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KRITIK:

Uwe Bolls THE FINAL STORM


von Christian Mester

THE FINAL STORM (2010)
Regie: Uwe Boll
Cast: Lauren Holly, Luke Perry

Story:
Schreckensnachrichten überziehen das Land: Massentumulte brechen aus, Wetterunruhen sorgen für Chaos und die Behörden sind hilflos. Inmitten des Sturms bekommt eine Farmersfamilie Besuch von einem mysteriösen Mann (Luke Perry). Der zutiefst religiöse Silas behauptet, sein Gedächtnis verloren zu haben und spricht davon, dass die Menschheit vor ihrem Ende stehe…

Uwe Boll plant einen
DUNGEON SIEGE - SCHWERTER DES KÖNIGS II

Kritik:
2010 kommen gleich vier neue Filme von Uwe Boll: „Darfur“, ein kritisches Drama über Schicksale in der dritten Welt, „Rampage“, ein sozialkritischer Film über einen Amokläufer, „Schmeling“, die Lebensgeschichte des Boxers Max Schmeling (gespielt von Boxer Henry Maske) und „The Final Storm“, der sich so mir nichts, dir nichts leise auf den DVD-Markt schleicht.

Zu Recht? „The Final Storm“ hatte ein nur kleines Budget von 5 Millionen Dollar und fungiert somit als kleinerer Boll-Snack für zwischendurch. Ein sehenswertes Nebenprojekt oder ein weiterer hastiger DVD-Fehlgriff wie die maue Produktion „Bloodrayne II: Deliverance“?

Boll hat einen Doktortitel in
Philosophie

Bolls neuer lässt im ersten Moment an einen alten TV-Film denken: „Avalanche – Geiseln im Schnee“ mit Deutschlands Lieblingsschauspieler und -sänger David Hasselhoff. In beiden Filmen geht es um eine kleine Gruppe von der Zivilisation Ausgeschlossener (im Hoff ist es eine – richtig – Avalanche, die sie isoliert, hier ein Sturm, bzw. die Sturmnachwirkungen), die auf einen womöglich bösartig Verrückten in Form eines alten Fernsehstars treffen. In diesem Fall ist das Luke Perry, der in den 90ern mit „Beverly Hills 90210“ zum Teenie-Idol wurde, dann noch mal kurz in „Das 5. Element“ zu sehen war und darauf auf Nimmerwiedersehen verschwand.

In seiner Rolle als prophetischer, mysteriöser Wanderer ist Perry nicht schlecht, wenn auch etwas steif und emotionsarm. Mit seinem Look und altmodischen Manieren wirft er schnell Fragen auf: wo kommt er her, eventuell aus der Vergangenheit? Steve Bacic aus der Serie „Andromeda“ gibt den mutigen Ehemann, der in seinem Versuch, kernig zu wirken die meiste Zeit über relativ unsympathisch bleibt. Auch mit dabei ist die angestaubte Karriere der Lauren Holly („NCIS“), die als ängstliche Mutter (außer einer längeren Posex-Szene) zwischen beiden Hauptakteuren pendelt. Alle drei sind allesamt okay, wobei sie in den letzten zwanzig Minuten in denen der Film noch mal einen Gang hoch schaltet, die erhöhte Anspannung nicht wirklich glaubwürdig portraitieren können. Man merkt, dass die verfügbaren Talente hier schnell an ihre Grenzen stießen
, aber endlich auch, dass alle Beteiligten vor der Kamera sichtlich gewillt sind, etwas aus dem Stoff zu machen (was man leider nicht über jeden Boll sagen kann, s. Tara Reid in "Alone in the Dark - Der Film" oder Til Schweiger in "Far Cry - Der Film" oder Natassia Malthe in "Bloodrayne II").

Die Handlung fängt innerhalb ihres begrenzten Rahmens relativ viel versprechend an. Trotz des geringen Budgets sieht der Film durchweg anständig aus und lässt sich anfangs sogar mit Stephen Kings „Der Nebel“ vergleichen, da er ähnlich unheimliche Landschaftsbilder zeigt und unheilvoll menschenleere Städte in apokalyptischer Note präsentiert. Erst gegen Ende scheint dann doch das Geld ausgegangen zu sein, was sich vor allem in amateurhaft platziertem Feuer zeigt. Eine zweite Frage kommt rasch auf: was ist da los und hat es mit der Apokalypse zu tun? Hat es gar Ähnlichkeiten mit Stephen Kings „Der Sturm des Jahrhunderts“?

Leider entschließt sich der Film, sich lieber primär um die erste Frage zu kümmern, die dann vor allem in der letzten halben Stunde zum Hauptthema gemacht wird und zuweilen wenig Sinn macht (inmitten der Katastrophe fährt der Mann los und lässt Frau und Kind bei dem vermeintlich gefährlichen Gast zurück, um in Seelenruhe und in der Gefahr, von gewalttätigen Plünderern gewalttätig verprügelt, vergewaltigt und ggfs. gegessen zu werden, im örtlichen Nachrichtenarchiv zu stöbern). Das Psycho-Duell zwischen Farmer Tom und Silas ist halbwegs akzeptabel, bleibt aber effektlos, der Film selbst ohne jegliche Höhepunkte. Nachdem er dann auch noch relativ vorhersehbar und einfallslos endet, greift Boll auf einmal urplötzlich tief in die Wundertüte und hängt ein Ende hinten dran, das einfach sprachlos macht. Nicht unbedingt, weil es so gut ist, sondern weil es wie die berühmte Raumschiff-Szene aus „Das Leben des Brian“ Bahnhof verstehen lässt.

Fazit:
Kein schlechter Film. „The Final Storm“ hätte mehr Thrill gut getan, ist aber ein durchaus solider DVD- oder TV-Titel für niedrige bis mittlere Erwartungen.

3 / 10
10 - Meisterwerk
8-9 - sehr gut
6-7 - gut
5 - mittelmäßig
3-4 - ausreichend
1-2 - miserabel
0 - Inakzeptabel


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