BG Kritik:

The Nice Guys


Seit 6 Jahren bei BG. Er hat Geschichte, Soziologie und Anthropologie studiert und ist ebenfalls als Autor tätig.

The Nice Guys (USA 2015)
Regisseur: Shane Black
Cast: Ryan Gosling, Russell Crowe

Story:
Ein tollpatschiger Detektiv und ein depressiver Profischläger müssen notgedrungen zusammenarbeiten, um ein vermisstes Mädchen zu finden. Der vermeintlich schnell gelöste Fall erweist sich als komplex, und bald stecken die zwei im tiefsten Schlamassel…

Die neue Buddy-Komödie vom Lethal Weapon Erfinder.

Shane Black macht als nächstes „The Predator“...


Fällt der Begriff „Buddy-Komödie“, kommt man nicht um Shane Black herum. Kaum jemand hat sich so oft und so erfolgreich mit dem Konzept eines ungleichen, aber unterhaltsamen Teams befasst wie er. Black schrieb die legendäre Lethal Weapon Reihe, den Bruce Willis Actioner The Last Boy Scout, Tödliche Weihnachten mit Samuel L. Jackson und den Schwarzenegger Last Action Hero. Später setzte er sich zusätzlich als Regisseur hinter die Kamera und inszenierte Iron Man 3 und den unterschätzten Kiss Kiss, Bang Bang, beide mit Robert Downey jr.

Black besitzt das seltene Talent, zwei unterschiedliche, manchmal sogar gegensätzliche Figuren perfekt miteinander harmonieren zu lassen. Von Riggs und Murtaugh bis Tony Stark und Rhodey bewies er immer wieder ein ausgesprochen gutes Händchen für Schlagabtäusche. Selbst Kinder-Sidekicks, die schnell mal als nervend wahrgenommen werden, kann er sinnvoll und funktionierend in seine Geschichten integrieren.

Auch in „The Nice Guys“ kann er sein Gespür wieder erfolgreich einsetzen, zuvor müssen sich Blacks Hauptfiguren aber erst einmal herrlich unkonventionell kennen lernen. So versucht Privatschnüffler Holland March (Gosling) im Zuge eines aktuellen Auftrages die junge Amelia ausfindig zu machen, was der allerdings gar nicht recht ist, weshalb Amelia dem Detektiv den Schläger Jackson Healy (Crowe) auf den Hals hetzt, um von seinen Unternehmungen abzulassen. Einen Armbruch später ist March raus aus dem Fall, Amelia dauerhaft verschwunden, aber dafür sieht sich Healy unvermittelt mit allerhand finsteren Gesellen konfrontiert, die alle Amelia suchen und ihm dafür ans Leder wollen. Healys einzige Chance, March wieder auf den Fall ansetzten und mit ihm gemeinsam Amelia (wieder)finden, während ihnen zu allem Überfluss auch noch Marchs neunmalkluger Tochter (Angourie Rice) an der Schlaghose hängt.

und „Doc Savage“, über einen bronzenen Superhelden aus den 30ern.


Schon lange nicht mehr hat ein Filmduo eine solch amüsante Chemie auf die Leinwand gebracht. Das unglückliche Paar ergänzt sich auf jeder Ebene. Crowe kann seine Stärken als großer böser Wolf komplett ausleben und Gosling sieht man in seiner besten Rolle bisher. Als tollpatschiger, trotteliger Vater mit Suchtproblem, welcher die meiste Zeit komplett mit der Situation überfordert ist, überzeugt er auf der ganzen Linie. Die absolute Überraschung ist die junge Darstellerin Angourie Rice, die das Duo der bekannten Älteren perfekt ergänzt. Ihre Figur sorgt für viele Lacher und bringt die Handlung voran.

Einzig die Handlung an sich könnte netter sein. Das Gesamtbild wirkt konfus und etwas übertrieben. Zwar werden die Verbindungen gegen Ende aufgeklärt, erscheinen aber zu konstruiert. Hinweise tauchen aus dem Nichts aus, was die Geschichte nicht glaubwürdiger macht. Auch findet der Film nicht so recht zu einem passenden Tempo. Im Mittelteil gibt es ein paar Längen, die zwar nicht sonderlich stören, aber unnötig gewesen wären. Das ist aber Meckern auf hohem Niveau, denn „The Nice Guys“ ist ansonsten stimmig. Der Humor funktioniert, die Action ist angemessen und jeder Gag zündet.

Fazit:

Den noch besseren „Kiss Kiss, Bang Bang“ stößt er nicht vom Thron, ist aber nah dran. Ein toller Cast, großartiger Humor und cooles 70er Jahre Flair machen „The Nice Guys“ zum Pflichtprogram für jeden, der Buddy-Komödien mag. Bitte im Kino ansehen, denn Gosling und Crowe verdienen ein Sequel!

8 / 10
10 - Meisterwerk
8-9 - sehr gut
6-7 - gut
5 - mittelmäßig
3-4 - ausreichend
1-2 - miserabel
0 - Inakzeptabel

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