BG Kritik:

The Voices


Hat BG vor 10 Jahren gegründet und seither eine Menge neuer Filme gesehen. War als Redakteur für GameStar und Gameswelt tätig.

The Voices (USA 2015)
Regisseur: Marjane Satrapi
Cast: Ryan Reynolds, Gemma Arterton, Anna Kendrick

Story: Jerry ist ein netter Kerl, der in einer Badewannenfabrik arbeitet und gern was mit einer seiner Kolleginnen haben würde. Er ist aber auch ein Verrückter, der seine Haustiere sprechen hört und sich bald ein neues Hobby zulegt: Leute umbringen.

In dieser kaffeeschwarzen, skurrilen Dramödie versucht sich Green Lantern als Charakterdarsteller.

Reynolds ist als nächstes erneut als Deadpool zu sehen


Für Ryan Reynolds lief die letzten Jahre nicht so gut. Er war mit Scarlett Johansson verheiratet, ist zum Multimillionär geworden, gilt als einer der attraktivsten Männer des Biz und durfte bereits in drei großen Comicfilmen mitspielen. Okay, das lief vielleicht mehr als gut, aber im Detail könnte es besser ausschauen. Bis heute gilt er als eindimensionales Talent, das bloß hin und wieder mal in spaßigen Rollen funktionieren kann. Dramatisch wurde er noch nie wirklich gefordert, und jetzt wo vielleicht so langsam die ersten grauen Haare rauskommen, wollte er sich offensichtlich mal in einem neuen Licht zeigen. Wieso also nicht als Psychopath in einer von einer Frau gedrehten schwarzen Komödie? Hat Christian Bale schließlich auch schon geholfen.

Reynolds hilft es allerdings nicht so wirklich. The Voices ist einen Blick wert, wenn man ihn mal was anderes machen sehen will, allerdings ist es weder ein sonstwie herausragender Film, noch bringt er selbst eine herausragende Leistung darin. Jerry ist ein dauergrinsender Vorzeigeschwiegersohn, der naiv und zu allen superfreundlich ist. Jedenfalls in seiner Sicht: die Regisseurin zeigt im Verlauf des Films, wie es wirklich ausschaut, und dann ist Jerrys piekfein saubere Wohnung plötzlich ein verwahrlostes Loch, und wird Jerry selbst zum wütenden, nervösen Angreifer. Beide Jerrys sind leider nicht sonderlich interessant gestaltet, oder gespielt, und widersprechen möglicher Unterhaltsamkeit.

Schwächer als Dexters Finale: Jerrys Story


In erster Linie ist das Problem des Films, dass er sich nicht entscheiden kann, was er sein will. Am unterhaltsamsten ist er dann, wenn er ironisch, lustig oder niedlich ist. Wenn Jerry sich mit seinem treudoofen Hund und seiner natürlich sarkastischen und bösen Katze unterhält, wenn Jerry lustige Wahnvorstellungen hat oder er schusselig spielen darf. Wenn er jedoch sein Messer rausholt und zum Kill ansetzt, er sich lang und breit mit seiner Therapeutin über seine Vergangenheit unterhält oder zum Ende hin die Fassaden bröckeln, wird der Film völlig uneins. Satrapi hat Schwierigkeiten damit, Jerry als gestörten Killer zu offenbaren, denn sie will ihn offensichtlich nicht unsympathisch werden lassen. Sie will Anna Kendricks Lächeln, sie will Musik und Freude. Da fehlts dann aber auch an echter dramatischer Tiefe, um Mitleid für seinen Fall zu empfinden, oder an gezielter Comedy, um beispielsweise eine Sammlung abgetrennter, sprechender Köpfe im Kühlschrank ins rechte Licht zu rücken.

Was soll man? Soll man über Jerrys schräge Story lachen? Dafür ist sie nicht konstant witzig genug. Dafür kommen die Haustiere zu wenig vor und gibt es einige Offenbarungen, die den Spaß merklich hemmen. Das ist kein American Werewolf in London, das sich klar als schräge Horrorkomödie positioniert. Soll man mit Spannung verfolgen, was dieser Maniac anstellt? Keine Chance, zumal es auch keine wirklichen Helden gibt, die gegen ihn ermitteln und deren Seite man dann einnehmen könnte. Die Frauen im Film bleiben völlig passive Begegnungen, die bloß begafft und ermordet werden und nichts relevantes unternehmen oder von sich geben. Satrapi meint, den Film unbedingt mit einer gewissen Ernsthaftigkeit belasten zu müssen, durch die er aber nichts gewinnt.

Marjane Satrapi hat zuvor Persepolis gedreht, den gefeierten politischen Animationsfilm. Mit dem Live Action Film The Voices tut sie sich keinen guten Gefallen, denn sie beweist kein Händchen für gute Darstellerinszenierung, hat ein relativ langweiliges Auge für Bilder und lässt die Sensibilität und den Intellekt Persepolis' völlig missen. The Voices ist oftmals langatmig und enttäuscht, weil so viel mehr hätte drin sein können. Die Besetzung hat sichtlich Elan, aber Satrapi lässt sie ungenutzt im Kühlschrank versauern.

Fazit:

The Voices ist ein wischiwaschi Film, der lustige Tierkomödie und blutiger Killerfilm auf einmal sein will und die Mischung vergeigt. Sämtlichen dramatischen Aspekte sind langweilig geraten, und die wenige Comedy wird von uninteressanten Figuren und vermeintlich düsteren, aber bloß spaßbremsenden und substanzlosen Story-Elementen überschattet. Das beste wäre es, sich auf YouTube einen Zusammenschnitt aller lustigen Unterhaltungen zwischen Reynolds und seiner Katze anzusehen. Die restlichen Voices muss man nicht gehört haben.

3 / 10
10 - Meisterwerk // 8-9 - sehr gut // 6-7 - gut // 5 - mittelmäßig
3-4 - ausreichend // 0-2 - gar nicht mal so gut

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