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Kritik:
The Purge - Die Säuberung


von Michael Herbst

THE PURGE
(2013)
Regisseur: James DeMonaco
Cast: Ethan Hawke, Lena Headey

Story:
Einmal im Jahr sind alle Gesetze für 12 Stunden ungültig: jeder darf Morden, Rauben, Stehlen ohne polizeiliche Verfolgung fürchten zu müssen. Als der Sohn einer wohlhabenden Familie einen um Hilfe rufenden Flüchtling bei sich aufnimmt, drohen seine jungen Verfolger die Unterkunft gewaltsam zu erobern und jeden zu töten...

Kritik:
The Purge hat eine grausame Zukunftsvision: was demnach, wenn es einmal für einen Tag erlaubt wäre konsequenzlos zu töten? Würden wir dieser Erlaubnis nachkommen und uns damit ungeliebten Menschen und Erzfeinden entledigen, argumentierend, dass es ja rechtlich erlaubt sei? Oder bliebe es doch beim altbekannten Gesellschaftsbild, bei Besinnung auf Frieden, auf Zusammenhalt und gegenseitigem Schutz?

Der kleine Film, der etwa ein Hundertstel von Brad Pitts Zombie-Blockbuster World War Z gekostet hat, bringt eine wesentlich stimulierendere Horror-Idee mit sich als das Konzept einer von Untoten überrannten Erde, die Hirne fressen will und von der Armee abgeballert wird. Es ist eine nahezu gefährliche Überlegung, die direkt zahlreiche Fragen aufwirft und zu interessanten Diskussionen führen würde, die Stoff eines guten Films sein könnte und Pitt die Nase zeigen müsste, das jedoch leider aber nicht kann. Bereits nach den ersten Minuten vernachlässigt das Macherteam nämlich alle halbwegs kopflastigen Ansätze und beschränkt die Folgehandlung auf einfallsloses Horrorkino.

Hawke (nach Sinister erneut in einem Horrorfilm) spielt einen schmierigen Verkäufer von Sicherheitsanlagen, der zwei unschuldige Kinder und eine angenehme Hausfrau (Lena Heady) beherbergt. Als die Purge beginnt, holt der Kleinste einen draußen herumlaufenden Mann ins Haus und Killer tauchen auf, die nach diesem verlangen, sonst drohen, jeden umzubringen. Das ergäbe eine packende Partie, da die Frage fasziniert, wie man selbst reagieren würde. Würde man den Gejagten nach draußen ins Verderben schicken? Was, wenn die Killer dies nutzen wollen um selbst ins Haus zu kommen? Was, wenn der Mann bereits einer von ihnen ist? Was ist der größere Schutz der eigenen Seelen: den Killern beizustehen oder den Flüchtling zu retten (überdies ein arm aussehender Schwarzer, der unter wohlhabenden Weißen landet)? Dass der Anführer der Mörderbande an den Ledger-Joker erinnert und die Tochter zudem heimlich ihren Freund mit im Haus hat, müsste weiterer Sprengstoff sein, doch einmal alles ausgerichtet, weiß James DeMonaco nichts mehr mit all dem anzufangen.

Hawke und Heady sind vorbildlich motiviert, aber schlechten Kinderdarstellern, wenig aufregendem Handlungsverlauf und einer wenig packenden Belagerung und einsilbig bleibenden Mördern ausgeliefert. Die Killer sind nur so lange wirkungsvoll, wie sie sich außerhalb der Mauern aufhalten, eine spätere Konfrontation wird zum lahmen Einheitsbrei-Stalking. DeMonaco treibt keine Spannung auf die Spitze, würfelt keine neuen Ausgangslagen, lässt die Anspannung inmitten der vier Wände nicht aufkochen, kennt keine Eskalation. Gänzlich schlecht ist das Ergebnis nicht, nur der innovativen Idee trotzend. Dafür ist der Film sehr kurzweilig, halten Hawke und Heady zusammen was zu halten ist, spricht der Einstieg sehr an. Merkt man, dass der Film überdies sonst nicht viel zu bieten hat, ist er schon längst wieder vorbei, weswegen er gekonnt größerer Kritik entkommen kann.

Fazit:
Das Beste an The Purge ist natürlich die gewählte Grundidee, über die man sich auch noch lange nach dem Film unterhalten werden wird. Ansonsten eine wenig mitreißende Stalkingtour, Durchschnittshorror, eher mit Schwächen als mit Stärken.

3,5 / 10
10 - Meisterwerk
8-9 - sehr gut
6-7 - gut
5 - mittelmäßig
3-4 - ausreichend
1-2 - miserabel
0 - Inakzeptabel 

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