BG Kritik:

The Return of the First Avenger


von Christian Westhus

Captain America: The Winter Soldier (USA 2014)
Regisseur: Joe Russo, Anthony Russo,
Cast: Chris Evans, Scarlett Johansson, Robert Redford, Anthony Mackie, Samuel L. Jackson

Story:
Wer ist der Winter Soldier? Ein mysteriöser Killer bringt ausgesuchte Offiziere SHIELDs um, doch was "Captain America" Steve Rogers auf seiner Jagd nach ihm herausfindet, gefällt ihm gar nicht. Der Feind steht in den eigenen Reihen...

Die Maschine namens „Marvel Kino Universum“ ist in vollem Gange. Nach dem „Avengers“ Klassentreffen laufen die Fortsetzungen der Einzelabenteuer erfolgreicher denn je, SHIELD ist im TV unterwegs und ungewöhnliche neue Helden stehen in den Startlöchern, die vom Mut und Selbstbewusstsein der Macher rund um Marvel Chef-Produzent Kevin Feige zeugen. In den Einzelabenteuern zeigt sich erneut der Variantenreichtum, mit dem man in diesem Universum Filmabenteuer inszenieren kann. Ein lebendiges Universum, das, wenn man so will, schon allein durch Augenklappenträger Nick Fury, durch Stark Industries Technologie und durch die bloße Erwähnung von „New York“ als Platzhalter für die Geschehnisse aus „Avengers“ zusammengehalten wird.

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Joe Johnstons „Captain America“ war 2011 unterhaltsamer und erfreulich ironischer Weltkriegs-Fantasy Radau, dessen größte Leistung es war, den selbst für amerikanische Verhältnisse etwas unzeitgemäßen und im Vergleich zu Thor und Iron Man recht gewöhnlichen Helden für das 21. Jahrhundert interessant zu machen. Steve Rogers‘ Weg vom schmächtigen Jungen aus Brooklyn zu Supersoldat Captain America war inklusive Mentoren und Frauenfiguren all das, was ein Superman Film hätte sein müssen. Aber auch der Supersoldat muss mit der Zeit gehen. Im doppelten Sinne. Aus dem Eisschlaf erwacht und einmal mit den anderen Avengers durch New York gezogen, ist die Welt im zweiten Solo-Abenteuer des Captains eine gänzlich andere. Die überwiegend im TV aktiven Russo Brüder entfernen sich vom lockeren B-Film Charme des Vorgängers und werfen Rogers und Konsorten in einen modernen Spionage- und Verschwörungsactioner.

Kaum hat sich Steve Rogers an die neue Welt gewöhnt, werden Risse im Familienverbund sichtbar. „Traue niemandem“, wird Rogers nach einem Anschlag auf die SHIELD Führung gewarnt und weiß vor lauter Maulwürfen, Doppelagenten und Maskeraden nicht mehr, wer auf seiner Seite steht und welcher Seite er selbst überhaupt angehört. Der mysteriöse Winter Soldier, ein technologisch aufgepeppter Soldat, der es auch direkt mit Captain America aufnehmen kann, birgt zudem ein weiteres zu enttarnendes Geheimnis für unseren blau gekleideten Helden. So formiert sich eine Art Sub-Team mit Cap, Black Widow und Anthony Mackies „Falcon“ genanntem Ex-Soldaten, der erst ungewollt und dann entschlossen mit in die Sache hereinrutscht.

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Die Rechnung geht auf. Das neue Team der vergleichsweise bodenständigen Helden passt gut zusammen, macht Spaß und ergänzt sich gut, obwohl man sich regelmäßig fragt, wo genau Hawkeye gerade rumtrödelt, dass er nicht auch dabei sein kann. Cap und Falcon werden schnell und glaubwürdig zu Kumpeln, doch es ist das „Große Schwester, kleiner Bruder“ Verhältnis zwischen Cap und Black Widow, das besonders interessant ist und den zuweilen doch ein wenig ernsten Film angenehm auflockert. Denn die Veränderungen, die SHIELD, Cap und damit auch den Avengers durch die neue Bedrohung ins Haus stehen haben es in sich. Zwischen allerhand rasanten Handgefechten, zahlreichen Explosionen, Verfolgungsjagden und dem Finale auf gleich drei gewaltigen fliegenden Festungen, wird der Sinn und Zweck von SHIELD und dessen militaristischer Reaktionen auf die neue Weltordnung nach „New York“ hinterfragt.

SHIELD verwechsle Freiheit und Sicherheit mit Angst und Gewalt, meint Rogers einmal und ahnt da noch nicht, was sich in den Konferenzräumen der Behörde abspielt. Es ist recht erstaunlich, denn obwohl der Actiongehalt im Vergleich zum Cap-Vorgänger beachtlich gesteigert wurde und es regelmäßig kracht, bekommt man in der eigentlichen Handlung zumindest Ansätze, die über banalen „Gut gegen Böse“ Radau hinausgehen. Dass die Enttarnungen, wer Böses im Schilde führt, wer falsch spielt und wer hinter welcher Maske steckt, trotz Spannungspotential eher überraschungsfrei bleiben, inklusive eines völlig verschenkten Robert Redford, ist bedauerlich, aber auch nicht zu schwerwiegend. Die Marvel Filme sind keine intellektuellen Reißer, auch nicht dieser neue Film mit seiner Spionage-Thematik. Aber die Marvel Filme sind eben auch nicht vollkommen hirnlos und können im Zweifelsfall immer mit 1A besetzten und schwer sympathischen Figuren punkten, die unterhaltsame Abenteuer bestehen. Das ist auch hier wieder der Fall, bevor die zeitnahe Marvel Zukunft mit „Guardians of the Galaxy“ wieder die schrillen Grenzen des Alls auslotet. Die Marvel Maschine läuft und hat immer was Passendes in petto. Dass das Marvel 3D abermals für’n Eimer ist, daran hat man sich mittlerweile schon fast gewöhnt.

Fazit:

Actionreiche und unterhaltsame Superhelden-Verschwörungsgeschichte, die den locker-augenzwinkernden Ton des „Captain America“ Vorgängers vermissen lässt, aber dank wuchtiger Action, einer durchaus interessanten Geschichte und tollen Helden und Schurken auf ganz neue Weise Spaß macht.

7 / 10
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