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KRITIK:

UNIVERSAL SOLDIER III
Regeneration


von Christian Mester

UNIVERSAL SOLDIER III: REGENERATION (2010)
Regie: John Hyams
Cast: Jean-Claude van Damme, Dolph Lundgren

Story:
Der ehemalige Supersoldat Luc Deveraux (Jean-Claude Van Damme) wird ein drittes Mal in den Einsatz befördert, nachdem Terroristen ein Atomkraftwerk in ihre Gewalt bringen und drohen, dieses in die Luft zu jagen. Übermächtige Konkurrenz steht ihm im Weg, denn das Kraftwerk wird von einem Klon seines alten Erzfeindes (Dolph Lundgren) und einer verbesserten UniSol-Einheit (Andrei Arlovski) bewacht…

Van Damme lehnte einen Auftritt im kommenden
Stallone Actioner THE EXPENDABLES ab, da ihm die Story zu einfach war

Kritik:
Roland Emmerichs Sci-Fi Actioner „Universal Soldier“ (7/10) gehörte Anfang der 90er mit zu den auffälligsten Genretiteln und sollte einer der besten Filme der B-Movie Legenden Van Damme und Lundgren werden. Umso größer war die Freude der Fans, als angekündigt wurde, dass es einen späten dritten geben würde, der nach dem albernen zweiten Film ohne Lundgren (3/10) und zwei grenzdebilen TV-Filmen (2x 0/10) beide Hauptdarsteller wieder vereinen würde. Skepsis machte sich früh breit, denn der neue Film war verdammt, lediglich günstige DVD-Produktion zu sein. Die Hauptrolle sollte an einen ominösen russischen MMA-Kämpfer namens Andrei "The Pitbull" Arlovski gehen. Die Stimmung war folglich gedämpft, da beide Darsteller vertraglich gebunden waren und man vermutete, dass sie so kurz wie möglich und lieblos vor die Kameras bewegen würden.

Zum Glück falsch vermutet. Beiden gefiel die Arbeit mit Regisseur John Hyams so sehr, dass sie ihre Szenen ausbauen ließen und sich sichtlich bemühten, das Beste aus ihren Rollen herauszuholen. Beide blicken derzeit auf eine längere DVD-Karriere zurück (exkludiert man das Meta-Drama „JCVD“, war Van Damme seit 11 Jahren und 11 Filmen nicht mehr im Kino zu sehen, sein schwedischer Freund sogar 15 Jahre und 23 Filme lang), die zwar eine große loyale Fanbase entwickeln konnte, der Allgemeinheit jedoch nicht zusagten. Worin sich das fehlende Interesse ergründet? An den Handlungen sollte es nicht gelegen haben, hatten Filme wie „Silent Trigger“, „Second in Command“ oder „The Mechanik“ nicht unbedingt schlechtere als die früheren Kino-Outlets beider. Es war vielmehr eine Mischung aus mangelndem Budget und kraftloser Regie, da die Kinofilme beider meist fähiger und spektakulärer inszeniert worden waren und zuweilen auch auf bekanntere Co-Darsteller zurückgreifen konnten. Die DVD-Reihen beider sind zumeist günstige Produktionen, in denen sie als Hauptstar, teilweise auch als Regisseur den größten Teil des Budgets auffraßen und dann nicht allzu begabte Filmcrews mit der perseussischen Aufgabe überfordert waren, irgendetwas aus den übrigen, geringen Mitteln zu machen. Kein Wunder, dass das Ergebnis für Nichtfans in den meisten Fällen arg unterdurchschnittlich ausfiehl.

