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Kritik:
Twilight 5:
Breaking Dawn Teil 2


von Christian Mester

THE TWILIGHT SAGA: BREAKING DAWN PART 2
(2012)
Regie: Bill Condon
Cast: Kristen Stewart, Robert Pattinson, Taylor Lautner

Story: Passion verfallen, vermochten die unscheinbare, aber immerzu unterschätzte junge, starke Frau Isabella "Bella" Swan und ihr elfenbeinesker Vampirbeau, Edward Cullen, es nicht, die Lenden ihrer Leidenschaften voneinander zu lassen. Das Ergebnis ihrer endlosen Liebe: ein gemeinsames Kind, und ewiges Leben für sie. Bestimmung... erfüllt. Doch ein letztes Gefecht zieht am Horizont auf, verfinstert ein finales Bild, das im Vorhof zum Paradies nur mit kühnster Treue und geeinter Liebe verteidigt sei...

Kritik:
Was lässt sich 2012 über einen fünften Twilight sagen? Nicht viel, zumal man kaum merkt, dass es einen neuen Teil gibt. Oder das dieser der letzte wäre, ein spürbares Finale, ein Bogenabschluss einer mehrteiligen Handlung wäre. Er ist einfach... da, und macht weiter, Scheuklappen auf Augen und Ohren.

Es ist ja nicht so, als steckte in Stephenie Meyers Büchern prinzipiell kein Potential, als sei Twilight schon in seiner DNA wie das Goo aus Prometheus gewesen, dessen Schlürf sofortige Zersetzung erwirkt. Die beste Autorin ist sie gewiss nicht, und was an ihren Handlungen und Figuren schlecht ausgearbeitet wurde oder fragwürdige Aussagen hinterlässt, lässt sich wahrscheinlich länger ausarbeiten als die Kürze ihres ersten Buches, doch als Sommerlektüre ist ihr Stoff fraglos passabel. Die Idee, interessant. Sofern man Romanzen nicht ausnahmslos abgeneigt ist, gar stark ausbaufähig. Ein etwas jüngeres, etwas weniger blutiges Interview mit einem Vampir; Material, das Biss haben könnte. Doch nach dem halbwegs mittelmäßigen ersten Film pfählten anschließend sämtliche Regisseure die nächsten mit dem Wahn eines Renfields, und auch die Darsteller mahlten die ohnehin schon mickrigen Rollen vom Papier zu etwas noch wesentlich belangloserem. Teilweise wirkte es schon fast, als seien die Filme mit Intention schlecht, als lächle jeder sein inneres Gelächter, wissend wofür. Kristen Stewart kann mehr als das, und mit genügend Schnipsen dürfte auch ein Lautner zu konstanter Leinwandpräsenz kommen, derer Twilight irgendwann einmal bloß Fußnote ist; sie sind eigentlich mehr als die Entbehrlichen. Was Oscar(R)-Gewinner Bill Condon hier abliefert wird seinen finanziellen Erfolg haben, das sei außer Zweifel. Ein Coup, ein Selbstläufer, ein Gewinner vor Startschuss. Qualitativ ist es ein bleiches Schulterzucken, war es, bleibt es.

Genug der neutralen, vorgreifenden Fairness, jetzt wird's eng, und spoilerlastig, da man wohl, um die essentielle Essenz von Twilight 5: Breaking Dawn Teil 1 zu verständlichen, die komplette Handlung erzählen muss.

Da ist also Bella, die jetzt keinen Puls mehr hat. Dafür aber ein CGI-Monsterbaby, das rasend schnell wächst und mittlerweile weniger monströs erscheint als neulich noch, als es versuchte, sich von innen einen Weg aus ihrem Bauch heraus zu beißen (!). Was Boyfriend Edward gerade noch verhindern konnte, in dem er ihr selbst den Bauch von außen aufbiss (vom Regen in die Traufe?). Nachdem er in den Flitterwochen so wilden Sex mit ihr hatte, dass er vor Wollust die Kopfkissen zerbiss (!) und sie so fest bearbeitete, dass sie ohnmächtig wurde (!). Weil sie postnatalen Schmacht hat, versucht sie daher zunächst einen ahnungslosen Cliffhanger zu verspeisen, doch als ihr Gemahl dazwischen geht, entscheidet sie sich lieber dafür, einen schmackhaften Berglöwen wie eine Capri-Sonne auszutrinken. Sie blickt ins Auge des Löwen und tacklet ihn gekonnt aus der Luft, als hätte sie nie anderes gemacht (!).

