BG Kritik:

The Gunman


Hat BG vor 10 Jahren gegründet und seither eine Menge neuer Filme gesehen. War als Redakteur für GameStar und Gameswelt tätig.

The Gunman (FR 2015)
Regisseur: Pierre Morel
Cast: Sean Penn, Idris Elba, Javier Bardem

Story: Der ehemalige Attentäter Jim Terrier hat sein düsteres erstes Leben hinter sich gelassen und baut aus Reue Brunnenanlagen in der Dritten Welt. Als er eines Tages von Killern angegriffen wird, holt ihn seine verschmähte Vergangenheit wieder ein. Ein alter Auftraggeber will alle Spuren eines alten Jobs loswerden, doch der Gunman kommt ihm auf die Schliche…

Sean pennt.

Guter Mann, war aber Sean mal besser


Der Franzose Pierre Morel ist kein Unbekannter: er drehte den ersten Taken mit Liam Neeson, sowie den französischen Parcour-Actioner Ghettogangz. Wie er allerdings diese Schlaftablette inszenieren konnte, bleibt unverständlich. The Gunman mag ein cooles Originalposter haben (nicht das generische vom DVD-Cover), Action versprechen und mit Sean Penn einen Mann vom Talentkaliber Liam Neeson inne haben, doch durchs Zielfernrohr sieht man hier nur sehr wenig Action, geschweige denn irgendwas nennenswertes. Stattdessen setzt die Romanverfilmung wie schon der fade The International auf Unmengen versucht bedeutungsschwangerer Dialoge und das Aufdröseln eines großen Komplotts.

Was Penn zur Rolle zog, ist schnell ersichtlich. Wie auch Penn ist Jim Terrier ein Aktivist, der sich nach einer unschönen Vergangenheit für das Gute einsetzt. Penn sieht sich als Sexsymbol, und so spielt die Beziehung zu einer alten Flamme Terriers eine große Rolle. Nachdem Penn aber noch als einziger in dem mauen Mafiafilm Gangster Squad auffallen konnte, verliert er sich hier in einen verletzten, unnahbaren, muskelbepackten Grobian, der keinerlei Verbindung zu seiner Partnerin aufbauen kann. Es wird geweint, wilder Sex gehabt und romantische Versprechungen gemacht, doch all das lässt kalt. Penn vermag es nicht, die erhabene Professionalität auszustrahlen, über die er verfügen soll, und er scheitert ebenso daran, den wiedererweckten gefährlichen Tiger zu mimen, der noch ein letztes Mal beißen muss.

Basierend auf dem Roman The Prone Gunman von Jean-Patrick Manchette


Javier Bardem und Idris Elba gähnen sich durch eine komplexe Handlung um Geheimorganisationen, Scheinfirmen und Vertuschungen. Müde rattern sie ellenlange Texte herunter, und auch Bardem scheint zu merken, dass er in genau so einer Gurke wie zuvor The Counselor gelandet ist. Da die Action rar gesät ist (man vergleiche den Showdown in einer Stierkampfarena mit einem ähnlichen aus dem Van Damme Filme Double Team) und Hauptfigur Jim ein unsympathischer Grobklotz bleibt, fällt es schwer, Enthusiasmus für die Aufwicklung des Geschehens aufzubauen. Morel inszeniert in sehr langweiligen Bildern, und obwohl Jim im Kongo, in London und in Barcelona unterwegs ist, ist der Weltenbummel nichts im Vergleich zu den Bond Filmen.

Fazit:

Eher The Gähnman. Morels neuer Actioner hat nichts von der Intensität und Explosivität seines ersten Taken und verrennt sich eine eine gefühlskalte, pseudointellektuelle Thrillerlandschaft, in der sowohl die bildlichen als auch inhaltlichen Motive schwer anöden. Dieser Gunman trifft sich nicht einmal selbst, was vielleicht noch amüsant gewesen wäre.

3 / 10
10 - Meisterwerk // 8-9 - sehr gut // 6-7 - gut // 5 - mittelmäßig
3-4 - ausreichend // 0-2 - gar nicht mal so gut

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