Der Film gefiel VD und Lundgren so gut,
dass sie sofort für einen weiteren zusagten

„Universal Soldier III: Regeneration“ hat mit 14 Millionen Dollar einüberdurchschnittliches Budget für eine solche reine DVD-Produktion, mit John Hyams aber ausnahmsweise einmal ein richtiges Talent hinter der Kamera. Hyams ist der Sohn von Regisseur Peter Hyams, der auf einen ganzen Stapel großer Filme zurückblicken kann: „2010 – Das Jahr, in dem wir Kontakt aufnehmen“, „Capricorn One“, „Outland“ und zufälligerweise zwei der populärsten Van Dammes: „Timecop“ und „Sudden Death“. Um seinen Sohn zu unterstützen, bot sich der ältere Hyams hier sogar als Kameramann an und half, das kleine Projekt zu etwas Besonderem zu machen. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Der dritte Teil der zombiefizierten Experimentalsoldatenreihe trotzt den Budgetproblemen und ist technisch ansehnlich inszeniert – schade nur, dass das Eingefangene selbst schnell langweilt. Nahezu der gesamte Film spielt in verstaubten alten Lagerhallen, an denen man sich rasch satt gesehen hat.

Die letzten 30 Minuten erweisen sich als wuchtige Erfüllung: Van Dammes Kampf gegen Lundgrens herrlich bösen Andrew Scott-Klon, gegen den Pitbull und zahlreiche Einzelterroristen ist hervorragende, durchaus kinoreife Action, die abwechslungsreich, spannend und interessant in Szene gesetzt ist. Hyams verleiht den Kampfszenen eine eindrucksvolle Härte, ohne in unkoscheres Blutbad ala „The Punisher: Warzone“ zu verfallen und inszeniert die Auseinandersetzungen mit dem bissigen Dreck eines „Black Hawk Down“. Highlight des Films ist selbstverständlich das Aufeinandertreffen beider Helden, die sich unterhaltsam zoffen und jeden Fan glücklich machen dürften
.

Das gänzlich strahlende Glück bleibt jedoch verwehrt, da die beiden Kracher nicht den gesamten Handlungsverlauf einnehmen. Van Damme ist ca. 35 Minuten zu sehen, Lundgren maximal eine Viertelstunde. Summa Summarum ergibt sich ein Loch, das nach Genreart mit nebulös günstigen, untalentierten Nebendarstellern und dem stumpfen MMA Pitbull belegt wird. Letzterer ist nicht ganz so schlecht wie befürchtet, was jedoch daran liegt, dass man sich glücklicherweise nur auf seine Physis als Kämpfer, nicht auf sein nicht vorhandendes Schauspieltalent stürzt (im Gegensatz zu Wrestler Goldberg in "Universal Soldier II: Die Rückkehr" versucht sich Arlovski nicht an humoresken Onelinern). Nichtsdestotrotz wäre es eine schiere Katastrophe gewesen, wäre Arlovski der alleinige Frontmann des Films.

Die Resonanz ist klar: alle Szenen mit dem Belgier und dem Schweden sind sehenswert und machen Spaß, alle anderen fallen auf langweiliges Genre-Allerlei zurück. Eine Frage der Geduld, die sich lohnt.


Fazit:
Eine bemerkenswerte Überraschung. „Universal Soldier III: Regeneration“ hat eine halbe Stunde im Programm, die richtig zundert und Van Damme und Lundgren endlich mal wieder von ihrer besten Seite zeigt. Actionfans alter Schule müssen sich diesen Film ansehen, da beide schon seit über zehn Jahren nicht mehr derart gut präsentiert wurden, andere, die in den letzten Jahren gezielt Bögen um DVD-Titel beider ehemaligen Szene-Stars machten, dürfen einen Blick riskieren. Der Rest ist halbwegs akzeptabel, mindert aber den Gesamteindruck. Umso mehr darf man sich auf den nächsten Teil freuen, in dem beide höchstwahrscheinlich länger zu sehen sein werden.

5 / 10
10 - Meisterwerk
8-9 - sehr gut
6-7 - gut
5 - mittelmäßig
3-4 - ausreichend
1-2 - miserabel
0 - Inakzeptabel


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