Reizend geht es weiter, als Sixpack Johnson auftaucht und sein T-Shirt auszieht Bella endlich erzählt, dass er sich unsterblich in ihr neugeborenes Kind verliebt hat (!). Was sie nicht so lustig findet, hinsichtlich der starken moralischen Tiefen, die sich da auftun. Sie, die mit einem 100jährigen zusammen ist, der Monate damit verbrachte, nachts bei ihr im Teenagerzimmer zu stehen. Sie, die kein Problem damit hatte, dass ihr Freund ständig Gelüste hatte, sie umbringen zu wollen, oder die im Bett alles über sich ergehen lässt, weil Liebe. Weil Teen Wolf derweil ein Problem damit hat, dass Bella ihrem Vater nichts vom neuen Nachwuchs, oder ihrem Verbleib erzählen will, besucht er diesen, ihrem Willen trotzend und lieber seinen eigenen Weg gehend, und zieht sein T-Shirt aus. Und auch jugendfrei den Rest (!), um zu beweisen, dass er kein Mensch ist, sondern Teen Wolf. Daddy nickt, trifft B und zieht von dannen, hoffend, dass sich irgendwer versehentlich Drive Angry ansehen mag, merkend, dass die Wahrheit weh tut.

Bryan Mills Tochter taucht kurz auf, sieht Bellas Kind, und läuft mit Supergeschwindigkeit weg. Um den Supervampiren der Volturi zu erzählen, dass die Cullens ein Superkind züchten. Superkinder sind Kinder, die im Kindesalter zu Vampiren werden, deswegen wahnsinnig und überstark werden und anscheinend einmal drohten, die Welt zu erobern. Vampiranführer Aro, gespielt vom Werwolfkönig aus den Underworld Filmen, fürchtet, dass nur die Starken Superkinder überleben werden und sammelt eine Armee von Kapuzenträgern, mit der er gen Provinz Forks aufbricht (Bella lebt in Forks). Derweil lernt Bella, dass sie Superkräfte hat. Sie kann telepathische Angriffe von Vampiren abhalten, und Over the Top Armdrücken, ohne die Mütze rumzudrehen.

Dann kommen die Kapuzen und stellen sich auf einem großen, eingefrorenen See auf. Auf der anderen Seite: die Vampire, noch mehr Vampire, und Werwölfe. Gefühlte 20 Minuten verfehlter Diplomatie später dann ein völlig verrückter Fangasm, als Bill Condon sich urplötzlich als Fan von Tim Burtons Sleepy Hollow outet und beide Parteien aufeinander loslässt, die sich fortan bei Tageslicht wie verrückt die Köpfe von den Hälsen reißen (!). Es gibt zwar kein Blut, aber es rollen so viele Köpfe bei der Attitüde Flucht oder Sieg, Überleben ist alles, dass der kopflose Hesse wohl aus dem Staunen nicht mehr rauskäm. Der bisherige Senkrechtstarter Bill Condon (der Dreamgirls gedreht hat!) hat scheinbar sogar den Kane Hodder Splatterfilm Hatchet gesehen.. und fühlt sich sichtlich inspiriert. In Twilight 5. Ein anderer reißt einen Riss in den Boden, der so tief ist, dass man Lava (!) sehen kann. Viele abgerissene Köpfe später dann der shyamalasche Twist, der den (blutlosen) Übergore der vorherigen Szene gerechtfertigt: es war nur eine was-wäre-wenn Vision (...). Man einigt sich demnach auf unentschieden, alle gehen weg und Bella und Edward stehen in einer Zukunftsvision verträumt und unendlich verliebt vor einer Greenscreen an einem Strand, mit ihrer nun älteren Tochter, Jacob smilend bei ihr, Ende.

Fazit:


 

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