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Kritik:
The Mechanic


von Christian Mester

THE MECHANIC (2011)
Regie: Simon West
Darsteller: Jason Statham, Ben Foster

Story:
Als "Mechaniker"/Auftragskiller Arthur Bishop (Jason Statham) den Job bekommt, seinen alten Lehrmeister (Donald Sutherland) auszuschalten, hinterlässt das Töten erstmals seelische Spuren beim geübten Profi. Um sich anschließend zu entschädigen, bringt er dessen rachsüchtigen Sohn (Ben Foster) das Handwerk des Killers bei, wobei dieser erst nicht weiß, wen er vor sich hat...

Kritik:
Simon West gehörte einmal zu den gefragtesten Action-Regisseuren Hollywoods, drehte er doch "Con Air" mit Nicolas Cage und "Tomb Raider" mit Angelina Jolie. West stand aufgrund seiner beiden Erfolge lange für große Actiontitel und Comic-Verfilmungen im Gespräch, musste jedoch immer wieder mit an sehen, wie diese an andere Kollegen gingen. Er verbrachte die Zeit gezwungenermaßen mit Fernseh- und Dokuprojekten, bis er 2006 dann das Slasher-Remake "Unbekannter Anrufer" inszenieren durfte. Ein gewaltfreier Horrortitel für junges Publikum, der bei echten Genrefans nur mäßig ankam und Wests Karriere nicht merklich weiterhalf, weswegen er für 5 weitere Jahre in der Versenkung verschwand.

"The Mechanic" könnte nun seine letzte Probe sein, weswegen es auch nicht verwundert, dass er sich auf Action zurückbesinnt und dafür den wohl stetigsten Actionstar der letzten Dekade als Hauptdarsteller buchte. Jason Statham, zuletzt an der Seite von Sylvester Stallone in "The Expendable" zu sehen gewesen, ist nicht ohne Grund einer der beliebtesten verbliebenen Actionhelden - er verzichtet auf riskante Genrewechsel, macht die meisten seiner Stunts selbst und bietet starken Arbeitseifer. Statham hat in den letzten zehn Jahren dreizehn Actionfilme gedreht und hat jetzt schon wieder sechs neue in Produktion. Mag man Action (im Kino), kommt man um Statham folglich nicht herum. Aber: generell gesehen ist er allein nie Garant für gute Filme, weswegen es noch interessant sein dürfte, dass einer der talentiertesten Jungstars Hollywoods an seiner Seite agiert. Ben Foster hatte selbst noch kein herausragende Star-Rolle, überzeugte aber mit sehenswerten Auftritten in "Alpha Dog" und "Todeszug nach Yuma". Also ein todsicheres Ding? 

"The Mechanic" fängt mit einem spannenden Auftragsmord an, der fraglos wehmütig und auch kritisch an einen ganz anderen Titel denken lässt: "Hitman - Jeder stirbt allein". Während die Game-Verfilmung damals mit einem viel zu gesprächigen Babyface auskommen musste, zeigt Statham in seinem neuen Film, wie Nr. 47 aus den IO Interactive Spielen normalerweise zur Sache geht: routiniert, einfallsreich und eiskalt. Es gibt mehrere gelungene Auftragsmorde, die West mit guter Hand zu inszenieren weiß. Hart, aber nie zu gewalttätig, meistens spannend und vor allem dann interessant, gilt es einen nicht ungefährlichen Gegner zu erledigen. Da es in der Regel spektakulärer wird, geht dabei was schief oder gibt es plötzlich übermächtige Gegner, gibt es natürlich auch hier Verfolgungsjagden, Kämpfe und Schießereien, die sich wahrlich sehen lassen können. West inszeniert seine dynamischen Szenen ohne lästige CGI- und Wackelkamera-Einsätze, schrottet echte Autos, zelebriert Zerstörung und präsentiert damit sehenswerte Genrearbeit, wie man sie gern wöchentlich sehen würde.

Wie allerdings schon im Vorfeld zu Recht befürchtet, gibt es Schraubenschlüssel im Getriebe, die die Ausbildung des Juniorkillers nicht zum erhofften Volltreffer machen. Ein großes Problem findet sich in Stathams fehlendem Schauspieltalent, denn auch wenn er einen absolut glaubwürdigen Attentäter abgibgt, gelingt es ihm nicht, die Zerrissenheit seiner Rolle umzusetzen. Er kann weder die Trauer über den eigentlich ungewollten Mord an seinem Freund verarbeiten, noch damit spielen, dass sein Partner eine tickende Zeitbombe ist, die sein Geheimnis irgendwann herausfinden wird. Foster hingegen ist wieder einmal hervorragend. Er spielt seine Rolle als eigentlich planlosen Verzweifelten gut, der durch die Ausbildung seines Mentors und die damit verbundenen Morde langsam zu sich selbst findet. Schwach hingegen ist Bösewicht Tony Goldwyn, der schon im Arnold Schwarzenegger Streifen "The 6th Day" als Gegner auftrat und neulich erst den völlig genrefremden "Betty Anne Waters" als Regisseur ins Kino brachte. Genau wie Veteran Sutherland, der gerade mal einen kleinen Cameo hat, schwatzt sich Goldwyn durch typisches Actionfilmmusterbösewicht-Kauderwelsch, das genau so vorhersehbar und generisch wie fast alle Figurenkonstellationen und Handlungsabläufe des Films ausfällt. Ein Punkt, der besonders in der finalen Szene nicht funktionieren will, in der West vergebens versucht, aus einem völlig klaren Ende einen geschickten Twist zu zaubern.


Fazit:
Für eine maßgebliche Empfehlung ist Statham zu steif, ist der Bösewicht zu langweilig und die Handlung zu absehbar, doch auch wenn "The Mechanic" vollkommen generisch erscheinen mag, ist er kompetent inszenierte Durchschnitts-Action.

5 / 10
10 - Meisterwerk
8-9 - sehr gut
6-7 - gut
5 - mittelmäßig
3-4 - ausreichend
1-2 - miserabel
0 - Inakzeptabel

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