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KRITIK:
TOY STORY 3
von
Christian Mester
TOY STORY 3 (2010)
Regie: Lee Unkrich
Cast: Tom Hanks, Tim Allen
Story:
Jahre sind ins Land gezogen und Woody, Buzz, Rex
und all die anderen Toy Story Spielzeuge sind noch
immer dieselben. Geändert hat sich Andy, ihr ehemals
kindlicher Besitzer, der mittlerweile zum Teenager
geworden ist und endlich davor steht, das College zu
besuchen. Durch Zufall landen die Spielzeuge
daraufhin in einer Kinderstation, in der sie von
ungestümen Kindern schlecht behandelt werden und ein
böser rosa Teddy das Sagen hat. Da Andy bereits am
Packen ist, bleibt ihnen nicht viel Zeit, zurück
nach Hause zu kommen…
Kritik:
Obgleich Pixar in den letzten Jahren einen
erstklassigen Film nach dem anderen in die Kinos
brachte, durfte man „Toy Story III“ mit reichlich
Skepsis entgegen blicken. Das ganze Konzept erweckte
den Anschein eines weniger ambitionierten Titels,
schließlich würde kaum jemand „Ratatouille“, „Wall-E“
und „Oben“ gegen „Findet Nemo“ 2-4 eintauschen
wollen. Manch einer vermutete sogar, dass er wie der
bereits angekündigte „Cars 2“ ausschließlich des
erwarteten Merchandise wegens gemacht würde.
Derartige Sorgen kann man sich sparen, da auch ihr
neuer wieder eine echte Empfehlung ist… wenn auch
mit Vorbehalt.
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Bei genügend Erfolg soll es einen vierten
Film geben |
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Als die ersten beiden
Spielzeuggeschichten vor rund 15 und 11 Jahren
erschienen, waren es zwei top gemachte
Animationsfilme voller Action und tollen Figuren. „Toy
Story III“ steht dem im Prinzip in Nichts nach,
jedoch kommt es ganz darauf an, ob man die beiden
Vorgänger bereits kennt. Ist das der Fall, vermisst
man Neuerungen und wird im Glaube bestätigt, dass
Animationsfilme mit klaren Mustern nicht
sequelisiert werden sollten. Woody, Buzz und Co.
sind auf ihre Art natürlich immer noch unterhaltsam,
in ihrer Einfachheit aber bereits bekannt und damit
ausgeschöpft. Selbiges lässt sich über ihr neues
Abenteuer sagen. Wie in den ersten beiden Filmen
geht es wieder einmal darum, zurück nach Hause zu
finden. Spielzeug quälende Kinder gab es schon im
Ersten, einen Bösen, der sie da behalten will, schon
im Zweiten. Dazu kommt, dass zahlreiche Sequenzen
und Momente direkt übernommen wurden: Rettungen im
letzten Moment, Gruppenplanungen, die Sorgen über
eine ungewisse Zukunft, Woody darf wieder mit seinen
Peter Crouch Armen herumwedeln, Rex herrlich debil
herumblödeln, Mr. Kartoffelkopf Körperteile
verlieren und Buzz mit gespielter Ernsthaftigkeit
durch die Gegend lasern.
Heißt nicht, dass es nicht funktioniert. Kinder, die
zum Release der anderen beiden Filme noch nicht auf
der Welt waren erleben einen aufregenden
Familienspaß, der eine neue Generation zu Fans
machen wird. Begleitende Erwachsene oder auch
gerechtfertige Pixarfans haben dabei ebenfalls ihren
Spaß, da Pixar auch dieses Mal darauf Acht gibt, die
kindgerechte Action nie nervig zu gestalten (im
Gegensatz zu DreamWorks setzt man auf keine
“lustigen” Songs wie “I like to move it” oder “Who
let the Dogs out”), dafür gleichzeitig doppeldeutige
Witze mit einbaut und Platz für Interpretationen
lässt. So wird beispielsweise ein großer Spaß daraus
gemacht, dass Barbies Ken in seiner gesamten Art
auffällig metrosexuell ist. Egal welcher Witz
gemacht wird, es wird nie hämisch und immer mit
einem Augenzwinkern präsentiert. Stattdessen schafft
es Pixar einmal mehr, eine schöne Geschichte zu
erzählen, die ohne größere Zwänge vorbildliche Werte
wie Kameradschaft, Liebe und Hoffnung vermittelt.
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Der erste TOY STORY ist
stolze 15 Jahre her |
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Die meisten Kritiker loben das
Ende des Films in die Höhe. Es ist ein fraglos
emotionaler Höhepunkt, der vor allem ältere
Zuschauer ansprechen wird, allerdings kein besonders
überraschender ist und nicht vergessen lässt, dass
das erlebte Abenteuer gut, aber nicht sensationell
ist. Selbst für Neulinge ist die Handlung zu
vorhersehbar, die Figurenkonstellationen erleben zu
wenig Abwechslung. Anstatt langweilige Figuren wie
Mr. Kartoffelkopf, Slinky oder Ham, das Sparschwein
durch drei Filme zu begleiten, hätte man die
Hauptcrew Buzz, Woody und Rex besser mit komplett
neuen Figuren umgeben sollen. Ken ist ein gutes
Beispiel dafür und bedenkt man, wie viele
verschiedene Spielzeuge es gibt, sind es ungenutzte
Ideen. Bösewicht Plüschteddy Lotso ist akzeptabel
und sieht zum Anfassen echt aus, aber kein Vergleich
zu Arbeitskollegen wie Lord Farquard (”Shrek”) oder
Syndrome (”The Incredibles”).
Wie immer ist auch dieser Pixar technisch
hervorragend gemacht, kommt aber mit kleineren
Mankos daher. Zum einen wäre da die Tatsache, dass
der Film trotz erstklassiger Technik in kreativer
Hinsicht nicht mit den bisherigen Titeln mithalten
kann, was hauptsächlich an den alten Designs liegt.
Die ersten beiden Filme legten eine sehr grelle
Farbpalette mit vielen einfarbigen Flächen vor; „Toy
Story III“ orientiert sich daran, ist damit aber
limitiert. Die simpel designten Figuren und
Locations (Wohnsiedlung, Kindergarten, Schrottplatz)
sorgen nie für Erstaunen. Im Gegensatz zu den Welten
von „Wall-E“ und „Oben“ ertappt man sich kein
einziges Mal dabei, an den Figuren vorbei zu schauen
und sich die Umgebung näher anzusehen.
Der zweite optische Knick findet sich in den
angebotenen drei Dimensionen. Das Format bietet in
diesem Fall nicht allzu viel, da es gleich längere
Passagen gibt, in denen der 3D Effekt überhaupt
nicht zur Geltung kommt. Man wäre gut beraten, sich
das zusätzliche Geld dafür zu sparen.
Fazit:
Sonderlich originell ist „Toy Story 3“ nicht,
trotzdem ein erneut hervorragender Familienfilm mit
amüsanten Figuren, jeder Menge Action und einer
guten Portion Emotionen.
7 / 10
10 -
Meisterwerk
8-9 - sehr gut
6-7 - gut
5 - mittelmäßig
3-4 - ausreichend
1-2 - miserabel
0 - Inakzeptabel
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