ein Haufen von Statisten. Davon abgesehen, dass keiner von ihnen trotz beachtlicher Sporterfolge im wahren Leben merklich Schauspielcharisma mitbringt, verpasst es der Film zudem, sie zur Verkörperung moderner Kriegsführung werden zu lassen. Was an modernen Verfahren vorkommt, wirkt hastig zusammengeklaubt und wenig cool. Hier hätte Call of Duty Vietnam auf Call of Duty Advanced Warfare stoßen müssen.

Einzig spielfreudig sind Harrison Ford als grimmiger Pilot und Antonio Banderas als quengeliger Waisen-Expendables, der sich unbedingt wieder einem Team anschließen will. Die alten Expendables um Statham? Es reicht nicht, dass die Begründung der temporären Teamauflösung sinnfrei erscheint, hat Hughes am wenigsten für sie über. Relativ undankbar werden sie auf die Ersatzbank verwiesen und nur zum gefühlten Freundschaftsspiel um den dritten Platz wieder eingewechselt. Auffällig ist auch das Widerstreben der Macher, sich richtig einzuordnen. Wie schon im ersten gibt es auch hier einige rührselig gedachten Momente, die überhaupt nicht funktionieren. Wenn die Erkennungsmarken gekillter Expendables andächtig im Wind schaukeln, ist das nicht Soldat James Ryan, Sly. Nicht wenn Randy Couture daneben sitzt und Jet Li Ying Yang heißt, oder man vorher eiskalt 300 Gegner weggemäht hat und man nun Trauer schieben soll, weil einer der eigenen Expendables in den Arsch getroffen wurde. Das sind so Momente, wo man sich fragt wieso der viel lockere, selbstironischere Ton des zweiten nicht beibehalten und ausgebaut wurde. Für einen meisterhaften Actioner wie Predator ist die Inszenierung einfach viel zu mau, für ernstere Action fehlt es an realistischen Figuren und Gespür für die richtigen Momente, und für einen Weltklassecomedyactioner wie Phantom Commando hatte man vermutlich zuviel Bange, dann zu sehr wie Machete 2 werden zu können.

Fazit:

Harrison Ford und Antonio Banderas bewahren diesen dritten Teil vor dem völligen Sinkflug, denn Barneys neue Mission kommt leider mit nur passabler Action und schwach inszenierten Figuren daher. Es fällt schwer so hart zu sein, aber das ist nun einmal kein Rambo, Transporter oder Predator, sondern eher Get Carter, Transporter 2 oder Collateral Damage. Und das darf beim Zusammentreffen solcher Ikonen normalerweise nicht genügen - also bitte mehr, sonst wird dieser Franchise wirklich expendable.

5,5 / 10
10 - Meisterwerk
8-9 - sehr gut
6-7 - gut
5 - mittelmäßig
3-4 - ausreichend
1-2 - miserabel
0 - Inakzeptabel
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