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Kritik:
Transformers 3


von Christian Mester

TRANSFORMERS 3: DARK OF THE MOON (2011)
Regie: Michael Bay
Cast: Shia LaBeouf, Rosie Huntington-Whiteley, Josh Duhamel

Story:
Als Optimus Prime seinen alten Mentor Sentinel Prime ruhend in einem Raumschiff auf dem Mond entdeckt, gerät er nichtsahnend in eine Falle. Sentinel arbeitet längst mit den Schergen Megatrons zusammen und hat vor, ihren Heimatplaneten direkt neben die Erde zu teleportieren. Sam hat derweil eine neue Freundin, auf dessen Boss er eifersüchtig ist. Zu Recht, arbeitet dieser doch mit den Decepticons zusammen...

Genug Ausreden gehabt? Bay schub die Probleme des letzten Films auf Terminstress und den Autorenstreik, doch diese alle hatte er beim dritten Film mal nicht. Und siehe da, der ist wieder besser geworden, wenn auch nicht glorreich besser.

Der ganze Kritikertadel scheint angekommen zu sein. Transformers 3 wirkt in einigen Aspekten ein klein wenig bescheidener. Der pubertär alberne Humor ist noch da, aber nicht mehr ganz so überspitzt ausgeprägt. Shia LaBeoufs Figur ist immer noch hibbelig aufgedreht, aber weit weniger koffeiniert als zuvor. Die Armeefiguren von Gibson und Duhamel sind auch hier wieder groß vertreten, scheinen aber nicht mehr so wichtig. Wieder gibt es jede Menge tiefgehende Transformers-Mythologie, doch offenbar nimmt sie sich nicht mehr so überaus ernst. Spürbar wird das vor allem in Patrick Dempseys Figur eines Geschäftsmanns, der sich mit den Maschinen verbündet hat, die Menschheit auszulöschen. Ein Schwachsinn, den Dempsey aber mit einem Grinsen spielt. Alles scheint demnach lockerer, bis auf das Spektakel: das ist vielleicht größer denn je.

Und wie es zur Sache geht! Dieses Mal sprechen wir von einer ganzen Invasion, mit Raumschiffen und Kämpfen in der ganzen Stadt. Bösewicht Shockwave hat ein sandwurmartiges Buddelgerät, das sich mächtig imposant durch Wolkenkratzer fräst. Gebäude gehen zu Bruch, dass Roland Emmerich ganz nasse Augen kriegt, und es gibt so einige Actionszenen - beispielsweise eine, in der Bumblebee den ihn fahrenden Sam aus sich heraus schleudert, sich verwandelt, einen Salto macht und den Jungen innerhalb der Rückverwandlung wieder auffängt - die wirklich staunen lassen können, obwohl man zu diesem Zeitpunkt bereits endlos viel Transformersmaterial gesehen haben müsste. Ja, da ist faktisch wieder mehr Spaß und Unterhaltung in dem dritten Film.

Was man jedoch vom zweiten übernommen hat, ist der ständige seltsame Tonwechsel. Zum einen gibt es da Roboter, die anderen grausam das Rückgrat heraus reißen und um Gnade flehende Opfer eiskalt exekutieren, andererseits gibt es herumkaspernden Zwerg-Transformers, die Kühlwasser spuckend auf Hunden reiten. Was denn nun? Wieder scheint es, als wolle man mit der Action bloß nichts zu Kindisches haben, wirft dann aber jede Menge andere kindischen Szenen mit ein, über die so kein Erwachsener lachen kann. Man wird das Gefühl nicht los, dass Bay all die ernsteren Sachen mit Leidenschaft und für ein älteres Publikum konzipierte, der ganze Familienfun aber vom Spielzeughersteller aufgebläut ist, damit es bloß viele Kunden erreicht.

Nachdem John Turturro im Zweiten zu albern werden musste, darf er hier etwas runterschalten. Dafür ist jetzt Ken Jeong da, der mit Sam ausgerechnet eine peinliche Toilettenszene hat. Wie schon bei den anderen beiden Teilen erzählt Bay von viel zu vielen Figuren, darunter neue von John Malkovich und Frances McDormand, während die Autobots und Decepticons erneut auf der Strecke bleiben, außer sie schießen halt.
NASA-Kenner entdecken den echten Mond-Astronauten Buzz Aldrin in einem Cameo, während man über einen grässlich animierten John F. Kennedy nur schaudern kann. Auffällig ist selbstredend Jason Stathams damalige Freundin Rosie Huntington-Whiteley, die Megan Fox ersetzt. Fox war raus, weil sie sich über Bays Art öffentlich beschwert hatte (allerdings haben die sich wieder versöhnt, schließlich produziert Bay ihre Turtles Filme). Huntington-Whiteley, 2015 auch in Mad Max Fury Road zu sehen, bekommt allerdings nicht mehr zu tun als Fox zuvor.

Die Handlung ist erneut banane und müsste für Kopfschütteln sorgen, doch wie gesagt nimmt sich das Ende der LaBeouf Trilogie glücklicherweise nicht mehr so ernst. Mit 150 Minuten ist auch dieser wieder viel zu lang geworden, aber gerade verglichen mit dem unsäglich schrottpressenreifen zweiten Teil muss man diesen augenscheinlich mit dem fast lobenswerten "doch gar nicht so schlimm" beglückwünschen.


Fazit:
Hey, immerhin mittelmäßig! Das ist ein spürbarer Schritt nach oben. Transformers 3 behält einige der Schwächen der Vorgänger bei, ist aber in vielerlei Hinsicht erträglicher, und unterstreicht das mit wirklich imposanten Actioneinlagen.

5 / 10
10 - Meisterwerk
8-9 - sehr gut
6-7 - gut
5 - mittelmäßig
3-4 - ausreichend
1-2 - miserabel
0 - Inakzeptabel 

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